Anderwelt-Finale für Rosalie Thomass?

Im vierten Film der "Wäldern"-Reihe, "Das reine Herz", läuft der Kampf von Lara Glanz (Rosalie Thomass) gegen die Kräfte der Anderwelt auf ein Finale hinaus. Till Franzens ("Weinberg") Mystery-Reihe bedient sich bei bekannten Klischees, die er in eine düstere deutsche Provinz-Atmosphäre verlagert.
von  Eric Leimann
Im vierten "Wäldern"-Film entdecken Lara (Rosalie Thomass) und Polizist Joris ( Max Bretschneider) neue Geheimnisse, aber auch Antworten im dunklen Provinzstädtchen des Bergischen Landes, das der ARD-Reihe ihren Namen gibt.
Im vierten "Wäldern"-Film entdecken Lara (Rosalie Thomass) und Polizist Joris ( Max Bretschneider) neue Geheimnisse, aber auch Antworten im dunklen Provinzstädtchen des Bergischen Landes, das der ARD-Reihe ihren Namen gibt. © © WDR/Flare Film/Guido Engels

Vorsicht, der ARD-Mittwochsfilm "Wäldern - Das reine Herz" ist ohne Ansicht der drei "Wäldern"-Vorläufererzählungen nicht zu verstehen. Die beiden Erstlinge von 2024 sowie den am vergangenen Mittwoch im linearen Fernsehen gezeigten dritten Teil findet man seit 4. November in der ARD-Mediathek. Worum geht es? Musiklehrerin Lara Glanz (Rosalie Thomass) sucht im Provinzstädtchen Wäldern, gelegen im Bergischen Land, nach ihrer verschwundenen Nichte. Dabei ist sie mit Schwester Greta (Narges Rashidi), Heilerin Dorothea (Sabine Vitua) und dem betagten Professor Rudolf (Peter Franke) auf eine "Anderwelt" gestoßen, die nach eigenen Regeln funktioniert - und von bösen Mächten bestimmt wird.

In Film vier bezieht Wanda Schill (Bibiana Beglau), eine Wiedergängerin aus der Anderwelt, das Haus von Laras Großeltern und verhindert damit, dass die Schwestern ihre Posten als Türhüterinnen antreten können. Gemeinsam mit einer jungen Frau (Magdalena Laubisch), die von Visionen über Schill heimgesucht wird und deshalb nach Wäldern gekommen ist, versuchen Lara und ihre Mitstreiter herauszufinden, welchen Plan "Hausbesetzerin" Schill verfolgt. Nachdem die bisherigen drei "Wäldern"-Filme jeweils mit vielen offenen Fäden nach 90 Minuten endeten, hoffen Fans der Geschichte nun auf Antworten. Ob man sie bekommen wird?

Bibiana Beglau und Magdalena Laubisch als Gaststars

Mit "Wäldern" gehen der WDR und die Macher Martin Simons (Buch) sowie Till Franzen (Buch und Regie) einen Weg, der dem Serientrend der letzten Jahre entgegenläuft. Wo früher ein TV-Mehrteiler aus zwei bis vier Spielfilmen von je 90 Minuten bestand, setzt man heute meist auf eine Miniserie mit kürzeren Episoden. Stärken und Schwächen der Filme sind zwischen 2024 und 2026 im Wesentlichen gleich geblieben: Das Ensemble ist stark besetzt und wird im vierten 90-Minüter mit Bibiana Beglau und Magdalena Laubisch ("Die Nichte des Polizisten") noch mal deutlich verstärkt. Auch die düstere Provinzatmosphäre der Filme überzeugt. Leider bremsen stumpfe Gruselklischees und mangelnde Originalität der Geschichte das Ganze aus.

Wäldern - Das reine Herz - Mi. 18.11. - ARD: 20.15 Uhr

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