"Wird langfristig ausfallen": Das Deniz-Desaster schockt den TSV 1860

Es lief die 89. Spielminute im Regionalliga-Duell der Löwen am Samstag beim FV Illertissen (1:1), da musste Tunay Deniz vom Feld: Der Spielmacher der Blauen fasste sich ans Knie, das bandagiert werden musste. Schnell läuteten die Alarmglocken bei den Löwen, schließlich hatte sich der Spielmacher in der vergangenen Saison 2025/26 im Heimspiel gegen Energie Cottbus (3:0) im November 2025 einen Kreuzbandriss zugezogen und ganze neun Monate gefehlt. Nun folgten der nächste Deniz-Schock, banges Warten – und das tragische Déjà-vu. . .
"Wie ernst es ist, wissen wir ehrlich gesagt noch nicht", sagte Chefcoach Alper Kayabunar noch am Montagmittag vor dem Heimspiel des TSV 1860 gegen die SpVgg Bayreuth (19 Uhr) zur Schwere von Deniz’ Knieverletzung: "Ja, er hat Probleme an seinem verletzten Knie auf der rechten Seite." Kayabunar sprach zwar nur von "leichten Schmerzen" und verwies auf den noch bevorstehenden Gang zum Arzt.
"Eine schwere Knieverletzung zugezogen": Deniz fehlt 1860 erneut "langfristig"
Am frühen Montagabend folgte die bittere Bestätigung, dass Deniz nicht nur gegen Bayreuth und am Sonntag im Derby gegen den FC Bayern II (14 Uhr, AZ-Liveticker) fehlen wird. "Nach einer eingehenden Untersuchung im Zentrum für Orthopädie & Sportmedizin steht fest, dass sich Tunay Deniz eine schwere Knieverletzung zugezogen hat und langfristig ausfallen wird", schrieben die Löwen um 18.25 Uhr.
Eine Diagnose nannte der TSV 1860 wie gewohnt nicht, nach AZ-Infos hat sich Deniz aber erneut das Kreuzband gerissen. Er wird in den kommenden Tagen operiert, die Saison ist für ihn somit beendet.

Was für eine Tragödie für den Menschen Deniz, der sich ein weiteres Mal herankämpfen muss. Wie bei 1860 vielleicht nicht jedem bekannt, ist es nach 2013 (im Trikot des Berliner AK) und vergangener Spielzeit bereits der dritte Kreuzbandriss, den er erleiden musste. Und was für ein herber Verlust für 1860. Keinerlei Zweifel bestehen wohl im gesamten Löwen-Kosmos, welchen hohen Stellenwert Deniz für Sechzig und die neue Fußballfirma hat.
"Für uns schwer zu ersetzen, weil er ein sehr spezieller Spieler ist"
"Tunay ist immer besser in Form gekommen", meinte Kayabunar über den Mann, der seine überragende Stellung als Ballkünstler bislang mit vier Toren und vier Assists unter Beweis gestellt hat – darunter gleich drei Traumtore "und gerade im Spiel mit dem Ball ist er natürlich mit seinen Ideen, muss man auch ehrlich sagen, für uns schwer zu ersetzen, weil er ein sehr spezieller Spieler ist."
Und zwar einer, der im vergangenen Sommer als historischer erster Neuzugang der neuen Spielbetriebsgesellschaft in die Vereinsgeschichte eingegangen ist. Der Verbleib des gebürtigen Berliners trotz des Löwen-Bebens inklusive Absturz in den Amateurfußball und seine damaligen, emotionalen Worte haben dazu beigetragen, dass sich die Anhängerschaft und der Kreativ-Kicker seit Sommer gegenseitig nur noch mehr ins Herz geschlossen haben: "Wer nur bleibt, wenn alles gut läuft, liebt den Erfolg. Wer bleibt, wenn es schwer wird, liebt den Verein."

Eberwein und Uhlmann könnten ins Löwen-Team rücken
Was etwaigen Ersatz angeht, will es Kayabunar genauso halten wie mit Sechzigs Ambitionen, die vielleicht stärker von einem gesunden Deniz abhängen als es seinem Trainer lieb sein kann: von Spiel zu Spiel denken. "Trotzdem haben wir gerade im Zentrum auch andere gute Spieler und müssen schauen, eine Lösung zu finden." Für Bayreuth könnte diese Lösung Michael Eberwein heißen, der torgefährliche Offensivmann ist eben wieder fit geworden.
Auf der Sechs stünde neben Kapitän Dennis Dressel wie zuletzt Raphael Wach bereit. Mit Neulöwe Eric Uhlmann böte sich ein weiterer wieder genesener Akteur für die defensivere Rolle an, die auch Deniz bereits bekleidet hat.

Über seine Leiden nach dem letzten Kreuzbandriss hatte Deniz damals bewegende Worte gefunden: "Neun Monate. So viele Gedanken, so viele Emotionen und immer dieses eine Ziel vor Augen: zurück auf den Platz. Es war kein leichter Weg. Aber ich habe nie aufgehört, daran zu glauben, dass dieser Moment wieder kommen wird."
Nun muss Deniz erneut den langwierigen, mental harten Weg in die schweißtreibende Reha antreten. Immerhin bleibt ihm die Hoffnung, sich schon zwei Mal erfolgreich zurückgekämpft zu haben.