Wettberg zum Löwen-Chaos: Das ist Sechzig!

Das Löwen-Chaos in der Präsidentenfrage und seine Folgen: Jetzt meldet sich Urgestein Wettberg zu Wort. Er ist enttäuscht – und fühlt sich an die Zeit erinnert, als er selbst Präsident werden sollte
| Markus Merz
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Karsten Wettberg,
sampics/Augenklick Karsten Wettberg,

München -Dieter Schneider schaute am Mittwoch am Trainingsgelände der Löwen vorbei. Als Präsident des TSV 1860. Wie lange der Dachauer Unternehmer noch in dieser Funktion tätig sein wird, ist offen. Zu einer Zukunft wollte er sich nicht äußern: „Ich bin eigentlich gar nicht da.” Bis Freitag will sich der Aufsichtsrats erklären, ob das Präsidium um Schneider, Franz Maget und Wolfgang Hauner in eine zweite Amtszeit gehen soll.

Karsten Wettberg, einst selbst Vize-Präsident bei Sechzig, wäre das recht: „Es wird mal Zeit für Kontinuität. Ich halte den Aufsichtsrat aber für stark genug, um die richtige Entscheidung zu treffen.”

Geht es nach dem achtköpfigen Gremium ist zumindest einer kein Kandidat, der er selbst gerne sein würde. Der 43-jährige Münchner Rechtsanwalt Jürgen Langer (bekannt als ehemaliger Anwalt von Schiedsrichter Manfred Amerell und aus dem Mordprozess um den Modeschöpfer Rudolph Moshammer) hat sich Anfang der Woche großspurig zum Gegner von Dieter Schneider aufgeschwungen - und sich prompt eine Abfuhr eingeholt. In einem spontanen Treffen mit Aufsichtsrat Robert von Bennigsen ließ ihn dieser wissen, dass er keine Chance habe. Was alleine dadurch gestützt wird, dass Langer kein Löwen-Mitglied ist. Eine einfache Voraussetzung für das Präsidentenamt. Langer selbst war das nicht bekannt.

Bei Karsten Wettberg lösen diese Vorkommnisse Kopfschütteln aus: „Ich sehe eine Traurigkeit im Verein. Ich weiß von vielen Leuten, die wegen solcher Dinge nicht mehr ins Stadion gehen. Ich hoffe nur, dass das alles jetzt nicht so schlimm ist, wie es damals war.”

Wenn Wettberg von damals spricht, denkt er an die Zeit zurück als er 2006 selbst Präsident bei den Löwen werden wollte. Beim Wahlkampf gegen Otto Steiner kam es daraufhin zu einer totalen Spaltung der Fanszene. Am Ende einer langen, in der Öffentlichkeit ausgetragenen , Schlammschlacht wurden Wettberg und Steiner zu Vize-Präsidenten und Albrecht von Linden Präsident.
Damals wie heute gibt es bei den Löwen dieselben Probleme. „Ob in der jetzigen Situation oder zu meiner Zeit: Ich verstehe nicht, wieso alles immer so schnell an die Öffentlichkeit gelangt. Es müsste viel mehr Ruhe sein. Aber vorsichtig ausgedrückt: Das ist Sechzig!”

Da passt das Szenario mit Langer perfekt ins Bild: Ein Jurist, der nicht mal die Statuten kennt. „Ich weiß auch nicht, was ihn da getrieben hat. Ich halte es da mit Aufsichtsrat. Dasselbe Problem mit der fehlenden Mitgliedschaft hat es damals ja schon bei mir gegeben”, sagt Wettberg.

Neu ist diese Voraussetzung wahrlich nicht. Bei Wettberg stritten sich seiner Zeit sogar die Anwälte. „Es war umstritten, wie lange man MItglied sein musste. Bis das Thema durch war, war ich aber schon längst Mitglied”, sagt Wettberg, der seine Zukunft durchaus bei den Löwen sieht. Als Scout. Nicht als Funktionär: „Oh je, das ist nichts mehr für mich. Dazu habe ich in dieser Rolle schon viel zu viel erlebt.”

Jürgen Langer will derweil noch nicht aufgeben. „Ich werde alle Möglichkeiten prüfen. Und sofort Mitglied werden. Das ist im Moment sicherlich ein Handicap. Ich habe zwar keine Chance, aber ich möchte mich positionieren.”

Von Dieter Schneider als Präsident hat er jedenfalls genug: „Es muss sich etwas ändern. Er verhält sich einfach nicht angemessen gegenüber dem Investor.”
Dass Langer selbst der richtige Mann ist, davon ist der Löwenfan und ehemalige Jugendkicker des TSV 1860 (bis zur C-Jugend) überzeugt: „Ich bringe meine Beziehungen mit. Und mein Blut.”

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