Verletzungspech bei Sechzig: Auf diese Junglöwen kommt es jetzt an
Tunay Deniz, Raphael Ott, Mark Gevorgyan, Raphael Ott - der TSV 1860 musste in den vergangenen Wochen die Ausfälle von gleich vier längerfristig verletzten Spielern vermelden.
Des einen Leid, des anderen Einsatzzeit - die AZ zeigt die Lückenfüller-Löwen, die zuletzt aufgrund der Ausfälle des genannten Quartetts sowie guter Trainingsleistungen in den Fokus gerückt sind.
Hoppe gegen Eichstätt erstmals seit dem 6. Spieltag in der Startelf
Julian Bell (23): Der junge Rechtsverteidiger hatte zu Saisonbeginn in der Startelf gestanden, seinen Stammplatz dann an Gevorgyan verloren. Nach dessen Verletzung kam der Rückkehrer von BSG Chemie Leipzig wieder zu mehr Spielzeit. "Wir wissen, was wir an ihm haben", sagte Chefcoach Alper Kayabunar und dürfte unter anderem Verbissenheit und Zweikampfstärke gemeint haben.
Benedikt Hoppe (25): Beim jüngsten 2:0 beim VfB Eichstätt zum ersten Mal seit dem sechsten Spieltag wieder in der Startelf. "Er war für das Spiel sehr geeignet", fand Kayabunar: "Er ist ein sehr zweikampfstarker Spieler und hat in der Luft ein gutes Timing, das war wichtig bei den vielen langen Bällen." Weitere Einsätze dürfte der Mann, der auch Innenverteidiger spielen kann, mit Bell ausraufen.
Deniz und Uhlmann fehlen: Gute Chancen für Dordan
Damjan Dordan (23): Der junge Abräumer ist quasi der Ersatz für den Deniz-Ersatz - und zuletzt in Eichstätt anstelle vom nun ebenfalls verletzten Uhlmann eingewechselt worden. Prompt gab es ein Sonderlob von Coach Kayabunar: "Er hatte eine richtig gute Trainingswoche, war nach seiner Einwechslung sehr wichtig, hat Stabilität gebracht und war auch sehr wichtig mit den Zweikämpfen, die er gewonnen hat."
Dordan hat gute Chancen, Deniz beziehungsweise Uhlmann auch in den kommenden Spielen zu ersetzen - in der Startelf.

Cristian Leone (21): Dass der Nachname des jungen Deutsch-Italieners übersetzt "Löwe" bedeutet, verschafft ihm den bei Fans gewiss ein paar Pluspunkte. Unter Kayabunar zählt die Leistung und hierbei hatte der quirlige Außenbahnspieler, der zu Saisonbeginn beim 2:2 in Schweinfurt noch in der Startelf gestanden hatte, laut seinem Coach einen ausgiebigen "Durchhänger". Die Konsequenz, nebst zwischenzeitlichem Startplatzverlust und kaum Einsatzzeiten?
"Wir haben miteinander gesprochen und ich habe ihm klar gesagt, was wir von ihm erwarten", so Kayabunar, der seinem Schützling auch Mut zugeredet habe und anstelle des verletzten Ott wieder reingeworfen hat.
Der Lohn: Beim 2:4 gegen Bayern II erzielte Leone ein Tor, in Eichstätt zeigte sich der Rechtsaußen auffällig und steuerte eine Vorlage zum wichtigen Auswärtssieg bei. So kann es weitergehen.
Calderon kam, sah und traf gegen Eichstätt
Arian Calderon (19): Ein ähnlicher Fall wie Dordan und Leone, mit denen Kayabunar eigenen Aussagen zufolge ähnliche Einzelgespräche geführt hat. Der wuchtige Torjäger hat gleich zu Saisonbeginn beim 2:2 in Schweinfurt und beim 3:2 in Aubstadt ebenso genetzt wie öfter in der Vorbereitung, dennoch war er danach vom Radar verschwunden.
"Ich habe ja schon in der letzten Pressekonferenz gesagt, dass ich mit ihm geredet habe und was ich von ihm erwarte. Das hat man in der Trainingswoche gesehen. Mit hat gefallen, wie er trainiert hat, deswegen hat er mehr Spielzeit bekommen."

Calderon kam, sah und traf: Der Mann mit den brasilianischen Wurzeln erzielte, übrigens nach Leones mustergültiger Vorlage, das entscheidende 2:0. Kayabunar dazu: "Es freut mich sehr, dass er sich mit einem Tor belohnt hat. Es ist aber ganz normal, dass die Jungs Leistungsschwankungen haben und nicht in jedem Spiel so performen."
Und dennoch: Ein Angreifer mit Selbstvertrauen ist besser als ein Stürmer mit Ladehemmung, weshalb Calderon auch in den kommenden Spielen wieder eine Waffe sein kann - erst recht, wenn 1860 dringend Tore brauchen sollte oder wie in Eichstätt einen Knipser, der den Deckel drauf macht.


