"Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch": Kayabunar verrät den Favoriten auf das Kapitänsamt beim TSV 1860

Der TSV 1860 hat unter Alper Kayabunar bisher sämtliche Spiele gewonnen. In den nächsten Tagen müssen die letzten Weichenstellungen vor dem Saisonstart vorgenommen werden.
Matthias Eicher
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Cheftrainer des TSV 1860: Alper Kayabunar.
Cheftrainer des TSV 1860: Alper Kayabunar. © IMAGO

Der Ernstfall dürfte Alper Kayabunar am Sonntag durchaus gefallen haben: 5:1 gewann das mit Neuzugängen wie Ex-Kapitän Felix Weber und Keeper Vitus Eicher sowie Florian Niederlechner und Lasse Faßmann gespickte Löwen-Team in der Bayernliga-Süd beim TSV Schwabmünchen. Die Tore für Zwitter-Sechzig erzielten dennoch andere: Luis Pereira de Azambuja (20. Minute), Lance Fiedler (90.+1) und vor allem Arian Ortivero Calderon (69., 81., 83.).

Spiel gegen Schwabmünchen ein willkommener Testlauf

Für Kayabunar und zahlreiche Löwen-Routiniers dürfte es ein willkommener Testlauf – und gleichzeitig vorerst der letzte Auftritt in der Bayernliga gewesen sein. Denn so wie seinen Spielern ist auch dem Trainer die Doppelbelastung, wenn der Löwe am Samstag in Schweinfurt in die Regionalliga-Saison startet, eigentlich nicht mehr zuzumuten.

2017/18 war der Mann, der nach dem historisch-tragischen Doppel-Abstieg des TSV 1860 aus der Zweiten Liga bis in die Regionalliga Bayern Sechzigs Mission Wiederaufstieg sofort in die Tat umsetzen konnte, eine Vereinsikone: Daniel Bierofka. Jetzt ist Sechzigs neuer Chefcoach, dem nach dem Gusto vieler Fans ein ähnlicher Weg gelingen soll, ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt: Alper Kayabunar. Kaya-wer?

Feierte mit dem TSV 1860 im Jahr 2018 den Aufstieg: Daniel Bierofka.
Feierte mit dem TSV 1860 im Jahr 2018 den Aufstieg: Daniel Bierofka. © IMAGO

Kayabunar ist stolz auf das Amt beim TSV 1860

Der 40-jährige Deutsch-Türke ist im Vergleich zu "Vorgänger" Bierofka zwar ein, zwei Nummern kleiner, doch immerhin ist Kayabunar Meistermacher der U21 in der Bayernliga Süd. Der neue, aufgerückte Cheftrainer der neuen Fußballfirma des TSV 1860 hat viel vor mit seinen Sechzgern – und er zeigt sich bodenständig.

"Es macht mich stolz", sagt Kayabunar auf AZ-Anfrage über seine Rolle als neuer Cheftrainer, als ein weiß-blauer Hoffnungsträger an der Seitenlinie. "Ich sage es immer wieder: Ich bin in München geboren, der TSV 1860 war immer ein großer Verein für mich. Es ist ein Traum, dass ich jetzt hier Trainer bin."

Es ist ein Traum, dass ich jetzt hier Trainer bin.

Alper Kayabunar

Kayabunar war bereits Trainer im Grünwalder Stadion

Den (Profi-)Trainer-Traum hat sich Kayabunar also bereits erfüllt. Jetzt gilt es, die Mission Neustart zu meistern – und trotz schwieriger Voraussetzungen vielleicht mit dem Aufstieg zu krönen? Wird Kayabunar zu Biero 2.0? Die Heimspiel-Stätte Grünwalder Stadion ist dem 40-jährigen Ex-Spieler jedenfalls schon lange bekannt.

"Ich war ja schon mal im Grünwalder Stadion mit einem anderen Klub daheim", erzählte Kayabunar grinsend, ohne den bei 1860 nicht allzu gut gelittenen Namen vom kurzzeitigen Rivalen und Drittliga-Insolvenzklub Türkgücü auszusprechen. Kayabunar ergänzt, was die Sechzger-Fans gewiss lieber hören: "Mit 1860 ist es dann richtig dahoam im Grünwalder."

