TSV 1860 München: Trainer Vitor Pereira lässt sich nicht reinreden

Der TSV 1860 trennt sich im dritten Testspiel 0:0 von Vitoria Setubal. „Wir brauchen mehr Qualität“, sagt Trainer Vitor Pereira und kündigt an, sich bei Neuzugängen nicht reinreden lassen zu wollen.
| Matthias Eicher
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Der Löwen-Boss: Trainer Vitor Pereira will sich bei Neuverpflichtungen nicht reinreden lassen.
sampics/Augenklick Der Löwen-Boss: Trainer Vitor Pereira will sich bei Neuverpflichtungen nicht reinreden lassen.

München - Felix Uduokhai. Sebastian Boenisch. Sogar Haudegen und Relegationsretter Kai Bülow. So hießen die Abwehrspieler des TSV 1860 gestern im dritten Test des 16-tägigen Trainingslagers in Portugal. Und nicht etwa Luiz Gustavo oder Vegard Forren. Während die beiden Quasi-Neulöwen nach Medizincheck und kurzem Training am Vortag noch nicht auf dem Rasen standen, riss die Serie von Neutrainer Vitor Pereira: 1860 gewann nicht mit 3:0.

Die Löwen und der portugiesische Erstligist Vitoria Setubal trennten sich gestern Mittag mit 0:0, und immerhin: Die Pereira-Löwen sind weiter ungeschlagen. „Ich bin zufrieden, Setubal hat eine gute Qualität. Einige Spieler sind müde, das ist aber in dieser Phase des Trainingslagers normal“, erklärte Pereira nach dem Test, bei dem Sechzig besser war, aber Torhüter Jan Zimmermann einen von Bülow verursachten Elfmeter parieren musste.

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Auf der Suche nach besseren Löwen

Ein Wort war es, das der Coach gleich nochmal erwähnen sollte: Qualität. Denn um diese ist es im Spiel seiner Elf noch nicht so bestellt, wie es der Ex-Trainer der Top-Klubs FC Porto, Olympiakos Piräus und Fenerbahce Istanbul gerne hätte. „Was ich noch vermisse, sind die technischen Fertigkeiten, die Eins-gegen-Eins-Duelle und die Chancenverwertung. Wir brauchen Qualität“, sagt Pereira unverblümt – der Portugiese ist auf der Suche nach besseren Löwen.

Zwar „zufrieden“ über das Ergebnis und „glücklich“ mit seinem Kader, schwingt in Pereiras Worten ein deutlicher Wunsch mit, der Wunsch nach Verstärkungen. „Wir brauchen komplette, technisch gute Spieler, aggressive Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen“, stellt der 48-Jährige klar, um einmal mehr seine Ambition folgen zu lassen: „Wenn wir um andere Ziele kämpfen wollen, brauchen wir mehr Qualität. Ich bin nicht zu 1860 gekommen, um ewig in der Zweiten Liga zu bleiben. Ich habe ein Ziel: die Bundesliga.“

Womit wir wieder bei Gustavo und Forren wären. Bringen der junge Brasilianer und der gestandene, aber zuletzt nicht unbedingt gefragte Norweger tatsächlich jene Qualität, die der 48-Jährige sucht – und wurden sie auch von ihm auserwählt, oder von einem Spielerberater Hasan Ismaiks auf dem Präsentierteller serviert?

Gekommen, um zu entscheiden

„Wenn ich mich für einen Spieler entscheide, bedeutet das, dass er meiner Meinung nach die Qualität hat, um uns zu helfen“, so Pereira, der die Frage damit allerdings nicht beantwortet. Umso deutlicher fährt er fort: „Ich werde bei allen Spielern entscheiden, die hierher kommen. Ich entscheide alles. Ich bin gekommen, um zu entscheiden“, stellt er klar. Pereira, das Alpha-Tier – und der Allesentscheider.

Bilder: Pereira lässt die Löwen tanzen

Man ist geneigt, bei diesen klaren, fast totalitär anmutenden Worten an ein Youtube-Video zu denken, das Pereira beim saudischen Klub Al Ahli Dschidda (2013-14) zeigt:

Ein Pressesprecher will ihm dort den Mund verbieten. Pereira redet sich daraufhin in Rage, stellt eindrucksvoll klar: Wo er trainiert, ist er der Boss. Bei den Löwen pflegte Investor Hasan Ismaik bei seinem Besuch, als er Vereinsoberhaupt Peter Cassalette warten ließ und mit sechs Luxus-Limousinen vorfuhr, seine Macht zu demonstrieren.

Man ist daher geneigt, zu fragen: Was, wenn sich die blauen Entscheider mal in die Haare kriegen?

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