Von Bayern übersehen

Mittelfeld-Stratege Timo Gebhart, der 19-jährige EM-Held der des TSV 1860, trainierte früher auch mal beim Lokalrivalen an der Säbener Straße
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Im Visier der Bundesliga: Timo Gebhart.
AP Im Visier der Bundesliga: Timo Gebhart.

Mittelfeld-Stratege Timo Gebhart, der 19-jährige EM-Held der des TSV 1860, trainierte früher auch mal beim Lokalrivalen an der Säbener Straße

MÜNCHEN Fast wirkte es so, als sei ihm die ganze Aufmerksamkeit peinlich. Timo Gebhart, der neue U19-Europameister, hat verlegen ausgeschaut, als sich gestern auf dem 1860-Klubgelände die Objektive aller Fotografen auf ihn richteten. Immerhin, er lächelte schüchtern.

Wohler war’s dem EM-Helden, als er kurz nach Trainingsstart auf den Platz ging. Am liebsten, das war ihm anzumerken, hätte der gebürtige Memminger mit geübt. Aber Gebhart war ja nur zu Besuch gekommen. In Zivil. Also blieb’s beim Abklatschen mit den Kollegen. „Gut gemacht, Junge“, rief ihm Daniel Bierofka zu, die Mitspieler gratulierten brav. Der EM-Triumph wertet Gebhart noch einmal auf bei 1860. „Ich bin von diesem Jungen begeistert“, sagt etwa Löwen-Legende Petar Radenkovic: „Ich hoffe, dass der Trainer für Gebhart einen Platz in der Stammelf findet.“

Seit 2004 spielt Gebhart für die Löwen. Auch weil der FC Bayern ihn einst übersehen hat. Früher kickte Gebhart daheim beim FC Memmingen, der ja schließlich ein Partnerverein der Bayern ist. Gebhart zur AZ: „Ich habe schon bei Bayern mal mittrainiert, als ich 14 war. Es war kein Probetraining, sondern ein Schnuppertag an der Säbener Straße.“

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Den Talent-Scouts der Roten fiel der Allgäuer aber nicht weiter auf, Gebhart (Jahrgang 1989) rutschte durchs Bayern-Raster. Zum Glück für 1860, die Löwen schnappten sofort zu. Gebhart: „Sechzig war schon mein Herzverein, als ich ein kleiner Bub war. Ich war schon immer ein Blauer. Zu den Roten wollte ich nie.“

Weil auch sein großes Idol bei 1860 zauberte. Thomas Häßler, der Weltmeister von 1990, führte ab 1999 bis 2003 Regie im Löwen-Mittelfeld. Gebhart: „Wegen Häßler bin ich mit meinem Vater früher immer ins Stadion gekommen, von Memmingen nach München ist es ja nicht weit. Häßler war einfach der Beste bei 1860.“ Dass er mal so werden will wie Häßler, versteht sich von selbst. Oliver Griss

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