ARD zeigt Doku „Der große Steuerbetrug“

Die Doku „Der große Steuerbetrug“ folgt dem Mann, der Schweizer Daten verkaufte.
| Eric Leimann/tsch
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Lutz Otte klaute Daten von Steuersündern.
WDR Lutz Otte klaute Daten von Steuersündern.

Selten hatte die Entscheidung eines kleinen Rädchens im wirtschaftlich-politischen Komplex einen solch großen Effekt: Als IT-Techniker Lutz Otte, damals Angestellter bei einer Schweizer Bank, beschloss, die Daten zahlreicher Steuersünder aus seinem Unternehmen mitzunehmen und sie an den deutschen Fiskus zu verkaufen, kam ein Erdrutsch in Gang. Viele Reiche, die ihre zu verschleiernden Geldflüsse vom Schweizer Bankgeheimnis sicher verwahrt glaubten, gerieten in Panik und unter Anklage.

Das freute den kleinen Mann und das Gerechtigkeitsempfinden ohnehin. Doch darf der deutsche Staat einem Dieb Geld dafür bezahlen, um an Informationen heranzukommen? Oder ist Lutz Otte ein Held, ein „Whistleblower“ der Steuersünde? John Kantara stellt „den Verräter“ in den Mittelpunkt seines Films „Der große Steuerbetrug“.

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„Die Erlebnisse des Whistleblowers Lutz Otte“ ist Kantaras Doku untertitelt. Man kann Otte, ein Deutscher, der in der Schweiz arbeitete, mit jenem Dominostein vergleichen, der am Anfang einer Kette steht.

Das ganze „Geschäftsmodell Schweiz“ steht seitdem auf dem Prüfstand. Die internationale Staatengemeinschaft, Wirtschaft und Politik, diskutieren darüber. Otte tauschte einen Datensatz von 2.700 Konten gegen eine stattliche Stange Geld. Dem deutschen Staat hat dieser Handel eine Menge Geld eingebracht. Viele Steuersünder mussten sich offenbaren und entsprechend zahlen. In der Schweiz aber wurde Otte für seine Tat verhaftet und zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch damit ist seine Geschichte nicht zu Ende.

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Otte weiß zu viel über die Geschäftspraktiken der Banken. Der angeblich neuen, „sauberen“ Geldpolitik eidgenössischer Geldinstitute misstraut er zutiefst. Mittlerweile ist Steuerbetrug zum Lebensthema von Otte geworden. Dokumentarfilmer John Kantara hat mit Otte Schauplätze der Finanzwelt besucht – in der Schweiz, Deutschland und Luxemburg. Neben dem früheren Bundesfinanzminister Peer Steinbrück äußert sich auch Norbert Walter-Borjans, der heutige Finanzminister Nordrhein-Westfalens, zum umstrittenen Datendeal.

ARD, Montag, 22.45 Uhr

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