1860-Trainer Kayabunar nach Vilzing-Remis konsterniert: "Es tut unfassbar weh"

Dank eines Traumtores von Tunay Deniz darf der TSV 1860 bei der DJK Vilzing lange auf drei Punkte hoffen. Am Ende ist es ausgerechnet Ex-Löwe Markus Ziereis, der zum 2:2 trifft. "Es tut unfassbar weh", sagt Trainer Alper Kayabunar.
von  Matthias Eicher
Die Löwen mussten am Freitagabend ein bitteres 2:2 bei der DJK Vilzing hinnehmen.
Die Löwen mussten am Freitagabend ein bitteres 2:2 bei der DJK Vilzing hinnehmen. © sampics

Keine sechs, sieben Kilometer vom niederbayerischen Dörfchen Vilzing entfernt gibt’s ein noch kleines Örtchen namens "Löwengrube". Nach drei Regionalliga-Remis und dem Ausscheiden in DFB-Pokal und Toto-Pokal hatten die aus dem Profifußball abgestürzten und neu zusammengefangenen Giesinger Großkatzen so gar keine Lust mehr, irgendwem zum Fraß vorgeworfen zu werden – und doch gab es am Ende wieder einen Nackenschlag.

Freitagabend, Flutlicht, 2500 Zuschauer im beschaulichen, aber berstend vollen Manfred-Zollner-Stadion am "Huthgarten", mitten in der Urlaubsregion des Bayerischen Waldes und schon fast an der tschechischen Grenze: Auch beim 2:2 (1:0) des TSV 1860 bei der bislang drittplatzierten DJK Vilzing, dem Ex-Klub von Sechzigs Rückkehrer Felix Weber, konnten sich die Sechzger nicht durchbeißen: Torjäger-Haudegen Florian Niederlechner (9.) und Spielmacher-Routinier Tunay Deniz (62.) schossen die Mannschaft von Chefcoach Alper Kayabunar zweimal in Führung, doch Nik Leipold (55.) und Ex-Löwe Markus Ziereis (90.+4) glichen zweimal aus.

Deniz: "Es fühlt sich an wie eine Niederlage"

"Es tut unfassbar weh, wenn Du mit der allerletzten Aktion das Gegentor kassierst", sagte ein enttäuschte 1860-Trainer Alper Kayabunar: "Aber wir müssen es uns selbst ankreiden, wir haben so viele Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden." Mit Blick auf den Last-Minute-Ausgleich durch Vilzing-Joker Ziereis hielt er fest: "Es kann nicht sein, dass er da alleine steht." Und Deniz gab zu: "Es fühlt sich an wie eine Niederlage."

Deniz war es auch, der das schönste Tor des Abends mit einem sensationellen Schuss aus über 50 Metern hinter der Mittellinie erzielte. So ein Ding hatte der Deutsch-Türke schon einmal in der Dritten Liga gegen Borussia Dortmund ausgepackt. Freuen konnte er sich nach dem Abpfiff selbstverständlich nicht: "Ich habe keine Ahnung, ob es das Tor des Jahres wird, ist mir im Endeffekt auch scheißegal. Die Enttäuschung überwiegt, wir wollten unbedingt drei Punkte mitnehmen."

Kayabunar vertraut in Vilzing wieder seiner A-Elf

Kayabunar nominierte beim Gastspiel der Blauen im Bayerischen Wald im Vergleich zur Buchbach-Pleite wieder Spielmacher-Routinier Deniz für seine insgesamt erwartbare Startelf, die in den ersten Minuten sichtlich darum bemüht war, erst einmal Kompaktheit herzustellen. Routinier Niederlechner war es, der den weiß-blauen Türöffner gab: mit der geballten Erfahrung eines Ex-Bundesligaspielers sorgte er mit einer starken Einzelaktion für den ersten Jubel der Giesinger Gäste.

Vilzing, das mit zuvor vier Siegen und zwei Niederlagen die drittbeste Viertliga-Bilanz vorzuweisen hatte, ließ sich dadurch aber (noch) nicht kleinkriegen: Die DJK überließ Sechzig zwar mehr Ballbesitz, erspielte sich aber immer wieder Möglichkeiten: eine der besten verwertete Leibold abgezockt. Als Vilzing sich erdreistete, dem Schwergewicht Sechzig weiter Probleme zu bereiten, nahm Deniz Maß, traf – und packte zum Torjubel seine Arme als Schwingen aus.

Am Ende aber kassierte 1860 einmal mehr einen schmerzhaften Schwinger – ausgerechnet vom Ex-Löwen. . .

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