VfB-Stuttgart-Funktionär Guido Buchwald kritisiert Hasan Ismaik vom TSV 1860 München

Wie der TSV 1860 einst, plant nun auch der kommende Gegner VfB Stuttgart Anteile zu veräußern. Die Schwaben haben jedoch einen anderen Weg im Blick. Vor dem Südschlager bei den Löwen spricht VfB-Funktionär Guido Buchwald kritisch über den Einfluss des Investors bei Sechzig.
| Patrick Mayer
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Guido Buchwald findet, dass die Löwen mit Hasan Ismaik ein großes Wagnis eingehen.
dpa Guido Buchwald findet, dass die Löwen mit Hasan Ismaik ein großes Wagnis eingehen.

München/Stuttgart - Hasan Ismaik baut die Löwen um. Top-Trainer Vitor Pereira und Star-Manager Ian Ayre sind schon da, möglichst kommende Saison soll der Bundesliga-Aufstieg folgen - und irgendwann ein eigenes Stadion für den TSV 1860. Keine Frage: Der jordanische Geldgeber hat über die von ihm ermöglichten Personalien großen Einfluss auf das Tagesgeschäft, nicht zuletzt ist er Mehranteilseigner.

Einfluss von Hasan Ismaik kritisch beäugt

Doch der Einfluss des Milliardärs wird in der 2. Liga teils kritisch beäugt, so auch vom kommenden Gegner VfB Stuttgart. Die Schwaben sind an diesem Mittwochabend zum Südschlager (17.30 Uhr, im AZ-Liveticker) in der Arena in Fröttmaning zu Gast. Vor dem Spiel kritisierte VfB-Funktionär Guido Buchwald das Investorenmodell in Giesing. Der Ex-Nationalspieler ist bei den Stuttgartern mittlerweile für das Scouting und die Internationalisierung auf dem asiatischen Markt zuständig.

"Ich finde bedenklich, wie er (Hasan Ismaik, d. Red.) eingreift. Sechzig hat sich abhängig gemacht. Ich glaube nicht, dass das gut ist", sagte der Weltmeister von 1990 im Gespräch mit der AZ. "Wenn du als Einzelner schlechte Entscheidungen triffst, leidet der ganze Verein. Die Kontrolle fehlt." Kontrolle solle es künftig bei den Schwaben geben, sollten die Mitglieder für eine Ausgliederung der Profiabteilung stimmen.

VfB Stuttgart plant Ausgliederung

Der VfB plant 24,9 Prozent seiner Anteile zu veräußern und die Profiabteilung in eine Aktiengesellschaft (AG) umzuwandeln. Was andernorts längst vollzogen ist - zum Beispiel bei Borussia Dortmund - soll den Bundesliga-Absteiger langfristig für das Oberhaus wieder konkurrenzfähig machen. Einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge, erhoffen sich "Roten" aus Bad Canstatt durch die Ausgliederung Mehreinnahmen von bis zu 100 Millionen Euro. Am 1. Juni sollen die Mitglieder darüber abstimmen.

Mit dem global operierenden Autobauer Mercedes-Benz, der in Stuttgart seinen Stammsitz hat, steht bereits ein lokaler Interessent bereit. Hierin sieht Buchwald den maßgeblichen Unterschied zu 1860. "Das Präsidium hat klar formuliert, dass man keine Investoren von was weiß ich woher dazu holen wird", schilderte der 56-Jährige. "Wir Schwaben sind wirtschaftlich stark genug, um diesen Verein mit unseren Unternehmen und unseren Fans nach vorne zu bringen."

Den Sechzgern war dies einst nicht geglückt. Zwar sucht Ismaik immer mehr die Nähe zur Basis und weilt häufiger in Giesing und München generell, bei vielen Fans stößt das Investorenmodell aber nach wie vor auf große Skepsis.

Lesen Sie auch: So will Pereira Tormaschine Terodde stoppen

Lesen Sie das vollständige Interview mit VfB-Legende Guido Buchwald zum Spiel der Schwaben beim TSV 1860 am Mittwoch in der Printausgabe der AZ oder unter az-muenchen.de. Der Weltmeister spricht darin über Traditionalismus im Profi-Fußball, die Defensivarbeit der Stuttgarter gegen Stefan Aigner und die unglückliche Ansetzung des Südschlagers.

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