"Verschlafen die 15 Minuten nach der Pause": Eberwein spricht nach nächstem TSV-1860-Remis Klartext
"Fluchtlichtkracher heute live: Löwen zu Gast im Fürther Ronhof": Zumindest der BR dürfte vom Zwangsabstieg der Sechzger profitieren, laufen doch die Spiele der Blauen nun nicht mehr im Pay-TV, sondern öffentlich-rechtlich – im Youtube-Kanal des BR. Eine TV-Übertragung ist in der Regionalliga an einem Dienstagabend eher nicht drin.
TSV 1860 spielte erstmals im neuen Auswärtstrikot
Nach dem ersten Heimsieg nach vier sieglosen Partien gegen Schwaben Augsburg (3:0) gab es für die Löwen in der Englischen Franken-Woche (am Sonntag geht’s zuhause gegen Nürnberg II) beim Drittletzten Fürth II nur ein 1:1. Das "kleine Kleeblatt" ist nach der Zweitliga-Mannschaft die Zweitvertretung aus Fürth, jener Stadt, die es nicht gibt, wie die Nachbarn aus Nürnberg gern sagen.
Erstmals im Einsatz bei den Gästen: das neue Auswärtstrikot in dunkelblau. 8000 Heimtrikots in 60 Minuten hat man zuletzt verkauft, und dass das sogenannte Away-Shirt ein gutes Karma hat, wurde im mit 4825 Zuschauern – darunter 2500 Blaue – besetzten Ronhof schon in Minute sieben klar, als Tunay Deniz aus großer Entfernung einen heimtückischen Flatterball Richtung Tor schickte. Ein Fürther Kopf touchierte die Kugel noch, bevor sie vor Keeper Silas Prüfrock aufsprang, vom Torwart nur nach vorn abgewehrt werden konnte, wo Michael Eberwein sie zum 1:0 im Netz verstauen konnte – ein schöner Start für die Löwen.

Niederlechner hatte 2:0 auf dem Fuß
Keine Überraschung für den Trainer der Hausherren. Vorab hatte Fürths Trainer Julian Kolbeck die Gäste gelobt: "Eine sehr aktive Mannschaft, sehr engagiert. Die wollen die Fans mitziehen." Die ließen sich gern mitziehen, dominierten sie doch eh die Stimmung im Ronhof. So wie die Löwen auf dem Feld. Nach 27 Minuten hatte Florian Niederlechner das 2:0 auf dem Fuß, doch diesmal parierte Prüfrock stark. Minuten später hätte Lance Fiedler fast wieder zum Surfer-Jubel angesetzt, blieb aber an einem Fürther Bein hängen.
Schrecksekunde dann in Minute 40, als plötzlich ein Kopfball knapp neben dem Löwen-Tor landete – um ein Haar wäre aus der verdienten Führung ein mageres Remis geworden. Und die Fans? Singen vom "deutschen Meister TSV, 1966". Schrecksekunden schrecken Löwen-Fans schon lange nicht mehr.
Bell kam zur zweiten Halbzeit in die Partie
Zu Durchgang zwei darf hinten rechts Julian Bell statt Mark Gevorgyan ran. Wenig später bringen die Hausherren erstmals Sechzig-Keeper Vitus Eicher ins Spiel, der sich mit einer guten Parade bedankt. Die Gastgeber fassen nun Mut, werden viel öfter vor dem Löwen-Tor vorstellig – und bekommen nach Foul von Dennis Dressel in Minute 63 einen Strafstoß zugesprochen, den Jakob Engel zum 1:1 verwandelt.

Nichts mehr zu sehen von der Dominanz in Halbzeit eins. Wie abgeschaltet wirkt der Löwen-Motor, nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Erst nach 79 Minuten wieder eine Chance, als Prüfrock per Glanzparade einen Niederlechner-Schuss entschärft. Am Ende ist das fünfte Remis im neunten Spiel perfekt – ein Ergebnis, mit dem Löwen-Coach Alper Kayabunar nicht zufrieden war: "In jedem Spiel, wo wir Unentschieden gespielt haben, wäre ein Sieg möglich gewesen, auch heute. In der ersten Halbzeit waren wir klar besser, in der zweiten gab es eine Phase, wo Fürth besser war, aber die letzten zehn, 15 Minuten haben die Jungs nochmal richtig angeschoben und Torchancen erarbeitet. Insgesamt waren wir dem Sieg heute näher."
Eberwein mit Knallhart-Analyse
Torschütze Michael Eberwein ging da schon mehr ins Detail: "Bis zur Halbzeit haben wir überhaupt nichts anbrennen lassen, hatten auch gute Chancen. Aber dann verschlafen wir die ersten 15 Minuten, Fürth hat umgestellt, und wir haben es zu spät realisiert."
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