"Es kann nicht sein": Klare Worte nach 1860-Debakel zum Liga-Abschluss

Zumindest ein bisserl versöhnlich hätte es sein sollen, das Saisonfinale beim SC Verl. Weil der TSV 1860 die erhoffte, berauschende weiß-blaue Party ohnehin unfreiwillig in eine ernüchternde Saison 2025/26 eintauschte, passte es bestens ins Bild des enttäuschenden Aufstiegsaspiranten, dass auch das letzte Drittliga-Duell schiefgehen sollte.
Kein Wunder, dass ein frustrierter Thomas Dähne zu einer Abrechnung ansetzte – über das Spiel, aber auch über die gesamte Spielzeit.
Nach 0:3 in Verl findet Dähne harsche Worte für die Löwen
"Es kann nicht sein, dass wir als Sechzig München nach Verl fahren und uns in der zweiten Halbzeit so geschlagen geben", wetterte der Torwart und Kapitän der Löwen nach der 0:3-Pleite beim SC Verl, der den Aufstieg als kleiner Dorfklub zwar ebenfalls verpasste, aber mit Platz sechs seine historisch beste Drittliga-Platzierung feiern durfte. Auch, weil man den Großen wie Sechzig das Fürchten gelehrt hat.
"Man muss ein bisschen unterteilen", meinte Dähne zwar zunächst über – wie so oft – phasenweise solide Sechzger: "In den ersten 20 Minuten waren wir meiner Meinung nach die bessere Mannschaft, hatten unsere Situationen und müssen in Führung geben." Wie in zahlreichen Auftritten über die gesamte Saison verteilt kam ein schnelles Aber hinterher: "Wir kriegen dann einen billigen Elfmeter." Nach dem Seitenwechsel habe man "das Ding komplett aus der Hand" gegeben und "verdient verloren", was frenetische Verler Saisonausgangs-Feierlichkeiten nach sich zog.
Und 1860? Dähne und Co. landeten am Ende, wie bereits vor dem sportlich bedeutungslosen Duell festgestanden hatte, auf Rang acht. Dennoch seien an dieser Stelle nochmals die Saison-Statistiken aufgeführt: Aufstiegsfavorit 1860 hat in seinen 38 Spielen insgesamt 56 Punkte geholt (15 Siege, 11 Remis, 12 Niederlagen). Das Torverhältnis beträgt 54:53, der TSV hat also ein einziges Törchen mehr erzielt als kassiert. Zu wenig für viele Fans, die sich die Rückkehr in die Zweite Liga erträumt hatten.
1860 zu schlecht: "Das muss man konstatieren, das ist leider so"
Zu wenig auch für Dähne, einem der wenigen Leistungsträger der Löwen, der mit seiner Wutrede noch lange nicht fertig war. Was den Blick auf die gesamte Spielzeit angeht, nahm der Schlussmann, der im Sommer 2025 von Bundesliga-Absteiger Holstein Kiel gekommen war, kein Blatt vor den Mund.
"Wir haben es nie geschafft, über einen längeren Zeitraum Konstanz reinzubringen. In den Spielen, in denen es um etwas ging, waren wir einfach zu schlecht", gab Dähne unumwunden zu: "Das muss man konstatieren, das ist leider so."

Dabei hatte sich der TSV unter Cheftrainer Markus Kauczinski, vor allem durch zwei Siegesserien vor der Winterpause (vier Dreier in Serie) und danach (fünf Siege in Folge) in Schlagdistanz gebracht.
Dähne dazu: "Wir hatten unsere Chancen, in denen wir dranbleiben können: in Duisburg, wo wir dann verloren haben." Nach dem 1:2 bei den so heimstarken Zebras, die in einem Herzschlagfinale den direkten Aufstieg und sogar den Relegationsplatz verpassten, hatte 1860 abreißen lassen, wenig später mit einem 0:3 beim späteren Aufsteiger Energie Cottbus jegliche Hoffnungen vorzeitig begraben müssen. Dähne dazu: "Im Endeffekt haben wir mit oben nichts zu tun gehabt. Das ist ernüchternd."
Totopokal-Sieg wäre für Dähne nur ein kleiner Trost
Das Totopokal-Finale gegen die Würzburger Kickers (Samstag, 16.30 Uhr, im AZ-Liveticker) und der bereits feststehende Erstrunden-Einzug in den DFB-Pokal 2026/27 mögen kleine Trostpflaster sein, doch die Drittliga-Mittelmaß-Wunde klaffte nach dem Verl-Versagen tief. "Natürlich wollen wir den Fans mit dem Pokalsieg noch etwas zurückgeben und wollen den Pokal holen. Aber mit der Saison bin ich überhaupt nicht zufrieden, weil es gefühlt schon so lange um nichts mehr geht."
Fragt sich nur: Wie kann es künftig besser werden? "Uns hat die Überzeugung gefehlt", meinte Dähne: "Daran müssen wir arbeiten." Ob das reicht? Ein paar Neulöwen mit diesem tollen Verler Spielwitz könnten auch nicht schaden.