Türkgücüs Mission: Mit aller Macht ins Rampenlicht

Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München sorgt mit seiner Klage für Ärger. Dabei ist der Klub auch so spannend.
| Krischan Kaufmann
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
2  Kommentare Artikel empfehlen
Türkgücüs Präsident und gleichzeitig auch der wichtigste Geldgeber: Hasan Kivran.
Türkgücüs Präsident und gleichzeitig auch der wichtigste Geldgeber: Hasan Kivran. © imago images / Krieger

München - Eins muss man Hasan Kivran lassen: Der Türkgücü-Präsident weiß, wie man Aufmerksamkeit erzeugt. Noch vor dem ersten Spieltag hat es der Drittliga-Aufsteiger dank seiner einstweiligen Verfügung, mit der sich die Münchner in die erste Runde des DFB-Pokals einklagen wollen, geschafft, in Fußball-Deutschland zum Gesprächsthema Nummer eins zu werden.

Beinahe täglich liefern die an dieser Pokal-Posse beteiligten Vereine - Türkgücü, FC Schweinfurt 05 und Schalke 04 - sowie die Verantwortlichen des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) weitere Schlagzeilen. Zuletzt behauptete Kivran in der "Welt", er habe nur deshalb gegen die Cup-Partie der Schweinfurter auf Schalke geklagt, weil die Unterfranken ihrerseits einen Wortbruch begangen hätten.

Sorgte ein Wortbruch für Türkgücüs Klage?

Hintergrund des Zwists war der Plan des BFV, Türkgücü als Tabellenführer der wegen der Corona-Krise unterbrochenen Regionalliga als Aufsteiger für die 3. Liga zu melden. Schweinfurt hätte als Zweitplatzierter dafür am DFB-Pokal teilnehmen dürfen. Kivran bestätigte, dass er diesem Kompromiss noch Ende Juli bei einem Treffen mit BFV-Präsident Rainer Koch zugestimmt habe.

Dann aber habe Schweinfurt gegen die Türkgücü-Lizenz für die 3. Liga vorgehen wollen, sagte Kivran. "Für uns gab es fortan keine Veranlassung mehr, uns an überholte Absprachen zu halten." Die Verhandlung über den Widerspruch des BFV vor dem Münchner Landgericht wurde am Dienstag auf den 28. September angesetzt.

Ein durchaus spannendes Projekt wäre Türkgücü aber auch ohne den Pokal-Zoff. Denn der von Migranten gegründete Verein, einst Startpunkt der Deutschland-Karriere von Ex-Nationalspieler Cacau, war zuletzt eine ziemliche Erfolgsgeschichte. 2018 kickte Türkgücü noch in der Landesliga, stieg dann dreimal nacheinander auf.

Türkgücü einmal mehr mit komplettem Umbruch

Dabei folgte der vom Unternehmer Kivran alimentierte Klub stets demselben Muster: Nach jedem Aufstieg wurde die Mannschaft nahezu komplett ausgetauscht, auch für die Trainer bedeutete Erfolg keine Jobgarantie. Das erfuhr zuletzt Rainer Maurer, der durch Alexander Schmidt ersetzt wurde.

26 neue Spieler wurden unter Vertrag genommen. Darunter Drittliga-Prominenz wie die Uerdinger Tom Boere und René Vollath oder Aaron Berzel von Lokalrivale 1860. "Unser Saisonziel ist es, nicht abzusteigen und sich in der 3. Liga zu etablieren", sagte Max Kothny, Student und mit 23 Jahren jüngster Geschäftsführer der Liga.

Taktieren können sie bei Türkgücü. Als man lange ohne Heimspielstätte dastand, drohte man offen mit dem Umzug nach Nordrhein-Westfalen. Auch so ein Aufreger.

Türkgücü gegen Schalke im Olympiastadion?

Nun wird man wohl zwischen dem Stadion an der Grünwalder Straße und dem Olympiastadion pendeln, sogar die Arena in Würzburg wurde als Spielort gemeldet. Wo sie dann in einem möglichen Pokal-Spiel die Schalker empfangen, wird sich noch klären. Kivran schwebt die große Bühne des Olympiastadion vor.

Zum Saison-Auftakt am Samstag (14 Uhr/Magenta Sport) müssen sie sich mit dem Grünwalder Stadion begnügen. In dieser Partie sind sie nicht die Hausherren, sondern die Bayern-Amateure. Ein Derby, noch dazu gegen den Meister. Mal sehen, ob Türkgücü dann auch sportlich für Schlagzeilen sorgen kann.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 2  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
2 Kommentare
Artikel kommentieren