"Frisch" läuft im ZDF: War dieser Film die letzte Rolle von Ralf Richter?
Zu sehen ist er nicht, seine Stimme aber unverkennbar: Am Montag, 26. Oktober, um 00.05 Uhr, zeigt das ZDF den in Duisburg spielenden Ruhrpott-Thriller "Frisch" (2024), in dem Ralf Richters markante Stimme und sein berühmtes Ruhrpott-Idiom zu hören sind. Der im September verstorbene Schauspieler spielt in der Romanverfilmung von Damian John Harper den Erzähler, im Mittelpunkt des Films steht der junge Kai ("Dark"-Star Louis Hofmann), der in Schwierigkeiten gerät, als sein gewalttätiger Bruder Mirko aus dem Gefängnis entlassen wird.
André Brune, Autor des Online-Blogs "Ruhrpottologe", war bei den Tonaufnahmen dabei. "Ich hatte das Glück, seine letzten Sätze im Studio einsprechen zu hören", schreibt er. Danach habe Richter eilig zum Bahnhof zurück nach Dortmund gemusst, ein Selfie sei aber noch drin gewesen. Brune beschreibt den Schauspieler als "eher schüchtern und gar nicht wie der Prolltyp in so vielen Ruhrpottfilmen".
Als Ruhrpott-Rüpel gefeiert
Sein Ruf eilte Richter schon früh voraus: Geboren 1957 in Essen, kam er vom Theater und nutzte "Das Boot", um seine Leinwandkarriere anzukurbeln. 1981 gab er in Wolfgang Petersens preisgekröntem Antikriegsfilm sein Leinwanddebüt, es blieb eine der größten Rollen seiner Karriere. Zum Publikumsliebling mit Kultcharakter wurde er durch "Manta - Der Film" (1991), "Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding" (1999) und "Was nicht passt, wird passend gemacht" (2002), meist als Ruhrpott-Rüpel. In den vergangenen Jahren sah man ihn seltener, 2024 spielte er den Häftling Barabbas in der RTL-"Passion", Anfang des Jahres hatte er einen Gastauftritt in einer Folge von "Notruf Hafenkante".
Seinen letzten Leinwand-Auftritt hatte Richter allerdings nicht in "Frisch", sondern in "Our Darkness". Der Horror-Thriller von Detlef Muckel und Tobe Dichter, in dem auch sein "Das Boot"-Kollege Martin Semmelrogge und Mickie Krause mitspielten, feierte im März 2026 Premiere und ist derzeit in ausgewählten Kinos im Münsterland zu sehen, wo der Film auch gedreht wurde. "Weißt du, was ich da mache? Ich spiele die wichtigste und interessanteste Nebenrolle der Welt", beschrieb Richter seine Figur in einem kurzen Video, das Muckel veröffentlichte. Es sei "eine Ehre für uns" gewesen, so der Regisseur, Richter als Schauspieler in seinem Film gehabt zu haben.
"Ein absolutes Unikat"
Für viele kam der Tod des Schauspielers völlig überraschend. Richters Sohn Maxwell erklärte gegenüber der "Bild" allerdings, sein Vater habe an COPD und einer Herzunterfunktion gelitten, ihm sei es "seit Längerem gesundheitlich sehr schlecht" gegangen. Richter starb am 15. September, er wurde 69 Jahre alt.
In fast jeder Trauerbekundung fiel danach derselbe Begriff. "Ralf war ein absolutes Unikat", schrieb Oliver Pocher auf Instagram. Comedian Chris Tall, der mit Richter zusammengearbeitet hatte, ergänzte: "Ralfi, du warst so vieles, aber vor allem ein Unikat. So herzlich, ehrlich und authentisch." Bert Wollersheim verabschiedete sich auf Instagram von einem "langjährigen Weggefährten": "Mein alter Kumpel hat mich über 30 Jahre begleitet", schrieb der Realitystar. Nach dem Tod seines Freundes habe ihn "eine stille Traurigkeit befallen".
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