Eine Klausel macht es möglich: Aufstieg mit dem TSV 1860 würde sich für Kauczinski doppelt lohnen
Belek ist für Trainer Markus Kauczinski ein besonderer Ort. Hier zog er sich 2013 im Trainingslager mit dem Karlsruher SC einen Achillessehnenriss zu. In einem Spiel gegen die Fans, ohne Fremdeinwirkung. Kauczinski musste abreisen, sein damaliger Co-Trainer, ein gewisser Argirios Giannikis, übernahm für ihn.
Noch heute spürt der gebürtige Gelsenkirchener bei manchen Bewegungen die Stelle. Gleichzeitig legte Kauczinski, wenn auch in Teilen aus der Heimat, in Belek den Grundstein für den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ein gutes Omen für seinen aktuellen Klub, den TSV 1860? Rein rechnerisch bestände die Chance freilich immer noch. Nur vier Punkte trennen den Löwen von Tabellenplatz drei.
Paula: "Ein Aufstieg hätte eine enorme Bedeutung für diesen Verein"
Intern haben die Bosse den Traum noch längst nicht aufgegeben. Das ließ Geschäftsführer Manfred Paula jüngst klar durchklingen: "Ein Aufstieg hätte eine enorme Bedeutung für diesen Verein, um ihn zumindest mittelfristig wieder in der 2. Bundesliga zu etablieren. Je früher das gelingt, desto lieber ist es uns allen."

Den Aufstieg sei man "dem Umfeld und der unglaublichen Fanbasis schuldig", sagt der gebürtige Augsburger. Dass das A-Wort weiterhin im Sechzig-Kosmos kreist, daran hat Kauczinski einen großen Anteil. Der Trainerroutinier festigte das verunsicherte Team in kurzer Zeit.
"Er ist sehr klar in den Sachen, die er von uns erwartet", schwärmt Keeper Thomas Dähne: "Ich glaube, das war genau das, was uns wieder in die Spur gebracht hat."
Kauczinksi winkt nach AZ-Infos eine Aufstiegsprämie
Damit macht Kauczinski im Trainingslager weiter. Der 55-Jährige gibt in den Einheiten im Susesi-Sportzentrum lautstarke Anweisungen, versprüht auf und neben dem Platz gute Laune und Optimismus. Das steckt an. Damit gelingt es Kauczinski offensichtlich, den Geist von Belek zu beschwören. Die Spieler lachen viel, nutzen die gemeinsame Freizeit für einen Gang auf den Basar im Stadtzentrum oder für Billardrunden. Kein Stunk.
"Ein Trainingslager schweißt nochmal mehr zusammen", fasst es der wiedererstarkte Sechser, Philipp Maier, zusammen und schiebt hinterher: "Ich hoffe, dass wir dann auch eine erfolgreiche Rückrunde spielen." Und die Löwen womöglich, wie Kauczinski 2013, aufsteigen.

Sollte das tatsächlich noch gelingen, hätte der Löwendompteur laut AZ-Information übrigens ein Zuckerl in seinem Vertrag stehen: eine Aufstiegsprämie. Wenn das nicht zusätzlich anspornt.
Rückrunden-Start? "Vier Punkte wären okay, drei Punkte wären schlecht"
Bevor die aber womöglich aktiviert wird, ist noch ein weiter Weg zu gehen. Zuallererst muss er eine Elf für die Kracherpartien gegen Rot-Weiss Essen und den VfL Osnabrück zum Rückrundenstart finden. Beiden Spielen misst man beim TSV 1860 eine hohe Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf bei. "Vier Punkte wären okay, drei Punkte wären schlecht", sagt Kauczinski.
Empfehlen für das erste Aufgebot des Jahres können sich die Akteure am Freitag (13 MESZ) im Testspiel gegen den FC Winterthur, auch wenn der Coach nicht davon ausgeht, dass direkt eine Startelf herausspringt. Es sind immerhin noch ein paar Tage bis zum Liga-Re-Start.
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