Zu teuer! Rösler verprellt 1860

Trotz vorheriger Ankündigung, bleiben zu wollen, verlässt der Mittelfeldspieler die Löwen. Lienen: „Wir haben uns einfach nicht einigen können.“ Auch Felhi und Marcos Antonio werden gehen.
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Sascha Rösler trug bis zum Sommer das Löwen-Trikot
sampics Sascha Rösler trug bis zum Sommer das Löwen-Trikot

Trotz vorheriger Ankündigung, bleiben zu wollen, verlässt der Mittelfeldspieler die Löwen. Lienen: „Wir haben uns einfach nicht einigen können.“ Auch Felhi und Marcos Antonio werden gehen.

MÜNCHEN Der Showdown fand am letzten Trainingstag der Löwen am Donnerstag im Büro von Miki Stevic statt. Auf der einen Seite die Löwen-Fraktion: der Sportdirektor, Trainer Ewald Lienen und Geschäftsführer Manfred Stoffers. Auf der anderen Seite die Fraktion Sascha Rösler, vertreten durch dessen Berater Dirk Lips. Gut eine Stunde lang sprach man miteinander. Irgendwann musste Ewald Lienen zum Abschiedsessen mit der Mannschaft in die „Antica Trattoria“ in Harlaching. Als er die Runde vorzeitig verließ, stand das Ergebnis der Sitzung jedoch im Prinzip schon fest: Sascha Rösler wird den TSV 1860 verlassen – nach eineinhalb Jahren, 38 Zweitligaspielen und fünf Toren im Löwen-Dress.

Die Nachricht kommt überraschend, schließlich hatte sich Rösler – in der Rückrunde einer der besten Löwen – zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass man sich auf einen neuen Einjahresvertrag würde einige können. Ähnlich sah es von Seiten der Löwen aus. Letztlich lagen die finanziellen Vorstellungen beider Seiten jedoch zu weit auseinander. „Wir haben uns einfach nicht einigen können“ so Lienen, der sich über einen möglichen Neuzugang als Ersatz für Rösler nicht äußern wollte: „Sascha hat bei uns meist als echter Stürmer oder hängende Spitze gespielt, letzteres können auch Alexander Ludwig oder Emanuel Biancucchi übernehmen“, meint er.

Fest eingeplant sind Neuzugänge allerdings für die Innenverteidigung, denn auch Radhouene Felhi – an dem Bundesligaaufsteiger FC St. Pauli interessiert sein soll – wird die Löwen verlassen. „Wir haben die Option bei ihm nicht gezogen, weil wir nicht in der Lage und nicht bereit sind, die Ablösesumme zu bezahlen“, so Lienen. Der tunesische Verein Etoile Sportive du Sahel, von dem Felhi ausgeliehen war, soll bis zu 700 000 Euro für ihn fordern. Möglich wäre ein Verbleib Felhis nur, wenn sein tunesischer Klub die Ausleihe verlängern und somit keine Ablöse fällig wäre, erklärte Sportdirektor Stevic.

Da auch Torben Hoffmann die Löwen verlässt, bleiben Lienen in Mathieu Beda und Mate Ghvinianidze nur zwei ausgebildete Innenverteidiger – die man zudem auch gerne zu Geld machen würde. „Es ist logisch, dass wir noch zwei Innenverteidiger holen werden“, sagt Lienen.

Zudem wird man wohl auch noch auf den Außenpositionen tätig werden, das kündigt zumindest Sportdirektor Stevic an: „Wir haben gesehen, dass wir uns dort verstärken müssen.“ Ein (Ersatz-)Plätzchen auf den Außenbahnen ist nun auch vakant, denn die brasilianische Leihgabe Marcos Antonio (fünf Einsätze in der vergangenen Saison, null Tore) wird die Löwen ebenfalls verlassen. Bei ihm hat 1860 ebenfalls auf die Option verzichtet, ihn zu verpflichten.

Die Löwen haben das Transferkarussell angeschmissen, die ersten Spieler sind weg, doch bis die ersten neuen kommen, kann es dauern: Die Abgänge von Rösler, Felhi und Marcos Antonio bringen den klammen Löwen keinerlei Transfererlöse ein. Einkaufen können sie aber erst, wenn Spieler verkauft werden.

Alexander Neumann

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