Wahlplakate überklebt: Nächste Provokation der 1860-Fans gegen FC Bayern
Die Kommunalwahl ist seit Sonntag Geschichte – ein Blick auf die noch immer hängenden Wahlplakate in München könnte sich aber dennoch lohnen. In der Nacht auf Montag haben Anhänger des TSV 1860 unzählige der Plakate mit ihrem eigenen Motiv überklebt und damit auch den Stadtrivalen FC Bayern provoziert.
Abgebildet ist ein riesiger vor Kraft strotzender Löwe in blauer Hose mit 1860-Schriftzug, blauen Turnschuhen und Sonnenbrille. Auf der haarigen Löwen-Brust prangt ein Giesing-Tattoo auf dem muskulösen Oberarm ist ein weiterer 1860-Schriftzug zu sehen. Lässig lehnt sich der stehende Löwe an einem Biertisch, auf dem eine volle Maß und ein leerer umgekippter Maßkrug zu sehen ist. Und das Ganze schön vor der weiß-blauen Fahne.
1860-Fans überkleben Wahlplakat an der Säbener Straße
Die Botschaft: "Wir sagen Ja zur Stadtbild-Verschönerung" sowie "A echter Münchner is oiwei a Sechzger". Insgesamt sollen 1860 dieser Plakate in München angebracht worden sein. Unter anderem auch an der Säbener Straße, genau vor der Geschäftsstelle des FC Bayern. Ein klarer Affront gegenüber dem ungeliebten Stadtrivalen!
Was bei der ganzen Aktion auffällt, im Bereich zwischen Bozener Straße und Bayern-Geschäftsstelle wurden nur Plakate der Politiker und Parteien überklebt, die nicht an der OB-Stichwahl am 22. März teilnehmen, in den allermeisten Fällen waren die Plakate der CSU und Clemens Baumgärtner. Plakate von Dieter Reiter und Dominik Krause blieben von der Klebeaktion der Löwen-Fans verschont.
In einigen Fälle hatte sich das Löwen-Plakat von selbst wieder gelöst, an anderen Stellen ist sichtbar, dass versucht wurde, das Schmähplakat abzureißen.
Fans von 1860 und FC Bayern zoffen sich regelmäßig
Auch auffällig, auf einem rund 600 Meter langen Teilstück der Säbener Straße vom FCB-Trainingsgelände bis zur Kreuzung Schellenbergstraße stand am Dienstagvormittag kein einziges Wahlplakat mehr. Parallel dazu waren in diesem Abschnitt in der Grünwalder Straße parteiübergreifend noch jede Menge Wahlplakate zu sehen. Und auch auf den zahlreichen Wahlplakatständer rund um das Grünwalder Stadion waren am Dienstagmorgen keine FCB-Schmähplakate zu sehen.
Generell kann das Beschmieren oder Beschädigen von Wahlplakaten nach §303 StGB geahndet werden.
Die Plakat-Aktion ist nur die jüngste in einer langen Reihe an Provokationen in den vergangenen Monaten. Zuletzt hatte sich die Rivalität in einer Art Graffiti-Wettstreit niedergeschlagen, auch die in den aktiven Fanszenen beliebten Sticker sind in der Stadt verstärkt zu sehen.
Vor einigen Wochen zofften sich das rote und das blaue Fanlager auch um den Anspruch aufs Grünwalder Stadion, das nach Plänen von Stadt und TSV mittelfristig per Erbpacht den Löwen übertragen werden soll. Das würde wohl zur Folge haben, dass die zweite Mannschaft der Bayern nicht mehr auf Giesings Höhen ihre Heimspiele austragen kann.
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