Zwei Spiele, zwei Remis: Wann kommen die neuen Löwen ins Laufen?

Bei Sechzigs Heimpremiere gegen den FC Augsburg II staunen Verteidiger Weber und Torschütze Eberwein über die neue Freiheits-Lust der Fans, hadern aber mit dem 2:2-Endergebnis: "Umso bitterer, dass..."
von  Matthias Eicher
Die Löwen holten aus den ersten beiden Ligaspielen zwei Remis.
Die Löwen holten aus den ersten beiden Ligaspielen zwei Remis. © IMAGO/Ulrich Wagner

Wenn sogar ein einstiger Roter und Deutscher Meister derartige Aussagen trifft, hat das schon was zu bedeuten.

"Eines möchte ich nochmal klarstellen: die Bedingungen hier. .…", begann Markus Feulner im kleinen Presse-Kabuff unter Haupttribüne des Grünwalder Stadions und wiederholte seine Botschaft, die er zuvor am BR-Mikrofon abgegeben hatte: "Die Kulisse war super, das ist eigentlich Zweite Bundesliga. Ich würde mir wünschen, dass dieser Verein einfach wieder auf gesunden Beinen steht, dass sie nach oben kommen, denn so ein Verein gehört nicht in die Regionalliga!"

Löwen-Heimauftakt gegen Augsburg: Stimmung top, Ergebnis nicht

Dieser Verein, damit ist der TSV 1860 gemeint, der gegen Feulners Mannschaft vom FC Augsburg II seine Heimpremiere in der Saison 2026/27 feierte. Und was für eine! Eine ganze Menge an mehr oder weniger neutralen Beobachtern im Herzen der Sechzger-Anhängerschaft in der Westkurve, Mitarbeiter der Blauen, ebenjener Feulner bis hin zum AZ-Reporter auf der Haupttribüne waren sich einig: Sowas hat man lange nicht gesehen auf Giesings Höhen.

Dumm nur, dass das Ergebnis beim 2:2 zwischen Sechzig und dem FCA II auf dem grünen Rasen nicht so schön war wie die Feierstimmung auf Giesings Höhen. Und so waren es die Sechzger-Spieler, die hinterher über zwei Dinge sprechen mussten, die irgendwie miteinander verwoben waren, aber nicht so recht zusammenpassten: die phänomenale Feiertagsstimmung auf den Rängen und das ziemlich unverdiente Unentschieden, das Sechzig nach 2:0-Führung noch kassierte.

Eberwein hadert: "Das dritte oder vierte müssen wir nachlegen"

"Die Fans standen komplett hinter uns. Du gehst 1:0 in Führung, 2:0 in Führung, du hast ein super Gefühl", schilderte 1:0-Torschütze Michael Eberwein auf AZ-Nachfrage bewundernd über den ungebrochenen Fan-Support und hatte den ein oder anderen Superlativ für das Drumherum bei seinem neuen Arbeitgeber parat: "Wahnsinn, das ist schon was ganz Besonderes hier!"

Neu-Löwe Michael Eberwein.
Neu-Löwe Michael Eberwein. © IMAGO/Ulrich Wagner

Gerade deshalb kam der 30-Jährige nicht umhin, seiner Enttäuschung über das Resultat Ausdruck zu verleihen: "Das dritte oder vierte müssen wir nachlegen. Klar hat uns das Stadion getragen, umso bitterer, dass wir es dann einfach nicht nach Hause bringen."

Felix Weber, Aufstiegskapitän der 2018er-Löwen und nach seiner Rückkehr wieder als Abwehrchef auf dem Rasen, schwang dasselbe, zweischneidige Emotions-Schwert: "Die Fans waren schon brutal. Ich weiß nicht, welche Minute es war, fünfte oder so, als das ganze Stadion mitgesungen hat. Da habe ich schon mal kurz das Spiel vergessen, ehrlich gesagt, da habe ich schon Gänsehaut gekriegt". Der 31-Jährige kam daher zum selben Fazit: "Umso bitterer, dass wir uns dann nicht mit drei Punkten belohnt haben."

Das Ismaik-Aus sorgt bei Fans für große Euphorie

Allen alten und neuen Sechzgern ist selbstverständlich klar, dass das außergewöhnliche Ambiente im Giesinger Wohnzimmer auch deshalb nochmal an Lautstärke zugelegt hat, weil die Fans den im Laufe der 15 Jahre zum Hassobjekt hochstilisierten Investor Hasan Ismaik endlich losgeworden sind und ihre neugewonnene Giesinger Freiheit bejubeln und besingen.

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Weil sich die Symbiose aus der bis an die Spitze getriebenen Euphorie und dem neuformierten TSV-Tross erst perfektionieren muss, bat Trainer Alper Kayabunar um Nachsicht. "Das ist natürlich ein enttäuschendes Ergebnis", sagte auch der 40-Jährige über die für Feulners Bubis schmeichelhafte Punkteteilung, ergänzte aber: "Wir brauchen auch noch ein bisschen Geduld."

Geduld, bis sich die zusammengewürfelten Giesinger finden, wobei sich Eberwein eher ungeduldig zeigt: "Wir können den Fans gar nicht dankbar genug ein, was die zurzeit für uns abreißen. Jetzt sind aber wir mal dran, Siege einzuholen, damit das so weitergeht." Und damit die Freiheits-Lust nicht abreißt.

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