TSV 1860 München stellt Vitor Pereira als neuen Cheftrainer vor

Am Montagmittag stellen die Löwen den neuen Trainer Vitor Pereira vor. Das teilte der Verein am Sonntagabend mit. Mit Pereira kommt ein Mann, der durchgreift. Auch der Investor kündigt an: „Unser Verein darf nicht zu einer gut bezahlten Wohlfühloase verkommen“  
| Patrick Mayer
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Vitor Pereira soll's bei den Löwen richten.
dpa Vitor Pereira soll's bei den Löwen richten.

Am Montagmittag stellen die Löwen den neuen Trainer Vitor Pereira vor. Das teilte der Verein am Sonntagabend mit. Mit Pereira kommt ein Mann, der durchgreift. Auch der Investor kündigt an: „Unser Verein darf nicht zu einer gut bezahlten Wohlfühloase verkommen“

München - Es brechen ungemütliche Zeiten auf Giesings Höhen an. Wer nun meint, das sei ein jahrelanges Dauerphänomen beim TSV 1860, liegt vermutlich nicht falsch. Der erwartet verschärfte Kurs wird sich künftig aber vor allem im neuen Trainer manifestieren: Vitor Pereira. Der Portugiese wird am Montag, 12 Uhr, im Rilano Hotel München vorgestellt. Das teilte der Verein am Sonntagabend in einer Pressemitteilung mit. Im Anschluss an den Pressetermin lädt der TSV 1860 alle Sechzger-Fans
zum gemeinsamen Mittagessen mit dem neuen Cheftrainer ins Hacker-Pschorr Bräuhaus ein.

Zum 1. Januar 2017 beginnt Pereiras Job bei den Sechzigern. Der 48-jährige Portugiese, der u.a. für den FC Porto, Olympiakos Piräus und Fenerbahce Istanbul arbeitete und dabei drei Meistertitel gewann, erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018. "Wir sind sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, unseren absoluten Wunschtrainer zu verpflichten. Vitor Pereira hat ein großes Herz und einen unglaublichen Willen. Wir denken, dass er perfekt zu unserem Verein passt“, erklärt Anthony Power, Geschäftsführer der Löwen.

Auch Präsident Peter Cassalette zeigt sich hochzufrieden mit dieser Personalentscheidung: „Wir sind froh, dass wir mit der Unterstützung von unserem Hauptgesellschafter Hasan Ismaik einen absoluten Hochkaräter wie Vitor Pereira für uns gewinnen konnten.“

Wer ist Vitor Pereira?

Vitor Pereira gilt als ein Typ Trainer, den man im Fußball-Jargon gerne als „harten Hund“ bezeichnet. Das passt ins Bild. Investor Hasan Ismaik verpasste am Wochenende bei seiner jüngsten Stippvisite in München bereits zuvor keine Gelegenheit, um zu erklären, dass in der Winterpause nach der Entlassung von Ex-Chefcoach Kosta Runjaic und Ex-Sportchef Thomas Eichin nun wirklich alles auf den Prüfstand komme, allen voran die Mannschaft. Die Entwicklung der letzten Monate sei „untragbar und absolut inakzeptabel“, schrieb der jordanische Geldgeber in der Nacht auf Samstag in seinem ersten Beitrag auf Facebook seit dem 4. Dezember.

Ismaik, Aigner, Eichin: Das war die Hinrunde des TSV 1860

Der 39-Jährige kritisierte seinen Klub scharf. Er werde „die Minderleistung in allen Ebenen nicht mehr länger akzeptieren“, hieß es in dem Post weiter. „Unser Verein darf nicht zu einer gut bezahlten Wohlfühloase verkommen, sondern muss leistungsorientiert ausgerichtet werden, um auch die notwendigen Ziele zu erreichen.“

Wohlfühloase, Minderleistung – der Ton des Geldgebers wird rauer. Noch rauer, als er eh schon war. Das personalisierte sich bereits in Interims-Geschäftsführer Anthony Power. Mitarbeiter der Geschäftsstelle sollen sich über die rabiate Umgangsart des Amerikaners beschwert haben, berichtete der „Münchner Merkur“. Nun kommt also auch Pereira. Am Sonntagmittag zeigte Ismaik dem 48-Jährigen schon mal das Trainingsgelände an der Grünwalder Straße sowie die Geschäftsstelle.

Alles wird dem Erfolg untergeordnet

Der Investor hat kurz vor Weihnachten offenbar keine Zeit zu verlieren. So ist auch eine Formulierung auf Facebook an die Löwen-Profis zu verstehen: „Wir werden die Mannschaft verändern und optimieren, um ein konkurrenzfähiges Team in die Rückrunde schicken zu können.“ Dem aktuellen Team spricht Ismaik demnach die Konkurrenzfähigkeit ab, nicht gerade erbauend für die Spieler. Ab- und Zugänge sind zu erwarten in der Winterpause, wenn auch bekanntlich schwierig umsetzbar. Pereira ist jedoch Zweitliganiveau nicht gewohnt, trainierte zuletzt schließlich Fenerbahce Istanbul, Olympiakos Piräus und den FC Porto.

Der Portugiese ordnet alles dem Erfolg unter. Beim Europa-League-Spiel von Fenerbahce im Frühjahr gegen Braga musste der Heißsporn nach einem Disput mit dem Unparteiischen sogar auf die Tribüne. Er ist der Boss. Und daran gibt es nichts zu rütteln. Damit ist er vielleicht genau der Mann, den die Sechzger auf diesem Posten brauchen. Er ist auf jeden Fall der „große“ Trainer, den sich der Hauptgesellschafter in fünfeinhalb Jahren Sechzig immer gewünscht hat.

„Wir werden dieses Mal einen erstklassigen Trainer haben”, erklärte Ismaik laut „dieblaue24“ am Samstagabend bei einem Besuch auf der Weihnachtsfeier der Ilmtal-Löwen in Pfaffenhofen.

Und in Rudelzhausen bei der Christmas-Party der „Holledauer Löwen“ meinte er: „Ich bin heute mit unserem neuen Trainer fünf Stunden zusammen gesessen. Er hat eine neue Qualität, die sich entscheidend von der Qualität der anderen Trainer absetzt.” Er schäme sich für Platz 14 und könne das nicht länger akzeptieren. „Es wird im Jahr 2017 viele Änderungen geben“, sagte der Jordanier demnach. Änderungen, die wohl vor allem die aktuellen Löwen-Spieler betreffen werden.

 

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