Wer stoppt Contador?

Bei der am Samstag startenden Tour de France gibt es sechs große Favoriten. Der Titelverteidiger hat mit einem Bollwerk im eigenen Team zu kämpfen. Was kann, was will Armstrong noch?
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Er ist der Favorit der am Samstag in Monaco beginnenden Tour de France: Alberto Contador.
AP Er ist der Favorit der am Samstag in Monaco beginnenden Tour de France: Alberto Contador.

Bei der am Samstag startenden Tour de France gibt es sechs große Favoriten. Der Titelverteidiger hat mit einem Bollwerk im eigenen Team zu kämpfen. Was kann, was will Armstrong noch?

MÜNCHEN Mindestens sechs Fahrer haben Chancen, die Tour de France zu gewinnen, die am Samstag in Monaco startet. Kandidaten-Check.

Alberto Contador (26/Spanien/Astana/3. Teilnahme): Dem Sieger von 2007 schreibt nicht nur Eddy Merckx die größten Chancen auf den Gesamtsieg 2009 zu. Die größte Unbekannte für den Topfavoriten Contador, der in dieser Saison bereits die Algarve- und die Baskenland-Rundfahrt gewann, wird die tatsächliche Rollen-Verteilung in seinem Astana-Team sein. Sein Team-Kollege Lance Armstrong, mit dem Contador 2009 die angestrebte Tour-Kooperation in der Praxis auf lediglich 160 Kilometer testen konnte, könnte sich als hinderliches Bollwerk herausstellen. Der neue spanische Meister im Kampf gegen die Uhr ist im Hochgebirge nahezu unschlagbar und hat sich im Zeitfahren enorm verbessert.

Cadel Evans (32/Australien/Silence Lotto, 5. Teilnahme): Der zweifache Mountainbike-Weltcup-Gewinner hat Mühe, sich vom Nimbus des „Ewigen Zweiten“ zu befreien. 2007 musste er Contador vorlassen, im Vorjahr dessen Landsmann Carlos Sastre. Bei der Dauphiné Libéré zeigte er sich zum großen Kämpfer gewandelt. Aber auch das nützte dem Australier, der in dieser Saison zwei Siege verbuchte, wenig: Auch bei der Tour-Generalprobe reichte es in den französischen Alpen wie im Vorjahr wieder nur zum zweiten Rang.

Lance Armstrong (37, USA, Astana, 12. Teilnahme): Der siebenmalige Toursieger, der vier Jahre nach seinem Rücktritt wieder Kurs auf die Champs Elysées nimmt, ist das große Fragezeichen der Tour 2009. Was will, was kann er wirklich? Seine Leistungen beim Giro – Rang 12. in der Endabrechnung – waren gemessen an dreieinhalb Jahren Rennpause und einem knapp zurückliegenden Schlüsselbeinbruch aller Ehren wert.

1999 bei seinem ersten Toursieg hatte er Spuren des Blut-Doping-Mittels EPO im Urin – das hatte eine nachträgliche Untersuchung der eingefrorenen Proben 2005 zu Tage gefördert. Sanktionen blieben aus formellen Gründen aus.

Carlos Sastre (34/Spanien/Cervélo Testteam/9. Teilnahme): Der zurückhaltende Spanier arbeitete sich vom Helfer in die Topränge vor und gewann im Vorjahr beim CSC-Team überraschend die Tour. Beim Giro zeigte er eine starke Form und gewann zwei Etappen. Arbeitete im Team Once jahrelang unter Sportchef Manolo Saiz, der als Fuentes-Kunde inflagranti erwischt wurde.

Denis Mentschow (31/Russland/Rabobank/9. Teilnahme): Der Russe fuhr als Gesamtsieger einen bärenstarken Giro und kann zudem auf zwei zurückliegende Vuelta-Siege verweisen. Starker Zeitfahrer und solider Kletterer. Er steht unter Verdacht, Kunde der Wiener Blutbank Humanplasma gewesen zu sein.

Roman Kreuziger (23/Tschechien/Liquigas/2. Teilnahme): Profitiert im Team sicher davon, dass Ivan Basso wahrscheinlich erst im kommenden Jahr zur Tour zurückkehren wird. Bewies sein Allrounder-Talent mit seinem Erfolg bei der diesjährigen Tour de Romandie. Sein Stern ging im Vorjahr mit dem Gewinn der Tour de Suisse auf.

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