"Wir schwimmen im Geld": Kauczinski sorgt nach 1860-Remis für Lacher

Wenn der Löwen-Dompteur auf der Pressekonferenz einen Brüller bringt: Als Timo Schulz, Cheftrainer von 1860-Gegner VfL Osnabrück, nach dem 1:1 beider Aufstiegsaspiranten gerade über den Wert des Unentschiedens sprach, sorgte sein Trainer-Kollege für einen Lacher.
Schulz: "Dafür muss ich nicht sieben, acht Stunden nach Hause fahren"
"Das 1:1 ist ein leistungsgerechtes Ergebnis, das sich für mich nicht so toll anfühlt, aber dafür muss ich jetzt nicht sieben, acht Stunden nach Hause fahren, von daher nehme ich das so mit", erklärte der 48-Jährige nach Schlusspfiff am späten Sonntagabend und stichelte damit etwas in Richtung 1860, das sich der Einschätzung des VfL-Trainers zufolge noch den Weg auf den Straßen zurück in Richtung Süden hätte bahnen müssen.
Kauczinski fiel Schmidt trocken ins Wort, was im Rahmen der Pressekonferenz für Gelächter sorgte: "Wir auch nicht – wir fliegen!" Der VfL-Coach entgegnete wiederum lächelnd: "Na gut, das ist dann ein weiterer Unterschied zwischen Osnabrück und 1860." Kauczinski konterte seinerseits umgehend: "Natüüürlich – wir schwimmen im Geld ..."
Dritte Liga: Diskrepanz zwischen Anforderungen und Möglichkeiten
Hintergrund des keineswegs hitzigen, sondern eher witzigen Wortgefechts: In der Dritten Liga kämpfen nahezu alle Mannschaften mit den Finanzen, was nicht zuletzt an einer gewissen Diskrepanz zwischen hohen Kosten, um in Deutschlands dritthöchster Spielklasse für Profibedingungen zu sorgen, und der Einkünfte, die im Vergleich mit der Zweiten Liga gerade bei den Fernsehgeldern deutlich geringer sind. Die meisten Teams bestreiten ihre Auswärtsspiele anhand steigender Reisekosten mit ihren Mannschaftsbussen.

Der TSV 1860 ist eines von wenigen Teams, das aus Regenerationsgründen teils auf Flugreisen setzt, legt seine Auswärtsfahrten aber regelmäßig auch "nur" mit dem Bus zurück.
Sechzig liegt seit Jahren im Clinch mit Ismaik
Seit 2011 ist bei den Blauen bekanntlich Investor Hasan Ismaik im Boot und musste immer wieder die jährlichen Millionenverluste des TSV ausgleichen. Einerseits ein Luxus, den kaum ein Drittligateam hat, andererseits liegen die Giesinger und ihr Geldgeber seit Jahren im Clinch und treten in der Dritten Liga auf der Stelle.
Zurück zu Kauczinski: Seit dem Amtsantritt des 55-Jährigen loben Sechzigs Spieler immer wieder seine routinierte und unaufgeregte Art. Ob auch der Humor des Trainer-Routiniers im nervenzehrenden Aufstiegsrennen der halben Liga noch zur Waffe wird?