Bjarne Mädel in "Blackbird": Matthias Brandts Roman kommt ins TV
Der Fernsehfilm "Blackbird" erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, dessen Leben im Jahr 1979 aus den Fugen gerät. Bjarne Mädel (58) verkörpert in der deutschen Produktion die Hauptfigur im Erwachsenenalter. Das Erste zeigt den Film am Mittwoch, 30. September, um 20:15 Uhr. Der Film aus dem Jahr 2026 ist zudem in der ARD-Mediathek abrufbar.
Nach dem Roman von Matthias Brandt
Die Vorlage lieferte Matthias Brandt (64). Sein Debütroman "Blackbird" erschien im August 2019 bei Kiepenheuer & Witsch. Drei Jahre zuvor hatte Brandt mit "Raumpatrouille" bereits einen Band mit autobiografischen Erzählungen aus seiner Kindheit veröffentlicht.
Brandt kam am 7. Oktober 1961 in West-Berlin zur Welt und ist der jüngste Sohn des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt (1913-1992) und dessen zweiter Ehefrau Rut (1920-2006). Nach seinem Schauspielstudium in Hannover spielte Brandt an zahlreichen Bühnen; seit 1989 wirkte er in mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen mit. Bekannt wurde er einem breiten Publikum als Münchner Kommissar Hanns von Meuffels, den er von 2011 bis 2018 im "Polizeiruf 110" verkörperte.
Für seine Rollen erhielt er unter anderem mehrere Grimme-Preise, einen Bambi und den Deutschen Fernsehpreis. Als Autor ist er weiterhin aktiv: Im März 2026 erschien sein Buch "Nein sagen", in dem er sich mit dem Widerstand vom 20. Juli 1944 und dem politischen Engagement seiner Eltern auseinandersetzt.
"Blackbird" - Rückblick vom Sprungturm
Ausgangspunkt der Filmhandlung in "Blackbird" ist ein geschäftlicher Auftrag: Morten Schumacher (Mädel) soll den Zehnmeterturm eines verfallenen Freibads abreißen. Für ihn ist das kein gewöhnlicher Job, denn mit diesem Ort verbindet er die Erinnerungen an jenen Sommer und Herbst im Jahr 1979, die sein Leben nachhaltig geprägt haben. Von dort aus blendet der Film zurück zum 15-jährigen Morten, von allen Motte genannt.
Der Sprungturm ist für Morten (Timothy Scannell, geb. 2007) damals ein Rückzugsort, an dem er Abstand zu seinen Problemen sucht. Im Zentrum steht die Erkrankung seines engsten Freundes Bogi (Albert Lichtenstern, geb. 2005). Nachdem bei ihm ein Non-Hodgkin-Lymphom festgestellt wird, muss er ins Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr. Motte reagiert mit Wut darüber, dass gemeinsame Pläne plötzlich platzen, und fühlt sich zugleich schuldig, weil er den Freund kaum besucht. Die beiden anderen aus der Clique, Jan (Juri Winkler, 22) und Walki (Claude Heinrich, 20), kommen mit der Lage deutlich besser zurecht.
Parallel zerbricht die Ehe seiner Eltern, gespielt von Aenne Schwarz (43) und Sebastian Freigang (1977). Der Vater bereitet den Auszug vor und ist bereits mit einer anderen Frau zusammen. Dazu kommt die erste große Verliebtheit: Motte schwärmt für Jaqueline Schmiedebach (Nelly Hoffmann, geb. 2007) und schreibt ihr einen Liebesbrief.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem Steffi (Holle Kirck), eine Schornsteinfegerin und ehemalige Mitschülerin. Sie hat Gefühle für Motte, die er zunächst nicht erkennt. Trotzdem merkt er, wie sehr sie zu seinem Leben gehört. Zwischen erster Liebe, Eifersucht, Freundschaft und familiären Problemen versucht der junge Motte, seinen Platz im Leben zu finden.
Der Film folgt den Ereignissen überwiegend aus der Perspektive des jungen Motte. Die Rahmenhandlung um den erwachsenen Morten schlägt dabei den Bogen zwischen dem Herbst 1979 und der Gegenwart. Inszeniert wurde "Blackbird" von Max Zähle nach einem Drehbuch von David Ungureit, die Kamera führte Frank Küpper.
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