Dietmar Bär: Deswegen hat ihn der Köln-"Tatort" extrem bewegt

Im Kölner "Tatort: Wie alle anderen auch" tauchen Ballauf und Schenk tief ein ins Obdachlosenmilieu. Schauspieler Dietmar Bär hat der Fall persönlich "extrem bewegt".
| (dr/spot)
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Dietmar Bär im neuesten Kölner "Tatort: Wie alle anderen auch"
Dietmar Bär im neuesten Kölner "Tatort: Wie alle anderen auch" © WDR/Martin Valentin Menke

Im neuesten Kölner "Tatort: Wie allen anderen auch" wird die Kölner Obdachlosenszene beleuchtet. Vor allem im Fokus: Frauen, die auf der Straße ums nackte Überleben kämpfen. Vergewaltigungen stehen nahezu an der Tagesordnung und die ständige Angst sind die Begleiter der gestrauchelten Existenzen. Für das Ermittlerteam Ballauf und Schenk keine einfache Aufgabe in diesem Milieu einen Mord aufzuklären. Für Klaus J. Behrendt (61) und Dietmar Bär (60) ist es nach "Platt gemacht" aus dem Jahr 2009 bereits der zweite Film, der das Thema auf die Tagesordnung hievt.

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Bereits damals habe ihm der Leiter einer Hilfseinrichtung erzählt, wie schwer es Betroffenen fällt, Hilfe anzunehmen, sagt Behrendt. Doch gerade in Zeiten der Pandemie sei es wichtig, den Menschen ohne festen Wohnsitz weiter Hilfe anzubieten, zum Beispiel im Winter mit den Kältebussen: "Es darf doch nicht sein, dass Menschen bei uns im Winter erfrieren müssen." Der Film würde aber auch die Angst vor dem sozialen Abstieg zeigen. "Steigende Miet- und Nebenkosten bringen viele gerade jetzt an die Grenzen dessen, was sie zahlen können", so Behrendt.

Wenn etwas schief gehe, sei die Wohnung weg und es bleibe manchen nur noch das Auto als Dach über dem Kopf, falls man überhaupt eines habe. Über diese Probleme zu sprechen sei in den Augen des Schauspielers ein Tabu, weil ansonsten auch die Arbeit weg sein könnte. Er wünscht sich, dass mit diesem Film der Blick darauf gelenkt wird, dass viele Menschen Angst haben, auf der Straße zu landen. Obdachlose Frauen seien zudem wesentlich schutzloser als Männer.

So denkt Dietmar Bär über den "Tatort: Wie alle anderen auch"

Schenk-Darsteller Dietmar Bär hat hingegen der fertige Film "extrem bewegt". Das passiere ihm nur ganz selten, da er ansonsten "eine professionell bedingte kritische Distanz" habe. Es sei eine "tragische und todtraurige Geschichte", die die beiden sehr erfahrenen Kriminalpolizisten auch in der Verbindung mit häuslicher Gewalt noch gar nicht so richtig im Fokus hatten. "Und ich habe das Gefühl, ihren beiden Darstellern ist es ziemlich ähnlich gegangen...", fügt Bär selbstkritisch hinzu.

Er hoffe sehr, dass "das geschätzte Publikum" etwas mitnehmen könne und sich das Bewusstsein für das Thema "Obdachlose Frauen" in der extrem belasteten Gesellschaft weiterentwickle. "Für solche Projekte bin ich jedenfalls immer gerne bereit, die Tradition der Behandlung sozialer Themen im Kölner 'Tatort' zu pflegen!", so Bär weiter.

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