Harald Krassnitzer: So läuft der "Tatort"-Dreh in der Corona-Krise

Die neue "Tatort"-Saison startet am 6. September mit dem Fall "Pumpen" aus Wien. Wie sich die "Tatort"-Dreharbeiten in der Corona-Krise verändert haben, verrät Harald Krassnitzer im Interview.
| (amw/spot)
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Harald Krassnitzer alias Moritz Eisner ermittelt in "Pumpen" in einem Fitnessstudio.
© ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Hubert Mican Harald Krassnitzer alias Moritz Eisner ermittelt in "Pumpen" in einem Fitnessstudio.

Die "Tatort"-Sommerpause ist endlich zu Ende. Den Auftakt in die neue Saison macht am 6. September um 20:15 Uhr im Ersten ein Fall aus Wien. In "Pumpen" ermitteln Harald Krassnitzer (59) alias Moritz Eisner und Adele Neuhauser (61) alias Bibi Fellner in einem Fitnessstudio. Die Dreharbeiten zum neuen Austrokrimi fanden vor der Coronavirus-Pandemie statt. "Da gab es noch so etwas wie Normalität", erklärt der Hauptdarsteller. Wie sich die Dreharbeiten mittlerweile verändert haben und ob er beim Wunsch-"Tatort" in der Sommerpause mitabgestimmt hat, verrät er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Noch mehr "Tatort"-Fälle aus Wien finden Sie hier.

Waren die Dreharbeiten zu "Pumpen" schon von der Corona-Krise betroffen?

Krassnitzer: Nein, "Pumpen" wurde bereits 2019 gedreht. Da gab es noch so etwas wie Normalität. Zu dieser Zeit hätte man sich nie träumen lassen, dass das alles so kommt. Wenn uns das damals jemand erzählt hätte, dem hätten wir wahrscheinlich den Vogel gezeigt. Und ein halbes Jahr später steckt man plötzlich in dieser Situation.

Wie unterscheiden sich nun die Dreharbeiten in Corona-Zeiten im Vergleich zu früher?

Krassnitzer: Allein durch die Vorbereitungszeit, durch das permanente Testen und das Einteilen in verschiedene Zonen. Normalerweise haben wir das gesamte Team um uns herum. Man hat ständig Kontakt mit allen Bereichen, die an einem Filmset arbeiten. Das war plötzlich nicht mehr möglich. Es war immer nur die Kernzone vor Ort. Das bedeutet: Kamera, Regie, Licht, Security, Drehbuch, Maske, Kostüm und Regieassistenz. Ansonsten waren alle anderen außen vor.

Nur so konnten wir die Auflagen erfüllen. Man konnte schon eine gewisse Spannung spüren. Aber die Tests, die zweimal wöchentlich stattgefunden haben, waren zum Glück immer negativ. Doch dieses bedrückende Gefühl schwebte die ganze Zeit über den Köpfen. Das war schon sehr anstrengend.

Dieses Jahr feiert der "Tatort" sein 50-jähriges Jubiläum. Wie hat sich der Krimi Ihrer Meinung nach seit den Anfängen verändert?

Krassnitzer: Ich glaube schon, dass sich viel verändert hat. Das ist auch die Qualität dieser Marke. Die Filmlandschaft beim "Tatort" ist sehr heterogen - sehr bunt, sehr unterschiedlich. Es gibt verschiedenste Ansätze und wahnsinnig gute Schauspielkollegen. Die Storys, Erzählweisen und das filmische Herangehen variieren sehr stark. Wenn sich das in den 50 Jahren nicht permanent verändert hätte, dann wäre der "Tatort" wahrscheinlich schon längst weg vom Fenster. Sonntag für Sonntag erleben wir, dass die Leute etwas Neues probieren und sich nicht auf dem Erfolg ausruhen.

Schauen Sie auch manchmal, was die anderen Teams so treiben?

Krassnitzer: Auf jeden Fall. Da schaue ich mir auch gerne eine Wiederholung an. Dadurch lernt man wesentlich mehr, als wenn man sich nur seine eigenen Sachen anschaut. Außerdem finde ich die anderen Teams immer spannender. Das ist für mich kreative Nahrung. Wenn man sich mit jemand anderem freuen kann, ihm eine SMS schickt und sagt, dass man den "Tatort" großartig fand, ist das auch der schönere Austausch. Was mich mehr interessiert, als in den eigenen Gefilden zu dümpeln.

Haben Sie ein Lieblingsteam oder einen Kommissar, den Sie besonders mögen?

Krassnitzer: Ich kann fast allen etwas abgewinnen. Alle haben etwas Einzigartiges. Ich bin aber auch froh darüber, dass es den Kollegen manchmal wie uns geht und sie nicht immer eine Punktlandung machen. Aber ich freue mich natürlich darüber, wenn sie außergewöhnliche Filme machen. Dass mir vorm Fernseher wirklich der Atem stockt und ich mir denke: "Was für eine tolle Story." Die Münchner haben in letzter Zeit immer wieder was abgeliefert, wo ich mir gedacht habe: "Heilige Scheiße, ist das gut." Das freut mich und ist gleichzeitig ein Ansporn.

Haben Sie beim Wunsch-"Tatort" während der Sommerpause auch mitabgestimmt?

Krassnitzer: Nein, ich bin nicht dazu gekommen. Ich habe mich aber immer informiert, welcher gewonnen hat. Ein paar habe ich mir angeschaut, zum Beispiel die "Tatorte" aus Dresden.

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