Harald Lesch hört genau hin: Wie Lärm unserer Gesundheit schadet

Straßenlärm, Flugzeugturbinen, Restaurantkrach: Laute Geräusche können gesundheitsschädlich sein, zeigt Harald Lesch in seiner "Terra X"-Doku "Krank durch Krach". Auch bei absoluter Stille hört der Professor genau hin und untersucht, wie Schall uns nicht nur schaden, sondern auch helfen kann.
von  Maximilian Haase
Professor Harald Lesch widmet sich diesmal der Wirkung des Schalls auf unser Wohlbefinden - und besucht dafür unter anderem die besondere akustische Umgebung einer Kirche.
Professor Harald Lesch widmet sich diesmal der Wirkung des Schalls auf unser Wohlbefinden - und besucht dafür unter anderem die besondere akustische Umgebung einer Kirche. © ZDF/Tenzin Sherpa

Die laute Straße oder Baustellen direkt vor dem Fenster. Stimmengewirr und ein hoher Geräuschpegel im Restaurant. Quietschende Züge im Bahnhof und dröhnende Turbinen am Flughafen. Lärm prägt unseren Alltag, insbesondere in den Großstädten. Wie gesundheitsschädigend er sein kann, zeigt nun auch Harald Lesch in seiner aktuellen "Terra X"-Dokumentation mit dem pointierten Titel "Krank durch Krach". Der Fernsehprofessor untersucht die Gefahren selbst unterschwelliger Geräusche, blickt auf die Forschung zu lebenswerten Klangwelten in urbanen Gebieten und hört sich an, was absolute Stille bedeutet.

Die Forschung weiß: Wer dauerhaftem Lärm ausgesetzt ist, riskiert chronischen Stress. Schließlich nimmt unser Gehirn jedes Geräusch wahr, und sei es noch so unterbewusst. Oft, so illustriert die Doku, reicht schon eine laute Umgebung im Café oder beim Essen: Wir hören unsere Gesprächspartner nicht gut, das Ambiente wird verdorben, der schöne Nachmittag oder Abend ist dahin.

Zwischen stiller Kammer und Kirche

Deshalb erforscht die Wissenschaft, welche Geräusche uns stören und welche uns beglücken. Auf die Lautstärke kommt es demnach nicht so sehr an, eher auf den qualitativen Unterschied zwischen beispielsweise sehr lautem Presslufthammer und ebenso lautem Vogelgezwitscher. Lesch begleitet Forschende in München, die sich auf die Suche nach angenehmen Klangwelten begeben und herausfinden wollen, wie sich eine lebenswerte Stadt für die meisten anhören würde.

Helfen kann auch die Technologie: Ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt befindet sich eine sogenannte anechoische Kammer. Ein Raum völliger Stille, in dem herausfordernde Hörerlebnisse simuliert werden können, Etwa eine Situation am Bahnhof, an dem sich Ohr und Gehirn zwischen Fahrgästen, Bahnen, Baustellen und Ansagen zurechtfinden und die relevanten Geräusche herausfiltern müssen. Ziel der Simulation im schalltoten Raum, der den Schall fast komplett verschluckt, ist die Entwicklung neuer Hörhilfen und -geräte, die diese Filterung nachahmen.

Nicht zuletzt betrachtet Harald Lesch auch die positive Wirkung, die der Schall in Form von Musik haben kann. Dafür braucht es keine wissenschaftlichen Experimente, sondern lediglich einen Besuch in der besonderen akustischen Umgebung einer Kirche, um sich dort der Schönheit des Orgelklangs hinzugeben.

Terra X Harald Lesch: Krank durch Krach - Di. 20.10. - ZDF: 22.45 Uhr

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