"Frankfurt Mord": Kommissarin ermittelt mit ihrem One-Night-Stand

Marie-Lou Sellem und Johannes Hegemann bilden das neue Ermittlerduo im ZDF-Samstagskrimi. Ihre Figuren sind sich allerdings schon vor dem ersten gemeinsamen Arbeitstag sehr nahegekommen. Das steckt hinter der ungewöhnlichen Konstellation.
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"Frankfurt Mord": Das neue Ermittlerteam in Frankfurt besteht aus Jakob Loose (Johannes Hegemann), Sarah Frankfurter (Marie-Lou Sellem) und Milli Schneider (Leona Grundig, r.).
"Frankfurt Mord": Das neue Ermittlerteam in Frankfurt besteht aus Jakob Loose (Johannes Hegemann), Sarah Frankfurter (Marie-Lou Sellem) und Milli Schneider (Leona Grundig, r.). © ZDF/ Gordon Muehle/ Steffen Wagener /[M] mo postproduction

Mit "Frankfurt Mord: Ein neues Leben" bekommt der ZDF-Samstagskrimi ein neues Ermittlerteam. Der Sender zeigt den Auftaktfilm am 10. Oktober um 20:15 Uhr, online ist er bereits abrufbar. Marie-Lou Sellem (60, "Die Friesenjunkies") spielt Kommissarin Sarah Frankfurter, Johannes Hegemann (geb. 1996, "Olivia") ihren jungen Kollegen Jakob Loose.

Der Start ins neue Team verläuft denkbar holprig. Am Tatort erkennt Sarah, dass der Neue ausgerechnet ihr One-Night-Stand der vergangenen Nacht ist.

Warum Sarah auf Distanz geht

"Für Sarah Frankfurter gibt es nach dieser ersten gemeinsamen Nacht mit ihrem zukünftigen Kollegen eine Menge Bremsklötze", erklärt Marie-Lou Sellem in einem Interview mit dem Sender. Es sei so viel Alkohol im Spiel gewesen, dass ihre Figur komplett die Kontrolle verloren habe. Dazu kämen der Altersunterschied und eine heftige Trennung. Jakob spüre dagegen klarer, welches Potenzial in der Verbindung stecke. "Die Kraft dieser Eindeutigkeit wird offensichtlich etwas bedrohlich für Sarah."

Johannes Hegemann reizte gerade die verdrehte Reihenfolge. "Dass sich Kommissare bei der Arbeit näherkommen und Privates und Berufliches vermischen, kennt man ja. Aber wir erzählen es umgekehrt", sagt er. Dass die Chemie stimmt, war schon beim Casting klar. Regisseurin Franziska Margarete Hoenisch erinnert sich an eine Improvisation, in der Hegemann Sellem in einer Bar ansprechen sollte. Sein erster Satz: "Stammgast hier?" Hoenisch: "Da war eigentlich schon alles klar."

Für Drehbuchautorin Elena Lyubarskaya kreisen der Mordfall und Sarahs unfreiwilliger Neustart als Single um dieselbe Frage: "Wann ist es Zeit, an einem Wunsch oder Traum festzuhalten, und wann ist es Zeit, loszulassen?" Am Set scheint es jedenfalls gepasst zu haben. "Wir haben viel gelacht und uns auch an anstrengenden Tagen gegenseitig das Leben erleichtert", erzählt Hegemann.

Ein Fall mit aktuellem Bezug

Gemeinsam mit Kollegin Milli Schneider (Leona Grundig, 34) müssen Frankfurter und Loose im Auftaktfall den Mord an der Juristin Nicole Geissner (Anna Kubin, geb. 1976) aufklären. Sie hatte sich für eine Lockerung des Embryonenschutzgesetzes eingesetzt, nachdem sie selbst jahrelang vergeblich versucht hatte, ein Kind zu bekommen.

In diesem Zusammenhang verweist Marie-Lou Sellem darauf, dass es in Deutschland anders als in anderen europäischen Ländern verboten ist, dass genetische und austragende Mutter unterschiedliche Personen sind. "Wir haben gerade die Jens-Spahn-Debatte erlebt und treffen somit vielleicht den hochaktuellen Nerv in dieser Diskussion", so die Schauspielerin.

Jüdischer Alltag ohne Erklärungsnot

Neu im deutschen Krimi ist der selbstverständliche Blick auf jüdisches Leben. Sarah Frankfurters Tochter Rakhel (Victoria Nikolaevskaja, geb. 1997) ist progressive Rabbinerin und steckt mitten in den Vorbereitungen für Rosch ha-Schana, das jüdische Neujahrsfest. Autorin Lyubarskaya, die selbst jüdisch ist, wollte ihre Hauptfigur nicht auf Antisemitismus oder Trauma reduzieren. Sarah gehe an den hohen Feiertagen in die Synagoge und esse kein Schwein. "Man lebt nicht tief religiös, aber tief verbunden", beschreibt Lyubarskaya diese Normalität.

In der letzten Szene stehen zahlreiche Mitglieder der progressiven jüdischen Gemeinde Frankfurts als Komparsen vor der Kamera. Regisseurin Hoenisch sah darin nach eigenen Worten einen besonderen Vertrauensbeweis.

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