Wolfs Flittertage im Trainingslager

Trotz seiner Horror-Bilanz bekommt der 1860-Coach Uwe Wolf noch eine Chance. Montag heiratet er, ab Dienstag üben die Löwen in Miesbach für den Abstiegskampf.
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Kurz’ rechte Hände: Uwe Wolf (l.) wurde vom Amateur- zum Co-Trainer der Profis befördert.
az Kurz’ rechte Hände: Uwe Wolf (l.) wurde vom Amateur- zum Co-Trainer der Profis befördert.

Trotz seiner Horror-Bilanz bekommt der 1860-Coach Uwe Wolf noch eine Chance. Montag heiratet er, ab Dienstag üben die Löwen in Miesbach für den Abstiegskampf.

MÜNCHEN Am Montag müssen die Sechzger schon eine Stunde früher aufstehen als sonst. Um neun Uhr erwartet Trainer Uwe Wolf die Augsburger Derby-Versager, die nach dem 0:3 am Freitag im Abstiegskampf gestrandet sind, an der Grünwalderstraße schon zum Training. Danach hat Wolf etwas Wichtiges und ehrlicherweise Schöneres als Training vor. Am Standesamt wird er seiner Katja das Ja-Wort geben. Mitten im Abstiegskampf heiratet der Löwen-Trainer im kleinen Kreis.

Zeit für eine richtig große Party haben die Wolfs aber nicht. Dafür ist die Situation im Job zu prekär. Nur noch vier Punkte trennt 1860 vier Spieltage vor Schluss von Osnabrück, das derzeit den Relegationsplatz belegt. Viel ist nicht mehr übrig vom eigentlich beruhigenden Acht-Punkte-Polster, das die Löwen noch vor drei Wochen hatten.

Und so flüchten sich die Sechzger in Aktionismus. Schon am Dienstag wird die Mannschaft in Miesbach für zwei Tage ein Trainingslager beziehen. „Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln, um nicht noch tiefer da unten reinzurutschen, begründete 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers die Maßnahme vor dem Spiel am Freitag (18 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) gegen Rostock, einen Konkurrenten im Abstiegskampf. „Die Leistung, die unsere Spieler in Augsburg gezeigt haben, war weit unter ihrem Potenzial“, ergänzte Sportdirektor Miki Stevic.

Wolf verbringt seine Flittertage im Trainingslager. Aber wahrscheinlich wird er das gar nicht so unerfreulich finden. Schließlich bedeutet das immerhin, dass er weiter Cheftrainer der Löwen sein darf. Und das ist angesichts der Katastrophenbilanz von nur zehn Punkten in neun Spielen und zuletzt sieben Spielen ohne Sieg keine Selbstverständlichkeit.

Doch die Löwen-Bosse setzen weiter auf Wolf. „Sportdirektor Miki Stevic und ich sind uns einig, dass wir nur mit ruhigem und überlegtem Handeln die Situation meistern können“, sagte Wolf. „Überlegungen über den Trainer spielen jetzt keine Rolle“, meinte auch Stoffers. Vielmehr seien die Spieler gefragt. „Die sind es ihrem Verein und den Fans verdammt noch mal schuldig, dass sie ihre Pflicht tun und alles geben, um wieder erfolgreich zu sein“, so Stoffers.

In dieser Pflicht sehen sich freilich auch Wolf und Sportdirektor Stevic. Der Serbe will sich in Miesbach in den nächsten Tagen sogar mehr einbringen in die tägliche Trainingsarbeit. Er werde zusammen mit der Mannschaft ins Trainingslager fahren und die Arbeit von Trainer Wolf intensiv begleiten, erklärte Stevic. „Jetzt geht es darum, alle Leistungsreserven zu aktivieren und die Kräfte der Mannschaft zu bündeln“, ergänzte er.

Der Unterstützung von Abwehrboss Torben Hoffmann und Torhüter Michael Hofmann können sich die Löwen-Bosse da sicher sein. Bei beiden kam in den letzten Wochen immer wieder die Erinnerungen hoch an das Abstiegs-trauma 2004. „Ich warne schon seit Wochen, dass sich die Situation irgendwie so anfühlt wie damals, als wir auch aus einem gesicherten Mittelfeldplatz abgestiegen sind“, sagte Hoffmann schon am Freitag. Ähnlich warnte auch Keeper Hofmann. Richtig ernst genommen zu haben scheinen sie die Mitspieler aber nicht. Spätestens in Miesbach soll das jetzt anders werden. „Persönliche Eitelkeiten zählen jetzt nicht mehr“, meinte Stoffers, „die Spieler müssen es jetzt kapieren. Es klang wie eine Drohung.

Filippo Cataldo

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