Zwischen Maisfeldern: TSV 1860 startet Trainingslager fast vor Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Andrang bei der ersten Trainingseinheit des TSV 1860 im Trainingslager am Rande des Kurorts Bad Füssing war überschaubar. Nur drei Fans, eine Handvoll Vereinsmitglieder des DJK Hartkirchen und die AZ waren vor Ort, als der Mannschaftsbus am Mittwochnachmittag am Sportplatz ankam. Sechzig drohte ein Geistertraining.
TSV 1860 bereitet sich am Rande von Hartkirchen vor
Immerhin stieg die Anzahl der Besucher im Laufe der Einheit noch auf rund 20 Schaulustige. Aber im Vergleich zu dem sonst gewohnten Andrang blieb es eine Einheit fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die neue Realität des Vereins? An jenem Tag lag das wohl auch am regnerischen Wetter und der abgelegenen Lage des Platzes.
Der beschauliche Trainingsplatz, auf dem sich der Löwe bis Sonntag auf den Regionalligastart vorbereitet, liegt am Rande des 4.000-Einwohner-Örtchens Hartkirchen direkt an einer Landstraße zwischen Maisfeldern. Die Giesinger um Lasse Faßmann und Samuel Althaus haben dort keine Kabine, sondern müssen ihre Fußballschuhe auf der Terrasse des Vereinsheims anziehen.
Ich freue mich verdammt, bei meinem Jugendverein zu sein.
Bell ist Gastspieler beim TSV 1860
Mit dabei war auch ein neues Gesicht: Julian Bell. Der 23-Jährige, dessen Vertrag am Dienstag beim Nordost-Regionalligisten Chemie Leipzig ausgelaufen war, darf in den nächsten Tagen mittrainieren. "Ich freue mich verdammt, bei meinem Jugendverein zu sein", sagte Bell in einem Video des TSV 1860. Der Rechtsverteidiger wurde bis Sommer 2023 im Nachwuchsleistungszentrum des Klubs ausgebildet.
Aufgrund der vorläufigen Insolvenz und der weiterhin unklaren Lage beim TSV 1860 darf Bell aber noch nicht unter Vertrag genommen werden. Sein erstes Training bei den Löwen begann mit einer Ansprache von Trainer Alper Kayabunar und lockeren Laufübungen. Die Stimmung der Giesinger war weitaus besser als das Wetter an diesem Nachmittag.

Löwen motivierten sich gegenseitig
Es wurde viel gelacht, aber auch mit Zug trainiert. Während das Torwartgespann um Paul Bachmann mit Keeper-Coach Vitus Eicher separate Übungen absolvierte, lag der Fokus der Feldspieler auf Passübungen. Auffällig war, dass sich die Löwen gegenseitig motivierten und dass Kayabunar immer wieder lautstark Anweisungen gab. Das imponierte nicht nur den anwesenden Fans, sondern auch Geschäftsführer Manfred Paula, der die Trainingseinheit größtenteils von der Terrasse des Vereinsheims aus beobachtete.