"Wir haben ein gutes Gesicht gezeigt": 1860 überzeugt, zum Sieg reicht es dennoch nicht
Ein paar Stunden bevor der TSV 1860 im Grünwalder Stadion den SSV Jahn Regensburg zum bayerischen Derby begrüßte, ging es um richtig viel. Allerdings nicht in München, sondern in Osnabrück an der Bremer Brücke. Vor ausverkauftem Haus machte der VfL gegen Energie Cottbus mit einem 1:0 den nächsten Schritt in Richtung Liga zwei. Cottbus aber bleibt als dritter weiter im Rennen, auch weil vor wenigen Tagen die Löwen freundliche Gäste in der Lausitz waren. Mehr Erinnerung an die "Geister"-Körpersprache der Sechzger muss an dieser Stelle nicht sein.
Die Folge war gleichwohl, dass die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski nun um eine tropische Frucht mit Namen goldene Ananas spielt – jedenfalls, wenn nichts völlig Verrücktes mehr passiert. Aber ob es noch jemanden in Giesing gibt, der dieser Hoffnung anhängt? Das 2:2 am Sonntagabend verstärkte den aktuellen Eindruck.
"Der ein oder andere hat in den letzten Spielen nicht komplett überzeugt"
In Regensburg hatte Sechzig Ende März das Finale des Totopokals erreicht und deshalb nun die Chance, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Es wäre ein Trost – wenn auch ein schwacher – für die verpasste Aufstiegschance.
Kauczinski hatte auf Cottbus mit fünf Änderungen reagiert. Florian Niederlechner stand erstmals seit dem 0:2 gegen Verl kurz vor Weihnachten in der Startelf, dazu durften Manuel Pfeifer, Samuel Althaus, Lasse Faßmann und Marvin Rittmüller von Beginn an ran. Auf der Bank landeten Justin Steinkötter, Raphael Schifferl, Tim Danhof. Clemens Lippmann und Philipp Maier fehlten ganz im Kader.

"Der ein oder andere hat in den letzten Spielen nicht komplett überzeugt, dass da einfach ein Wechsel vonnöten war, dass die Jungs hinten dran auch ihre Chance kriegen. Am Ende müssen die, die auf dem Platz stehen, ja auch immer ihre Leistung bringen", hatte Kauczinski seine Entscheidungen vor dem Spiel bei Magentasport begründet. Die Marschroute umriss er wie folgt: "Wir wollen mutigen Fußball spielen, unser eigenes Spiel durchziehen und das müssen wir besser machen als in den letzten zwei Spielen."
"Zweite Halbzeit haben wir Powerplay gespielt"
Das gelang bisweilen, als etwa Althaus (3.) knapp verzog, Kevin Volland (14.) mit einem Schuss scheiterte oder Sigurd Haugen in der 28. Minute die Führung erzielte. Der Norweger fintierte dabei in vollem Tempo so überraschend für Regensburgs Leo Mätzler, das dieser stolperte und zu Boden ging. Freie Bahn für Haugen, drin das Ding, 13. Saisontor. Davor und danach lagen allerdings Phasen, die wenig überzeugend gerieten, als etwa Thomas Dähnes Hand und der Pfosten die Löwen vor dem Rückstand bewahrten (22.).
Kurz vor der Pause wurden die Löwen für ihre defensiven Nachlässigkeiten bestraft. In der 42. Minute verlängerte der gestolperte Mätzler per Kopf zum 1:1 und mit der letzten Aktion im ersten Durchgang drehte Philipp Müller (45.+1) die Partie. Direkt zuvor hatte Max Reinthaler an die Latte geköpft.

Einen von Florian Niederlechner herausgeholten Strafstoß vergab Thore Jacobsen (55.) – sein erster Fehlschuss im 1860-Trikot nach zehn erfolgreichen Versuchen. Gegen Ende der Partie zeigte Sechzig die erhoffte Angriffswucht und glich wiederum durch Haugen aus.
"Zweite Halbzeit haben wir Powerplay gespielt, haben ein, zwei drei Chancen mehr. Wir haben ein gutes Gesicht gezeigt", resümierte 1860-Trainer Kauczinski. Der späte Sieg war möglich, aber er wäre vielleicht des Guten zu viel gewesen. Nicht das noch jemand hofft.

