TSV 1860: Wer säuft, der fliegt!

Das Anforderungsprofil für Löwen-Neuzugänge ist anspruchsvoll. Denn Trainer Ewald Lienen gilt als Mann mit Prinzipien. So kündigt er an,jeden Nachtschwärmer sofort zu suspendieren.
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Ewald Lienen gibt gerne die Richtung vor.
dpa Ewald Lienen gibt gerne die Richtung vor.

Das Anforderungsprofil für Löwen-Neuzugänge ist anspruchsvoll. Denn Trainer Ewald Lienen gilt als Mann mit Prinzipien. So kündigt er an,jeden Nachtschwärmer sofort zu suspendieren.

MÜNCHEN Hin und wieder übernachtet Ewald Lienen sogar in der 1860-Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße. Die Familie des Löwen-Trainers ist ja noch in Mönchengladbach, und so kann Lienen mit Fug und Recht behaupten, sich Tag und Nacht um 1860 zu kümmern.

Der 55-Jährige hat viel zu tun. Nächsten Mai wollen die Löwen ihre 150-Jahr-Feier auf dem Rathausbalkon begehen. Lienen soll die Löwen in die Bundesliga führen, dazu bedarf es des richtigen Personals. Und das muss jetzt eingekauft werden.

„Wir können es uns nicht erlauben, irgendwen zu kaufen, nur damit der Kader voll wird“, sagt Lienen. Auch, wenn der Kader sich derzeit tatsächlich immer mehr leert; am Dienstag bestätigte Ligakonkurrent FSV Frankfurt die Verpflichtung von Mittelfeldspieler Nikolas Ledgerwood.

Bis zum Trainingsstart am 25. Juni „wollen wir 90 Prozent unserer Transfers getätigt haben“, wie Sportdirektor Miki Stevic sagt. Vier, fünf Leistungsträger sollen her bei 1860. Damit meint Lienen nicht nur das fußballerische Können der potenziellen Neu-Löwen. „Wir brauchen Spieler, die bereit sind, unseren Weg voll mitzugehen, die hungrig sind auf den Erfolg mit 1860 und sich selbst noch etwas beweisen wollen“, sagt der Coach. Lienen will Spieler, wie Gabor Kiraly, den neuen Torwart der Löwen. Der besichtigte gleich nach seiner Vertragsunterschrift vor einer Woche ein paar Wohnungen in der Nähe des Vereinsgeländes. „Ich fahre gerne mit dem Rad zum Training und will in der Nähe meines Arbeitsplatzes wohnen“, sagt er. Auch um schneller bei seiner Familie zu sein. „Vereine kommen und gehen, aber die Familie bleibt für immer“, meint der frühere ungarische Nationalkeeper noch.

Lienen, der mit seinen Spielern gerne auch über fußballfremde Themen diskutiert, gefällt das. Insofern ist Kiraly durchaus ein typischer Lienen-Transfer. Genauso wie Alexander Ludwig. Der war sich, laut 1860-Sportdirektor Miki Stevic, schon so gut wie einig mit Mönchengladbach, wechselte aber lieber zu 1860. „Hier soll etwas Großes entstehen, und ich habe das Gefühl, dass ich jetzt im richtigen Alter bin, um bei so einem Aufbau eine tragende Rolle zu übernehmen“, sagt der 25-Jährige. Diese Verantwortung soll er bekommen.

„Lienen will Spieler, die Fußball als Beruf verstehen“, beschreibt Geschäftsführer Manfred Stoffers Lienens Transferprinzipien. Stoffers weiter: „Er hat uns sofort gesagt, dass er Spieler, die während der Saison mitten in der Nacht noch um die Häuser ziehen, sofort suspendieren wird.“ Stoffers und Stevic stimmten dem zu – obwohl sie sich der Verlockungen, die München Fußballern bieten kann, durchaus bewusst sind.

Aber Lienen hat seine Prinzipien, er hat seine Linie, der er folgt. „Lienen lebt den Spielern selbst vor, was er von ihnen erwartet. Und bei Vertragsverhandlungen verhalten wir uns den Spielern gegenüber immer offen und ehrlich“, sagt Stoffers. Das gilt natürlich auch in Bezug auf das Finanzielle: Viel bezahlen können sie nicht.

Filippo Cataldo

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