Zehnmal 2. Liga: Das traurige Löwen-Jubiläum

Die Löwen starten zum zehnten Mal in Folge in die Zweitliga-Saison. Neunmal scheiterten sie. Hier zeigt die AZ die Chronik – mit den Bender-Brüdern, Benny Lauth und dem Göktan-Skandal.
| Filippo Cataldo
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Frust pur: Grzegorz Wojtkowiak, Guillermo Vallori und Daniel Halfar (v.l.).
dpa Frust pur: Grzegorz Wojtkowiak, Guillermo Vallori und Daniel Halfar (v.l.).

München - Es schwang duchaus Bewunderung mit. „Seit zehn Jahren gehören die Löwen zu den Favoriten. Ein richtiges Kaliber zum Auftakt“, sagte Pauli-Urgestein Fabian Boll vor dem ersten Saisonspiel der Löwen (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht begonnen). „Zehn Jahre Favorit“ sein heißt aber auch: Neun Jahre scheitern. Wieso das große Ziel, das in dieser Saison endlich erreicht werden soll, bisher nur Sehnsucht blieb: Neun Geschichten des Scheiterns:

2004/2005: Nach dem – überraschenden und unnötigen – Abstieg kehrt 1860unter dem Jubel der Fans für eine Saison zurück ins Grünwalder Stadion. Trainer Rudi Bommer will den Betriebsunfall 2.Liga sofort korrigieren. Nach der Winterpause ist Schluss für ihn. Reiner Maurer kommt, es läuft. Erst am letzten Spieltag wird der Aufstieg verspielt.

2005/2006: Diese Saison MUSS der Löwe aufsteigen, das formuliert Präsident Karl Auer deutlich. Was er nicht sagt: Andernfalls würden beim TSV die Lichter ausgehen, der Klub ist so gut wie pleite. Im Mai verkauft Geschäftsführer Stefan Ziffzer im letzten Moment die Arena-Anteile für 11 Millionen an den FC Bayern. Passend zum Niedergang: Nachdem Maurer auf Platz vier stehend nach dem ersten Spiel nach der Winterpause entlassen wird, führt Walter Schachner 1860 nach unten. Erst am vorletzten Spieltag kann der Abstieg vermieden werden.

2006/2007: Lars und Sven Bender geben 17-jährig ihr Zweitliga-Debüt. Schachner redet viel von seiner „Philosophie“ und seiner Zeit als Profi in Italien, versucht es mit Yoga, Achtstundentagen, lässt Aufsätze schreiben. Das Team verliert regelmäßig. Im April übernimmt Marco Kurz, führt die Elf noch auf Rang acht.

2007/2008: Berkant Göktan, das einstige Bayern-Jahrhundert-Talent, das die Löwen im Englischen Garten aufgelesen haben, trifft und trifft – bis die Bandscheibe schlapp macht. In der Rückrundentabelle ist 1860 nach nur zwei Siegen Letzter. Platz 12 insgesamt.

2008/2009: Benny Lauth kehrt zurück, sein designierter kongenialer Partner Göktan schnupft Kokain, wird gefeuert. Die Trainer Kurz, Uwe Wolf und Ewald Lienen schaffen am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt.

2009/2010: Sportdirektor Miki Stevic, Lienen und Geschäftsführer Manfred Stoffers geben Geld aus, das es nicht gibt. Sie stellen eine Weltauswahl zusammen mit Spielern aus Ungarn, Tunesien, Serbien, Griechenland, Albanien, Rumänien, den USA. Die Trainings finden drei- bis viersprachig statt. Platz sechs am Ende.

2010/2011: Im März der Offenbarungseid: 1860 braucht 12 Millionen, sonst gehen die Lichter aus. Hasan Ismaik steigt ein, investiert bis heute 27 Millionen. Sportlich? Savio Nsereko verschwindet spurlos, Sechzig spielt inkonstant. Platz neun.

2011/2012: Vor allem dank Kevin Volland, Benny Lauth und Stefan Aigner zeigen die Löwen den besten Fußball seit dem Abstieg. Allerdings folgen Gala-Auftritten ernüchternde Pleiten. Platz sechs.

2012/2013: Die Bosse und Ismaik verkünden nach langen Querelen einen Dreijahresplan, die Löwen gehen mit als Top-Favorit in die Saison. Maurer muss im November gehen, Ismaik will Sven-Göran Eriksson als neuen Coach, die Löwen holen: Alexander Schmidt, Coach der Amateure. Trotz einer beispiellosen Heimschwäche steht am Ende Platz sechs.

 

 

 

 

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