Drei Männer und kein Baby

Richard Gutjahr: der Blogger schreibt jeden Freitag für die AZ über digitalen Lifestyle - diesmal über die Macht der Katzen im Internet
| Richard Gutjahr
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Richard Gutjahr: der Blogger schreibt jeden Freitag für die AZ über digitalen Lifestyle - das Leben mit dem Computer.
Petra Schramek Richard Gutjahr: der Blogger schreibt jeden Freitag für die AZ über digitalen Lifestyle - das Leben mit dem Computer.

Sitzen Sie? Heute muss ich Sie nämlich mit einer Nachricht konfrontieren, die Sie umhauen wird. Eine Enthüllung, größer noch als die Hitler-Tagebücher, die Barschel-Affäre und die Vermutung, dass steigende Benzinpreise vor Ferienbeginn im Zusammenhang mit der Raffgier von Ölkonzernen stehen könnten. Sind Sie bereit? Das Internet wird nicht regiert von Wissenschaftlern, vom Militär oder von US-Konzernen. Das Internet wird regiert von Katzen. Jawohl, Katzen.

Haben Sie sich mal gefragt, weshalb Katzenbilder weltweit zu den gefragtesten Objekten im Internet gehören? Weshalb Katzenvideos bei YouTube geschaut werden, wie „Wetten dass?“ zu seinen besten Zeiten? Dass ich, wann immer ich auch nur bei Facebook vorbeischaue, ungewollt irgendwelchem Flausch-Content ausgesetzt bin? Wieso ist das so?

Diese Woche war Weltkatzentag (nicht zu verwechseln mit dem Weltkatertag, der ist bei den meisten von uns am 1. Januar). Bald werden Katzen die Weltherrschaft an sich reißen. Bis es soweit ist, möchte ich aber verschont bleiben von all diesen klebrig süßen Kuschel-Wuschel-Bildern auf meinem Bildschirm. Nur wie?

Einer Gruppe junger Amerikaner könnte jetzt der Durchbruch gelungen sein. Mit der Software unbaby.me lassen sich Baby-Fotos im Internet durch beliebige andere Bilder ersetzen, zum Beispiel durch Abbildungen von Rennautos oder von gebratenem Speck.

Die drei New Yorker fühlten sich belästigt durch die ausufernde Flut an Baby-Fotos, die ihr Bekanntenkreis bei Facebook zur Schau stellte. Also programmierten sie ein kleines Zusatzprogramm für den Browser, das die unliebsamen Baby-Bilder noch beim Laden einer Seite erkennt und herausfiltert. 19<TH>000 Downloads binnen weniger Tage: Mit ihrem Gratis-Plugin haben die Männer offensichtlich einen Nerv getroffen.

Was mit Babies geht, klappt sicher auch mit Katzen. Noch sind die Baby-Testreihen nicht endgültig abgeschlossen, so dass man gefahrlos zu Katzen-Bildern übergehen kann. Aber die Programmierer sind zuversichtlich, dass auch diese letzte Hürde bald genommen werden kann. Ein Internet ohne aufgezwungene Baby- bzw. Katzenbilder! Welche Wohltat! Oder wie es ein Kommentator bei Twitter ausdrückte: Sie haben das Internet repariert.

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