Winter-Neuzugänge? Wieso 1860 einen anderen Weg geht als die Konkurrenz

Winter-Verstärkungen gefällig? Nein, danke, scheint der TSV 1860 beschlossen zu haben: Bisher haben die Sechzger noch nicht auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Und das, obwohl für den Rückrundenstart gegen Rot-Weiss Essen (Samstag, 14 Uhr, Grünwalder Stadion) voraussichtlich etwa eine gesamte Mannschaft ausfallen wird.
"Unsere Möglichkeiten im Winter sind begrenzt. Wir schauen uns nicht um, wir informieren uns nur", erklärte Sport-Boss Manfred Paula im Trainingslager in Belek, der 61-Jährige wolle die Situation aber "von Woche zu Woche neu bewerten". Dennoch ist es bisher ruhig an der weiß-blauen Transfer-Front.
1860 schaut sich nach Ersatz für Deniz und Haugen um
Nach AZ-Informationen hatte sich 1860 allerdings durchaus damit beschäftigt, Ersatz für den monatelang ausfallenden Spielmacher Tunay Deniz (Kreuzbandriss) und den pfeilschnellen Top-Torjäger Sigurd Haugen (sieben Saisontore), der aufgrund seines Kieferbruchs noch etwa vier Wochen fehlen wird, zu holen. Ob der risikobehaftete Weg, auf den breiten Kader plus hochgezogene Junglöwen zu setzen, im Aufstiegsrennen am Ende belohnt wird? Gleichzeitig sind winterliche Verstärkungen traditionell schwer zu finden, da die allseits gesuchten Soforthelfer zumeist rar wie teuer sind.
Ein Blick auf die Konkurrenz der Giesinger zeigt: Alle anderen Aufstiegsaspiranten setzen trotzdem auf Neuzugänge und haben innerhalb des Winter-Transferfensters nachgelegt.
Direkte Löwen-Konkurrenz hat kollektiv nachgebessert
Auftakt-Gegner Essen hat Stand jetzt mit Verteidiger Ben Hüning (21, BVB II) und Offensivspieler Danny Schmidt (22, Fortuna Düsseldorf) nachgelegt, die Personalplanungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Zur Wahrheit gehört auch: Laut "Reviersport" verliert Essen Tom Moustier, wohl an den portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora.

Spitzenreiter Energie Cottbus hat Abwehrspieler Gianluca Pelzer von der TSG Hoffenheim verpflichtet. Der Tabellen-Zweite SC Verl hat Innenverteidiger Raphael Araoye (21, Bristol City) und Mittelfeldspieler Antonio Foti (22, BVB II) geholt. Aufsteiger MSV Duisburg, der ebenfalls ganz oben mitmischt, hat mit der Verpflichtung von Torjäger Lex-Tyger Lobinger für eine mittlere sechsstellige Ablösesumme ein Ausrufezeichen hinter die eigenen Ambitionen gesetzt und gleich noch Aljaz Casar von Zweitligist Dynamo Dresden geholt. Auch der VfL Osnabrück und Hansa Rostock haben schon zugeschlagen.
Löwen-Tendenz: Es kommt keiner mehr
Der Blick auf die vielen Verletzten der Blauen zeigt aber auch: Eine Reihe von Spielern steht kurz vor dem Comeback, etwaige Winter-Transfers hätten vor allem dann Sinn gemacht, hätte Cheftrainer Markus Kauczinski die Gelegenheit gehabt, diese Akteure im Trainingslager in die Mannschaft einzubauen. Da dies bekanntlich nicht geschehen ist, könnte es gut sein, dass es beim weiß-blauen "Nein, danke" bleibt.