Volland über wichtige Karriere-Entscheidung: "Hätte einen Riesen-Shitstorm gegeben"
Herzenslöwe Kevin Volland und der FC Bayern – hätte das gepasst? Der 15-malige Nationalspieler hat im BR-Podcast "Pizza & Pommes" von Felix Neureuther und Philipp Nagel über seine Rückkehr zu 1860, ehrlichen Fußball und Kommerzialisierung gesprochen – und die Eisenstollen von Kult-Keeper Gabor Kiraly.
Volland: "Ich habe meine Schritte sehr wohlüberlegt"
"Es war schon immer ein Thema, dass ich gefragt wurde, ob ich zum FC Bayern gehe", gestand Volland, wobei ein Wechsel zu seinen Bundesliga-Hochzeiten (TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen) "mit meiner Sechzger-Vergangenheit" gewiss "einen Riesen-Shitstorm" gegeben hätte. Volland beantwortet die "schöne Fangfrage" gekonnt: "Ich war immer ein Spieler, ich habe meine Schritte sehr wohlüberlegt, mit meiner Familie." Er habe nicht bei Bayern "irgendein Backup" sein wollen: "Ich habe mich wirklich bewusst immer für Mannschaften entschieden, wo ich sage, ich bin da eine Nummer, die wollen mich unbedingt haben."
Für den gebürtigen Allgäuer wäre auch kein Wechsel nach Saudi-Arabien infrage gekommen: "Wenn du wirklich am Peak bist, wo du noch in den Top fünf Ligen super performen kannst und vielleicht ja Champions League spielen kannst oder sonst was, dann kann ich es nicht verstehen, dass du dann fürs Geld gehst, weil du verdienst als Fußballer eh schon, egal in welcher Liga, überdimensional."

Sechzig mache das "Familiäre" aus
Kein Wunder, dass der 277-fache Bundesligaspieler wieder zu 1860 zurückgekehrt ist: "Ich denke, dass man nach Union Berlin sicher noch ein anderes Angebot hätte annehmen können, bei dem man etwas mehr Geld verdient. Aber irgendwann bist du so an dem Punkt, (...) wo du dann wirklich sagst: Wo hast du jetzt noch mal richtig Bock, wo bekommst du noch mal diesen Drive für dich selbst? Und da gab es eigentlich dann nur noch wirklich den Weg zurück, auch wenn es in die dritte Liga ist."
Den TSV mache "das Familiäre" aus, der "normalere Fußball" und "die Leidgeprüftheit der Fans". Volland habe "diese Fußballromantik ein Stück weit wieder gebraucht". Schöne Worte des 33-Jährigen aus Sechzger-Sicht: "Ich glaube, wenn ich auf mein Herz gehört hätte damals, weil wir echt eine geile Gemeinschaft bei Sechzig 2011/2012 hatten, dann wäre ich jetzt immer noch bei Sechzig, dann hätte ich da wahrscheinlich mein Leben lang gespielt. Aber irgendwann musst du natürlich als Spieler auch den nächsten Schritt gehen."
Volland kann mit der "Tiktok-Generation" wenig anfangen
Mit der heutigen "Tiktok-Generation" könne Volland wenig anfangen: Hätte er früher so "gemuckt", dann wäre "der Gabor Kiraly mir mit seinen 25er-Eisenstollen eine Minute später in die Knie geflogen"

