Uhlmanns Aufstiegs-Ansage: 1860 jagt den ersten Serien-Sieg
Legt Sechzig jetzt so richtig los? "Wenn der Stein ins Rollen kommt, glaube ich schon, dass extrem viel Wucht entstehen kann, gerade mit den Fans und der Stadt im Rücken kann da schon etwas Erfolgreiches zustande kommen!", sagte Neuzugang Eric Uhlmann und packte gleich eine Aufstiegs-Ansage aus. Mutig, wenn man bedenkt, wie vorsichtig die Giesinger ihr zartes, neues Spielbetriebs-Pflänzchen bislang hegten und pflegten.
Englische Woche als Stimmungs-Test
Vielleicht aber auch genau richtig, schließlich könnte da langsam, aber sicher etwas loskullern.
Nach dem überzeugenden 3:0-Heimsieg des TSV 1860 am vergangenen Freitagabend gegen den TSV Schwaben Augsburg ist vor dem nächsten Duell in der neuen Englischen Woche der Blauen: Schon am Dienstagabend muss der TSV-Tross bei der SpVgg Greuther Fürth II antreten (19 Uhr). Gegen den Drittletzten der Viertliga-Tabelle dürfte nicht nur Uhlmann einen Dreier anvisieren, oder?
Zwischen Euphorie und Phrasenschwein
"Es ist super, wenn die Spieler Ambitionen haben. Das gehört auch zu diesem Verein", sagte Cheftrainer Alper Kayabunar, als ihn die AZ mit Uhlmanns Aufstiegs-Ansage konfrontierte und stellte für das Duell der Oberbayern bei den Mittelfranken klar: "Wir haben jetzt zuhause ein Spiel gewonnen und wollen natürlich versuchen, das zu bestätigen."
Dabei könnte 1860 erstmals im bisherigen Saisonverlauf in zwei Spielen in Folge siegen.
Erster Schritt getan, nächste sollen folgen
Man fragt sich also: Serie oder Stolperstein?
Gleichzeitig trat Kayabunar, wie es jeder Trainer eines Traditionsvereines im Wissen um die hohe Erwartungshaltung und möglicher Stolpersteine eben tut, auf die Euphoriebremse: "Trotzdem sage ich als Trainer immer wieder: Wir schauen von Spiel zu Spiel." Fünf Euro ins Phrasenschwein bitte, Herr Kayabunar!
Für den 40-Jährigen sei es erst einmal "wichtig" gewesen, nach der Last-Minute-Enttäuschung von Vilzing (2:2) das erste Heim-Duell der laufenden Saison zu gewinnen und "den nächsten Schritt zu machen, gerade mit Ball."

Lob, Kritik und der Blick auf die Details
Gesagt, getan, und zwar ziemlich überzeugend. Dennoch habe der TSV-Trainer in der nachfolgenden Videoanalyse auch etwas zu bekritteln gefunden. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen", begann Kayabunar lobend, hängte aber dran: "Verbesserungspotenzial gibt es immer." 1860 hätte etwa trotz dreier erzielter Tore und keines kassierten Gegentreffers "zu viele Chancen zugelassen".
Die fränkischen (Fest-?)Tage komplett macht das letzte Duell der Woche, am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg II (15 Uhr). Der Vollständigkeit halber hatte Kayabunar bereits vor dem Augsburg-Duell die neun Punkte als Maximal-Ausbeute der Englischen Woche anvisiert, aber schon dabei betont, dass es noch ein hartes Stückchen Arbeit sei.
Gerade eine Unwägbarkeit strich der Löwen-Dompteur vor den Lokalduellen in Fürth und gegen die Nachwuchs-Glubberer heraus: "Gegen U-Mannschaften ist es nicht so einfach: Man weiß nicht, was genau auf dich zukommt." Fürth hatte zuletzt, trotz einer zuvor miserablen Bilanz von erst einem Sieg und fünf Pleiten, den FCA II klar mit 3:0 besiegt. Kayabunar: "Zweite Mannschaften sind technisch gut ausgebildet und sehr fit, weil viele Spieler bei den Profis mittrainieren." Sechzig müsse "zeigen, dass wir eine Herrenmannschaft sind."
Fränkische Woche und die Tücke der U-Teams
Dabei kommt 1860 gewiss entgegen, dass besagte und betagte Herren in allen Mannschaftsteilen verfügbar sind: Torhüter Vitus Eicher (35), Verteidiger Felix Weber (31), die Zentrale mit Dennis Dressel (27) und Tunay Deniz (32) sowie Torjäger Florian Niederlechner (35). Keeper Eicher hat einen Zusammenprall gegen Augsburg ebenso gut überstanden wie der zuvor angeschlagene Dressel das Duell. "Die sind hart in Nehmen", so Kayabunar, Sechzig hat somit keine Ausfälle zu beklagen.
Alles angerichtet für den zweiten Sieg in Serie – oder gibt’s, wie es der Franke aussprechen würde, ein oder zwei "frängische Schdolberschdeine"?
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