Blinddarmdurchbruch: Hörerin rettet Moderator das Leben

Vom Radio-Studio auf den OP-Tisch: Weil es dem Journalisten Christian Stübinger (27) in seiner Morgensendung gar nicht gut geht, stellt ihm eine Zuhörerin eine Fern-Diagnose – und liegt richtig.
| Rosemarie Vielreicher
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Moderator Christian „Stübi“ Stübinger nach der OP.
Christian Stübi Stübinger/Facebook Moderator Christian „Stübi“ Stübinger nach der OP.

München - Er wacht mitten in der Nacht mit Bauchschmerzen auf. Seine Hände sind eiskalt, sein Puls rast, das Gesicht ist ganz blass. Trotz dieser Symptome schleppt sich der Moderator der Morgensendung von Energy Hamburg, Christian „Stübi“ Stübinger (27), am Dienstag um fünf Uhr morgens ins Radio-Studio.

Das ist im Nachhinein sein Glück: Denn als seine Co-Moderatorin Matze den Zuhörern erzählt, dass es „Stübi“ heute gar nicht gut gehe, ruft eine Hörerin namens Felek in der Live-Sendung an. Sie ist Krankenschwester. Der Moderator erzählt ihr genau von seinen Beschwerden und sie stellt die Fern-Diagnose: Es muss der Blinddarm sein – und sie liegt richtig.

Schon seit dem Wochenende plagen den jungen Mann aus Hamburg Bauchkrämpfe. Los geht es am Sonntag beim Sport. Rechts und links vom Bauchnabel. Stunden später tut es dann schon „höllisch weh“, wie er live im Radio erzählt. Er denkt erst an nichts Schlimmes. Aber es wird von Stunde zu Stunde schlimmer. Zu den Bauchkrämpfen kommen Pulsrasen, eiskalte Hände.

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Live-Diagnose im Radio - Show abgebrochen

 

Die Hörerin Felek tippt auf eine Blinddarmentzündung. Sie lässt den Moderator sogar noch eine Art Test während der Sendung machen – auf dem Studio-Boden und für alle Hörer mitverfolgbar.

Der Blinddarm-Test funktioniert so: Der Moderator soll sich am Boden auf den Rücken legen, das rechte Knie anwinkeln. Dann soll er auf den sogenannten „McBurney-Punkt“ am Bauch drücken. Dieser ist nach dem amerikanischen Chirurgen Charles McBurney benannt und liegt schräg rechts vom Bauchnabel. Stübinger soll tief einatmen und beim Ausatmen die Stelle am Bauch loslassen, weist ihn die Hörerin an. Tut es beim Loslassen weh, deutet das auf eine Blinddarmentzündung hin.

Und ja, Stübinger tut das so richtig weh. Er schnauft gequält, dann bricht er die Sendung ab. Noch vor acht Uhr fährt der 27-Jährige zum Arzt – der schickt ihn sofort ins Krankenhaus. Wenig später liegt er schon auf dem OP-Tisch. Die Hörerin hat ihn vor einem Blinddarmdurchbruch bewahrt.

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Erstes Essen nach knapp 30 Stunden

 

Gestern geht es Stübinger schon deutlich besser, wie er der AZ erzählt. Die Nacht auf Mittwoch sei zwar noch „etwas ungemütlich“ gewesen. Die OP-Wunde und der Unterbauch haben ihm noch weh getan. Nach 30 Stunden hat er dann gestern endlich wieder etwas zu essen bekommen – ab da geht es bergauf.

Seine Zuhörer – er moderiert die Sendung seit 2,5 Jahren – sind heilfroh über die sachkundige Anruferin: „Zum Glück hat das Mädel angerufen, man mag sich gar nicht ausmalen, was hätte passieren können“, schreibt ein Hörer bei Facebook. Und ein anderer: „Wofür so eine Radio-Fern-Diagnose doch gut ist!“

Der Moderator ist schon wieder guter Dinge, wie er via Facebook kommuniziert: „Live-Diagnose im Radio, Show abgebrochen, OP. Was ein Tag. Sende ab morgen vom Bett aus mit.“ Er werde sich zwar schonen, aber: „Radio ist meine Medizin.“ Heute Nachmittag darf er wahrscheinlich schon wieder heim.

 

Wenn Schmerzen auftreten - erste Symptome von Krankheiten

 

Plötzliche Schmerzen im Bauch, Kopfschmerzen oder Erbrechen – worauf Symptome hindeuten können:

Blinddarmentzündung
Bei einer Appendizitis erkrankt ein kleines Stück am Dickdarm. Erste Anzeichen sind Bauchschmerzen um den Bauchnabel herum. Mit der Zeit fühlt man vor allem Schmerzen im rechten Unterbauch. Dazu können Übelkeit, Erbrechen und Fieber kommen.

Magenschleimhautentzündung
Eine akute Gastritis äußert sich mit plötzlichen Magenschmerzen. Es drückt und zwickt im Oberbauch und unterhalb des Brustbeins. Die Schmerzen können in den Rücken ausstrahlen. Dazu kommen häufig Übelkeit, Aufstoßen und möglicherweise auch Erbrechen.

Kolik
Bei einer Nierenkolik treten heftige Schmerzen in der Nierengegend oder im Bauchraum auf. Sie können in die Leisten- und Genitalregion sowie in die Oberschenkel ausstrahlen. Die Anfälle werden häufig von Übelkeit, Erbrechen und Blähungen begleitet. Ursache ist meist ein Harnstein.
Es kann auch völlig unerwartet zu einer Gallenkolik kommen. Dabei treten für mindestens 15 Minuten starke Schmerzen im Oberbauch auf, die bis in die Schulter oder in den Rücken ausstrahlen können.

Herzinfarkt
Laut der Deutschen Herzstiftung sollte man bei folgenden Symptomen sofort einen Herzinfarkt in Betracht ziehen: Wenn heftige Schmerzen länger als fünf Minuten andauern und ausstrahlen, etwa in Arme, in den Rücken oder auch den Halsbereich. Der Schmerz kann sich auch wie ein Brennen anfühlen. Dazu kommt häufig ein Druck im Herzbereich sowie Übelkeit, Erbrechen und Atemnot.

Schlaganfall
Ein Schlaganfall kann sich zunächst mit starken Kopfschmerzen, Schwindel oder auch Sprach- und Sehstörungen äußern. Halbseitiges Taubheitsgefühl oder Lähmungen sind ebenfalls Anzeichen.

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