Aus nach 46 Jahren: ZDF stellt "Ein Fall für zwei" ein

Das ZDF verabschiedet sich von einem seiner ältesten Freitagskrimis: "Ein Fall für zwei" wird nach 46 Jahren eingestellt. Eine letzte Staffel und ein Abschlussfilm sind aber noch geplant.
von  (jom/spot)
Benni Hornberg (Antoine Monot, Jr., li.) und Leo Oswald (Wanja Mues) in "Ein Fall für zwei".
Benni Hornberg (Antoine Monot, Jr., li.) und Leo Oswald (Wanja Mues) in "Ein Fall für zwei". © ZDF / Daniel Dornhöfer.

Das ZDF zieht einen Schlussstrich unter einen seiner ältesten Freitagskrimis: "Ein Fall für zwei" wird nach 46 Jahren eingestellt. Die letzte Staffel mit vier Episoden läuft im kommenden Jahr, danach soll ein 90-minütiger Spielfilm die Reihe abrunden, der 2027 gedreht wird. Das teilte der Mainzer Sender auf Anfrage der Nachrichtenagentur spot on news mit.

Die Serie habe den ZDF-Freitagskrimi über mehr als vier Jahrzehnte geprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet, heißt es in dem Statement. Umso schwerer sei nach reiflicher Überlegung die Entscheidung gefallen, die Reihe zu beenden. Der Dank des Senders gilt dem gesamten Team sowie den Hauptdarstellern Antoine Monot, Wanja Mues und Bettina Zimmermann für ihre langjährige Arbeit.

In der Buddy-Serie verkörpert Mues den Privatdetektiv Leo Oswald, Monot den Rechtsanwalt Benjamin "Benni" Hornberg. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein, und doch verbindet sie eine enge Freundschaft. Oswald ermittelt im Auftrag des Anwalts, ihre Ergebnisse bringen Staatsanwältin Claudia Strauss (Bettina Zimmermann) regelmäßig zum Staunen. Dieses Team ist seit 2014 im Einsatz. Nach der kommenden zwölften folgt im nächsten Jahr die dreizehnte Staffel und später der Film.

Vier Fälle vor dem Finale

Die zwölfte Staffel bringt ab September vier neue Folgen, die das ZDF laut eigener Ankündigung vorab auch im Streaming-Portal zeigt. Den Auftakt macht "Millionär für eine Nacht", in dem ein Geschäftsmann nach einer eskalierten Limousinenfahrt mit der Tatwaffe in der Hand erwacht. In "Drei Mütter" soll eine Frau ihre eigene Schwester erschlagen haben, während ein Sorgerechtsstreit die Ermittlungen überschattet.

"Größenwahn" führt Oswald und Hornberg zu einem toten Motivationscoach, der beim Klettern im Taunus ums Leben kam und zahlreiche Feinde hinterließ. Und in "Dunkle Schatten" gerät eine Frau unter Verdacht, ihren Mann getötet zu haben, hinter dessen Fassade ein lange gehütetes Geheimnis steckt.

Ihren Anfang nahm die Reihe am 11. September 1981. In der Folge "Die große Schwester" war Josef Matula (Claus Theo Gärtner) zunächst als Frankfurter Polizeibeamter zu sehen, der vor Gericht auf seinen künftigen Partner, Rechtsanwalt Dieter Renz (Günter Strack), traf. Matula wurde rasch zur prägenden Figur der Serie. Sein markantes Gesicht und die raue Stimme machten ihn unverwechselbar.

Während die Anwälte an seiner Seite immer wieder wechselten, blieb Gärtner mehr als drei Jahrzehnte. Nach 300 Folgen verabschiedete er sich 2013, womit eine ganze Ära zu Ende ging. Ein Jahr später belebte das ZDF das Format neu und sprach trotz gleichen Titels von einer vollkommen neuen Serie.

Der ZDF-Freitagskrimi selbst überlebt das Aus. Das Genre will der Sender künftig mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate fortführen. "So wurde mit 'Mordufer' das bislang vorherrschend urbane Krimiangebot bereits um eine landschaftlich geprägte Facette erweitert", erklärte das ZDF.

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