Einst Trainer bei Türkgücü München: Alper Kayabunar.
Einst Trainer bei Türkgücü München: Alper Kayabunar. © IMAGO

Kayabunar gewann bisher alle Spiele mit dem TSV 1860

Seine Pflichtspiel-Premiere hat der Mann, der mit Sechzig bisher alle sechs Testspiele gewann, erfolgreich bestritten – und nach dem mühsamen, aber schließlich ungefährdeten 5:0-Erstrundensieg im Totopokal bei Kreisklassist SV Eintracht Berglern die richtigen Lehren gezogen: Weiterkommen gelobt, Finger trotzdem in die Wunde gelegt.

"Im Pokal geht es darum, einfach weiterzukommen. Es war sicherlich nicht das beste Spiel von uns, es war kein gutes Spiel." Man habe 1860 angemerkt, in der schwierigen Vorbereitung mit der jungen Mischung aus U19 und U21 und ohne höherklassige Neuzugänge viel trainiert und zuletzt drei Spiele in sechs Tagen gehabt zu haben.

Es war sicherlich nicht das bestes Spiel von uns, es war kein gutes Spiel.

Alper Kayabunar

Kayabunar kritisiert Tempo beim TSV 1860

Dennoch kritisierte Kayabunar zurecht: "Wir haben uns schwergetan, Tempo reinzukriegen." Nicht unklug: Auf eine großspurige Aufstiegs-Ansage hat Kayabunar (bisher) verzichtet. Mit den Verpflichtungen von Florian Niederlechner, Tunay Deniz, Felix Weber und Michael Eberwein sowie der Reaktivierung von Vitus Eicher haben die jungen Junglöwen-Wilden um Kayabunar nun einige der benötigten Säulen bekommen.

"Ich glaube, dass man sieht und das habe ich auch immer gesagt: Wir sind eine junge Truppe und brauchen erfahrene Spieler. Ich bin froh, dass wir ältere Spieler dazubekommen haben, die unsere Jungs auf dem Platz anleiten können." Was die körperliche Verfassung der Wieder-Löwen anbelangt, gibt Kayabunar ein Update: "Florian Niederlechner hatte einen guten Einstand mit seinem Tor. Es hat sich gut angefühlt, wie er trainiert hat, aber er muss in dieser Woche nochmal Gas geben."

Bekommt beim TSV 1860 wohl die Kapitänsbinde: Florian Niederlechner.
Bekommt beim TSV 1860 wohl die Kapitänsbinde: Florian Niederlechner. © IMAGO

Niederlechner wird wohl Löwen-Kapitän

Ob der Alpha-Löwe, der in Berglern die Binde getragen hat, neuer Spielführer wird? Kayabunar dazu: "Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass er Kapitän wird, aber es ist noch nicht entschieden." Mit Rückkehrer Felix Weber, der 1860 bereits 2018 zum Aufstieg geführt hatte, stünde eine weitere Identifikationsfigur als Alternative bereit.

Und wie geht’s Spielmacher Deniz nach überstandenem Kreuzbandriss? "Tunay macht es gut, er ist schon teilintegriert im Training, aber wir müssen ihn beobachten." Man stehe im Austausch mit der Medizinischen Abteilung, gab Kayabunar zu Protokoll und bremste die Erwartungen: "Es kann sein, dass Schweinfurt noch zu früh kommt für die Startelf."

TSV 1860 muss zum Ligaauftakt nach Schweinfurt

Am 1. August steigt der nächste Ernstfall im Hans-Sachs-Stadion: Kayabunar und seine Sechzger eröffnen, nachdem sich der TSV beim Bayerischen Fußballverband einen spielfreien ersten Spieltag erwirkt hatte, beim 1. FC Schweinfurt 05 (14 Uhr, im AZ-Liveticker). Dann kann der neue Löwen-Dompteur beim Drittliga-Absteiger, der bei seiner Premiere gleich mal vom TSV Aubstadt mit 1:5 unter die Räder gekommen ist, mehrere erste Schritte gehen: die richtige Mischung aus Jung und Alt finden, eine erfolgreiche Premiere feiern – und nach Bierofkas Meisterstück 2018 an seiner eigenen Legendenbildung arbeiten.

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