Eine Kopfnuss vom kleinen Elefanten

„Daktari“ ist an allem Schuld. Denn jetzt taucht der Schauspieler Adnan Maral gleich fünf mal ins Reich der wilden Tiere – auf Arte
| John Schneider
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Beim Besuch der „Elefanten in Sri Lanka“ trifft Adnan Maral den kleinen Namal: Der junge Dickhäuter verlor sein Bein in einer Falle.
Beim Besuch der „Elefanten in Sri Lanka“ trifft Adnan Maral den kleinen Namal: Der junge Dickhäuter verlor sein Bein in einer Falle.

 

Bekannt wurde er durch die Rolle des Metin in „Türkisch für Anfänger“. Doch Schauspieler Adnan Maral (45) kann viel mehr als den netten Mitbürger mit Migrationshintergrund zu geben. Das beweist der Wahl-Oberbayer – er lebt mit Frau und drei Kindern in der Nähe des Ammersees – in „Adnan unter wilden Tieren“. Leicht, witzig, informativ kommt der Fünfteiler über Tierschutzprojekte in fünf Ländern daher.

AZ: Warum begibt sich Adnan unter wilde Tiere?
ADNAN MARAL: Ich habe eine Leidenschaft für Tiere, bin mit „Daktari“ aufgewachsen.

Reicht da nicht ein Besuch in Hellabrunn?
Es ist etwas ganz anderes bei den wilden Tieren zu Besuch zu sein. Anfang der 90er Jahre habe ich Freunde in Simbabwe besucht. Damals habe ich zum ersten Mal „The big five“ (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard, Anm. der Red.) gesehen.

Wie wurde es konkret mit „Adnan unter wilden Tieren“?
Ich kannte die Producerin Martina Sprengel von einem „Terra X“-Dreh. Wir fanden uns sympathisch und haben dann so hin und her gesponnen wie wir weiter zusammen arbeiten könnten! Ich bin neugierig auf Menschen, Kulturen und Tiere. Und zusammen haben wir die Idee dann entwickelt.

Wie sah diese Idee denn aus?
Wir wollten Projekte besuchen, die versuchen, den großen Tieren zu helfen. Aber das nicht schwer rüberbringen, sondern traurige Themen mit Leichtigkeit angehen. Es geht ja nicht nur um die Tiere, sondern auch um die Menschen. Das wollten wir erreichen: Statt die eigene Sichtweise zu exportieren, wollen wir die Menschen dort verstehen.

Ein Beispiel?
Das Schimpansen-Projekt der Elfenbeinküste: Auch die meisten Kinder dort haben die Tiere nie gesehen, wissen nicht, was sie essen. Die Organisation, die wir dort besucht haben, klärt die Kinder auf, versucht Verständnis für die Schimpansen zu wecken. Das haben wir gefilmt. Oder Sri Lanka. Dass ein Elefant, der 200 Kilo am Tag frisst und 150 Liter in Konflikt mit den Bauern kommt, ist doch klar. Das Hilfsprojekt dort versucht, Korridore zu schaffen, in den sich die Elefanten bewegen können.

Wo war es besonders beeindruckend?
Namibia ist grandios. Das ist Afrika pur. Ganz andere Dimensionen. Als wir dort unterwegs waren und gefragt haben „Wo sind die Geparden?“, bekamen wir zur Antwort: „Bei meinem Nachbarn rechts abbiegen. Und dann noch zwei bis drei Stunden fahren.“

Ihr Team hat dort eine Trophäen-Präparation besucht. Seltsame Art, Tieren zu helfen, oder?
Aber auch Namibia ist ein Beispiel, wie es funktionieren kann. Zunächst stand ich der Trophäenjagd eher skeptisch gegenüber. Aber auch wenn es erst einmal nicht einleuchtet: Die Trophäenjäger tragen auf ihre Art zum Erhalt der Tiere bei. Die Bauern sind am Erhalt der Tier-Populationen interessiert, um sich diese Einnahmequelle zu sichern.

Und die Tierschützer helfen dabei?
Wissenschaftler helfen dort, die Standorte der Räuber zu lokalisieren, um die Kälber der Bauern zu schützen. So gibt es wieder 1500 Geparde in Namibia. Ein Erfolg.

Vom afrikanischen Dschungel bis zur mongolischen Steppe, stell’ ich mir anstrengend vor.
War’s auch. Wir haben von Ende 2012 bis Sommer 2013 gedreht. An der Elfenbeinküste hat mein Begleiter Tobias den Wagen plötzlich in den Dschungel gelenkt. Vom Camp dort bis zu den Schimpansen waren es noch einmal vier bis fünf Stunden durch den Dschungel. Da kam mir meine Kondition als Ex-Boxer zu Gute. Die anderen im Team haben vor Anstrengung gekotzt. Blasen hatte ich allerdings auch.

Gab’s denn auch gefährliche Momente?
In Sri Lanka ist plötzlich eine Elefantenkuh auf uns zugelaufen. Mit aufgestellten Ohren. Ein Warnzeichen. Mein Begleiter Brian Batstone hatte mich noch gewarnt: „Adnan, du musst aufpassen. Elefanten sind unberechenbar.“ Der Begleiter neben mir lud das Gewehr durch. Ein anderer war zur Salzsäule erstarrt, und ich hatte den fast unbeherrschbaren Impuls wegzulaufen. Doch dann drehte die Elefantenkuh ab. Es war nur eine Warnung: „Kommt mir bloß nicht zu nahe“.

Gibt’s denn eine Fortsetzung der Serie?
Ja, vielleicht. Wir drehen noch einmal fünf Folgen, aber nur dann, wenn es gut läuft. Auch ein Sender wie Arte muss auf die Quote achten.

Arte, 13. bis 17. Januar 2013, jeweils ab 19.30 Uhr

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren