Weltrekord mit Eisbeutel

Birgit Kober gewinnt Gold mit dem Speer bei der Behinderten–WM – trotz Ohrenschmerzen
| jga
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LYON Nicht, dass die Goldmedaille für Birgit Kober bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Behinderten Sportler in Lyon eine große Überraschung wäre. Die Münchnerin deklassiert ihre Konkurrenz bei Wettkämpfen meist um mehrere Meter. Dass Kober am Dienstagabend ihren Speer allerdings 27,45 Meter weit werfen würde, war dann doch erstaunlich – schließlich lag sie am Tag davor noch mit einer entzündeten Ohrspeicheldrüse im Hotelbett.


Aber Kober, seit einem Behandlungsfehler im Krankenhaus im Rollstuhl, ist eben eine unaufhaltsame Kämpfernatur. Mit einem Eisbeutel in der Hand kühlte sie während dem Wettkampf das immer noch entzündete Ohr – um zwischendrin mal eben ihren eigenen Weltrekord zu verbessern.


Stolz präsentierte sie am Mittwochmorgen dann ihre neueste Goldmedaille ihren Fans auf Facebook, „ich bin überglücklich, dass mein Wettkampf gestern so grandios gelaufen ist”, schrieb Kober.
Bei den Paralympics 2012 in London hatte Kober zweimal Gold gewonnen, mit dem Speer und mit der Kugel. Mittlerweile wird die charismatische Rednerin regelmäßig in TV-Shows eingeladen und für Vorträge gebucht, die AZ-Leser wählten sie zu Münchens Sportlerin des Jahres 2012.


Am Freitagmorgen könnte der nächste Triumph folgen: Um neun Uhr tritt die 42-Jährige beim Kugelstoßen an. Und die Chancen stehen richtig gut, dass sie weiteres Edelmetall zurück in ihre Wohnung nach Neuperlach bringt. In ihrem Trophäenschrank wird es langsam eng.

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