ESC 2026: Das steckt hinter Dara und ihrem Song "Bangaranga"

Mit 516 Punkten und einem Sieg in beiden Wertungen hat die bulgarische Sängerin Dara den Eurovision Song Contest gewonnen. Ihr Song "Bangaranga" bedeutet auf Jamaikanisch "Aufruhr" - und genau das hat er beim ESC ausgelöst.
(mia/spot) |
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Dara hat den ESC 2026 gewonnen.
Dara hat den ESC 2026 gewonnen. © imago/Lehtikuva / Heikki Saukkomaa

Damit hatte kaum jemand gerechnet: Dara, 27 Jahre alt, aufgewachsen in der Hafenstadt Varna am Schwarzen Meer, war vor dem Finale des Eurovision Song Contests 2026 in Wien alles andere als eine heiße Favoritin. Und dann das: 516 Punkte, Platz eins sowohl beim Jury- als auch beim Televoting - der höchste Sieg, den Bulgarien je bei dem Wettbewerb erzielt hat. Es ist ein historischer Triumph: Das Land, das in der Vergangenheit mehrfach knapp an der Spitze vorbeigeschrammt war, holt damit erstmals den Sieg beim Eurovision Song Contest.

Eine Karriere zwischen Volksmusik und Popbühne

Hinter dem Künstlernamen Dara steckt Darina Nikolaeva Yotova - eine Frau, die in Bulgarien längst zum Establishment des Popbusiness gehört. An der Nationalen Kunstschule in Varna hat sie Volksgesang studiert, eine Ausbildung, die in ihren Augen bis heute in ihrer Musik steckt. Mit 16 erreichte sie das Finale der bulgarischen "X Factor"-Ausgabe, unterschrieb anschließend bei einem der größten Labels des Landes und hat seither kontinuierlich produziert. Mehr als 80 Millionen Streams und Aufrufe haben ihre Lieder und Videos bereits gesammelt, darunter die Nummer-eins-Single "Thunder". Auch als Coach bei "The Voice of Bulgaria" hat sie sich einen Namen gemacht.

Ihr jüngstes Album trägt den Titel "ADHDARA", der Name ist Programm. Erst im vergangenen Jahr wurde bei Dara ADHS diagnostiziert. Das Album, in dem sie sich dieser Diagnose stellt, beschreibt sie selbst als "erschreckend und befreiend zugleich". Es ist diese Offenheit, die auch "Bangaranga" durchzieht.

Ein Wort, das man fühlt, bevor man es versteht

"Bangaranga" klingt beim ersten Hören wie eine dieser Nonsens-Vokabeln, mit denen Eurovision-Geschichte geschrieben wurde - man denkt an "Diggi-Loo, Diggi-Ley" oder ähnliche Ohrwürmer ohne lexikalisches Fundament. Doch das Wort existiert tatsächlich: Im jamaikanischen Patois bedeutet es "Aufruhr", "Aufstand", "eine wunderschöne Art von Chaos". Laut Dara war genau das die Absicht: "Es hat diese rohe, phonetische Kraft, die Übersetzung umgeht - man fühlt es, bevor man es versteht", erklärte sie im Interview mit "The Independent". Und weiter: "Bangaranga ist etwas, das jeder in sich trägt. Es ist der Moment, in dem man sich entscheidet, mit Liebe statt mit Angst zu führen."

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Was das Publikum in Wien und vor den Fernsehgeräten weltweit vor allem im Gedächtnis behielt, war die Choreografie. Rasant, strange, präzise, mitreißend - und tief in der bulgarischen Kulturtradition verwurzelt. Der Auftritt orientierte sich an den sogenannten Kukeri: einem uralten bulgarischen Brauch, bei dem maskierte Männer in aufwendigen Kostümen aus Fell und Schellen zu Jahresbeginn durch Dörfer ziehen und mit Lärm böse Geister vertreiben sollen. Die Energie sei "überwältigend, beinahe erschreckend - und doch durch und durch freudig, gemeinschaftlich, lebendig", beschrieb Dara das Ritual. Genau diese Dualität wollte sie auf die ESC-Bühne bringen.

Auf die Frage, was "Bangaranga" in seinem Kern bedeutet, kommt Dara immer wieder auf dasselbe Bild zurück: Lärm, Feuer und Rhythmus als Kräfte des Guten. "Bangaranga ist ein Aufstand - aber ein fröhlicher. Eine Einladung, keine Bedrohung. Komm rein, ergib dich dem Licht, heute Nacht schläft niemand."

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