Menschenschmuggel-Vorwürfe: Türkgücü München wehrt sich

Wurden mit Hilfe von Einladungen türkische Bürger illegal nach Deutschland geschleust? Der Münchner Fußball-Klub Türkgücü wehrt sich.
| kk
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
2  Kommentare Artikel empfehlen
Türkgücü München distanziert sich von Menschenschmuggel-Vorwürfen.
Türkgücü München distanziert sich von Menschenschmuggel-Vorwürfen. © IMAGO / Fotostand

München – Türkgücü kommt einfach nicht zur Ruhe. Der Münchner Drittliga-Aufsteiger sieht sich aktuell mit einer Affäre konfrontiert, die den Ruf des ersten von Migranten gegründeten Vereins im deutschen Profi-Fußball weit über die Branche hinaus massiv beschädigen könnte.

Dabei geht es um nichts weniger als den Vorwurf, an Menschenschmuggel von der Türkei nach Deutschland beteiligt zu sein. Mit Hilfe von Lokalpolitikern der Regierungspartei AKP sollen türkische Staatsbürger aus dem ländlichen Anatolien nach Deutschland geschleust worden sein. Angeblich sind es bislang rund 3.000 Menschen, die dann nach ihrer Einreise hierzulande untergetaucht sein sollen.

Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt bereits

Möglich machen dies sogenannte Graue Dienstpässe, die eigentlich für türkische Beamte gedacht sind. Lokalpolitiker erkannten darin jedoch ein überaus lohnendes Geschäft und verkauften diese Pässe, die visafreies Reisen garantieren, für mehrere tausend Euro das Stück.

Zusätzlich brauchte es dazu noch ein Einladungsschreiben aus Deutschland, etwa zu einem Umwelt-Workshop für kommunale Beschäftigte oder zu einem Kulturaustausch. Die Veranstaltungen gab es in Wirklichkeit aber nicht. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt bereits gegen einen dort ansässigen türkischstämmigen Geschäftsmann, der diese Fake-Einladungen eingefädelt haben soll.

Türkgücü prüft juristische Schritte

Und genau hier kommt Türkgücü ins Spiel, denn auch die Münchner sollen laut türkischen Medien solche Einladungen verschickt haben. Das wäre ein Skandal – der nun bereits die bayerische Politik erreicht hat.

Cemal Bozoglu, Landtagsabgeordneter der Grünen, hat laut "SZ" eine Anfrage an die bayerische Staatsregierung gestellt, welche Informationen sie zu 37 Personen hat, die angeblich auf Einladung von Türkgücü nach Deutschland gekommen sind. Die Antwort steht noch aus.

Der Verein hat dagegen sofort reagiert: "Türkgücü distanziert sich von jeglichen Vorwürfen dieser Art. Der Verein hat weder im Jahr 2020 noch in den Jahren zuvor oder danach derartige Einladungen in die Türkei verschickt. Es existieren zudem keine Kooperationen zwischen Türkgücü München mit Vereinen oder Projekten aus der Türkei", schreiben die Münchner in einer offiziellen Stellungnahme und kündigen an: "Der Verein geht dem Sachverhalt aktuell auf den Grund und prüft juristische Schritte."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 2  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
2 Kommentare
Artikel kommentieren