Vom Rennen auf die Straße: Diese Hersteller machen besondere Technologie in E-Autos nutzbar

Der Motorsport in der Formel E hilft den Herstellern Porsche und Opel bei ihrer Technologieentwicklung für Alltagsautos. Die Rennserie soll dazu beitragen, den potenziellen Kunden die "Lade-Angst" zu nehmen.
Dietmar Gessner |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Die Zukunft der Formel E heißt Gen4: Die neuen Autos drehen im französischen Le Castellet ihre Premiere-Runden. Sie stehen für Straßenautos Vorbild in Sachen Technologien.
IMAGO/PsnewZ 3 Die Zukunft der Formel E heißt Gen4: Die neuen Autos drehen im französischen Le Castellet ihre Premiere-Runden. Sie stehen für Straßenautos Vorbild in Sachen Technologien.
Porsche will der "Lade-Angst" durch schnellere Ladetechnologie entgegenwirken.
Johannes Neudecker/dpa 3 Porsche will der "Lade-Angst" durch schnellere Ladetechnologie entgegenwirken.
Porsche sieht die Elektrifizierung als "Teil der Firmenstrategie".
Jan Woitas/dpa 3 Porsche sieht die Elektrifizierung als "Teil der Firmenstrategie".

In dieser Woche präsentierte die Formel E auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet erstmals ihre neuen Renn-Boliden für die kommende Saison. Zum Beispiel von Porsche und Jaguar. Auch Neuling Opel war dabei. Polierte PS-Geschosse standen in der Boxengasse Seite an Seite mit einer edlen Parade voller mediterraner Köstlichkeiten. Flotte Musik. Aufbruchstimmung.

Keine Sonderzahlungen für Porsche-Mitarbeiter

Aber als dann die beeindruckenden Test-Runden gedreht, das Buffet geplündert war, da ging vom deutschen Sportwagen-Giganten Porsche folgende Meldung raus: "Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben."

Das ist ein harter Schlag für die Mitarbeiter. Boni waren bislang üblich. Für 2023 waren es üppige 9.690 Euro, für 2024 immerhin noch 5.250 Euro. Nun eine Nullrunde.

Verkaufszahlen sinken, Elektrifizierung "Teil der Firmenstrategie"

Porsche spart. Muss sparen. Die Anzahl der verkauften Stuttgarter Sportwagen sinkt: zuletzt von über 310.000 im Jahr 2024 auf knapp 280.000 in 2025. Porsches neue CEO Michael Leiters regiert daher auch per Rotstift.

Porsche sieht die Elektrifizierung als "Teil der Firmenstrategie".
Porsche sieht die Elektrifizierung als "Teil der Firmenstrategie". © Jan Woitas/dpa

Doch die Formel E spart sich Porsche nicht. Warum?

"Die Elektrifizierung ist Teil der Firmenstrategie, und wir lernen durch den Sport - der ebenso die DNA ausmacht - stetig für die Straße hinzu", sagt Porsches Motorsportchef Thomas Laudenbach, der auch bei der Präsentation an der Rennstrecke von Paul Ricard vor Ort war.

Porsche setzt auf Technologietransfer zum Alltag

Denn Porsche setzt - wie auch die anderen in der Formel E aktiven Automobilkonzerne - auf das, was in der Szene "race to road" genannt wird - von der Strecke auf die Straße. "Hier in der Formel E werden die auch für Straßenfahrzeuge wichtigen Technologien entwickelt und vorangetrieben", sagt Florian Modlinger, Porsches Gesamt-Projektleiter Formel E.

Und zwar vom schnellen Laden bis zum Bremsen und dem Managen von Energie. Was in der Formel E entwickelt wird, das soll auch die E-Autos für den Straßenverkehr besser und nachgefragter machen. Nicht nur im Edel-Segment. Auch bei einem Volumen-Hersteller wie Opel. Die Rüsselsheimer steigen ab der kommenden Saison auch in die Formel E ein - und lassen sich das Engagement für die nächsten vier Jahre über 120 Millionen Euro kosten.

Opel steigt in Formel E ein, Porsche begegnet "Lade-Angst"

Warum? Weil auch Opel darauf setzt, dass E-Autos die Zukunft sind. "Meine Tochter hat nun auch den Führerschein, sie will nur E-Autos fahren", sagt Opels CEO Florian Huettl. Darum geht es: die nachfolgenden Generationen vom Verbrenner ins E-Auto zu bekommen.

Porsche will der "Lade-Angst" durch schnellere Ladetechnologie entgegenwirken.
Porsche will der "Lade-Angst" durch schnellere Ladetechnologie entgegenwirken. © Johannes Neudecker/dpa

Ein ganz zentraler Punkt: das Laden. Die berühmte "Lade-Angst" ist für viele immer noch ein Hemmnis. Hier hat der Technologietransfer von der Formel E in den Alltag schon klare Verbesserungen erwirkt. Beispiel: Buchse und Stecker von Porsches Formel-E-Boliden und den elektrischen Porsche-Sportwagen gleichen einander. In der Formel E lädt Porsche mit 600 kW Ladeleistung binnen 30 Sekunden zehn Prozent Energie nach. Porsche wirbt damit, dass deshalb nun auch der Cayenne Electric in weniger als 16 Minuten seine Batterie von zehn auf 80 Prozent aufladen kann.

Mehr Energie-Rückgewinnung durch optimierte Bremsen

Auch helfen Formel-E-Tüftler, die Bremsen für Porsches E-Autos zu verbessern. Im klassischen Alltagsverkehr erfolgen daher nun etwa 97 Prozent aller Bremsvorgänge rein elektrisch, die mechanische Radbremse muss nahezu nicht unterstützt werden. Ohne zu technisch zu werden: Ein zentrales Element in der E-Technologie ist die Energie-Rückgewinnung, die sogenannte Rekuperationsleistung.

Das deckt den Großteil der Bremsmanöver ab.

Insgesamt soll E-Auto-Akzeptanz gesteigert werden

Schneller laden, Energie gewinnen und Energie sparen – all das ist elementar für das Steigern der Akzeptanz der E-Mobilität. Und so sind die Rennstrecken der Formel E auch die Teststrecken für das Optimieren der Straßenfahrzeuge.

In der Formel E starten deshalb Automobil-Marken wie Porsche, Jaguar, Citröen, Cupra und Opel. Alle WOLLEN siegen. Aber alle MÜSSEN Autos verkaufen. E-Autos.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.