TSV 1860 München: So wütend ist Daniel Bierofka wegen der Derby-Pleite

Der Löwen-Trainer ist nach der Pleite gegen Bayern II sauer – auf seine Mannschaft, die Öffentlichkeit, die Schiedsrichter und die Ultras. "Hat mir nicht gepasst, dass sie noch mal beim Training waren."  
| Matthias Eicher
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Bei der 0:1-Niederlage seiner Jungs gegen den FC Bayern II ist Daniel Bierofka sichtlich wütend.
Rauchensteiner / Augenklick Bei der 0:1-Niederlage seiner Jungs gegen den FC Bayern II ist Daniel Bierofka sichtlich wütend.

Der Löwen-Trainer ist nach der Pleite gegen Bayern II sauer – auf seine Mannschaft, die Öffentlichkeit, die Schiedsrichter und die Ultras. "Hat mir nicht gepasst, dass sie noch mal beim Training waren."

München - Ärger. Frust. Wehklagen. Die Pleite im Lokalderby gegen den Rivalen von der Säbener Straße hat bei den Löwen Spuren hinterlassen. Gruß- und wortlos schlich Rotsünder Nicholas Helmbrecht nach dem Auslaufen von dannen, ein geknickter Angreifer Markus Ziereis erklärte im Vorbeigehen: "Der Trainer hat uns ganz schön zusammengefaltet – aber das ist ja auch gerechtfertigt nach diesem Spiel."

Daniel Bierofka, Trainer des TSV 1860, konnte seine Emotionen nach der ersten Heimniederlage der Saison, dem 0:1 ausgerechnet gegen die kleinen Bayern, nur schwer in Zaum halten. "Es tut heute doppelt so weh wie gestern", klagte der 38-Jährige am Montag. Zu gerne hätte der derbyerfahrene Ex-Spieler einen Dreier eingefahren und verhindert, dass der FC Ingolstadt II bei einem Spiel weniger nur noch sechs Zähler hinter Sechzig rangiert.

So aber musste er sich erklären: "Wir müssen unsere Spiele gewinnen. Es gibt immer Teams, die Punkte holen. Wenn wir unsere Punkte holen, ist das aber zweitrangig." Zu seinem Leidwesen wurde er bei diesem Ansinnen von seiner eigenen Elf enttäuscht. Und nicht nur das: Bierofka hatte gleich mehrere Derby-Dornen im Auge.

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Die Mannschaft

Wie von Ziereis angerissen, gab es für die Derby-Versager einen Anpfiff vom Coach. "Wir haben darüber gesprochen, was gepasst hat und was nicht gepasst hat", erläutert Bierofka, dessen folgender Satz auch ein bisschen Aufschluss über die Deutlichkeit seiner Predigt gab: "Das habe ich ganz klar angesprochen." Hauptkritikpunkt: Die Löwen agierten voller Nervosität. "Es hat alles verkrampft gewirkt, wir waren nicht locker. Ich hätte mir auf dem Spielfeld mehr Verantwortung gewünscht."

Die Öffentlichkeit

Ein "Alibi" wolle er seiner Elf nicht geben, und doch wollte Bierofka den mangelhaften Auftritt in den Gesamtkontext der enormen Erwartungshaltung eingeordnet wissen. "Es ist Wahnsinn, was auf die Jungs alles eingeprasselt ist – auch medial und vom Druck von außen her." Derby hier, Derby da – sämtliche Versuche Bierofkas, die Partie auf eine "normale" Ligapartie zu reduzieren, für die es wie immer nur drei Punkte gibt, erzielten nicht die gewünschte Wirkung.

Die Ultras

Am Samstag hatten Mitglieder der Ultra-Gruppierung "Münchner Löwen" das Abschlusstraining besucht – eine Aktion, die Sechzigs Akteure noch mal anheizen sollte. Und nach Ansicht ihres Coaches nach hinten losging. "Das hat mir auch nicht gepasst, dass sie noch mal beim Training waren", sagte Bierofka: "Vor so einem Spiel braucht man der Mannschaft nicht noch mal erzählen, um was es geht. Sie hatten schon genügend Druck – und dann wird noch mal und noch mal gesagt, dass das Spiel das wichtigste überhaupt ist."

Der Schiedsrichter

Der Platzverweis für Kleinlaut-Löwe Helmbrecht verhinderte, dass die Sechzger in der Schlussphase noch stärker auf den Ausgleich drängen konnten. Bierofka nahm den Platzverweis seines Dribblers zum Anlass, sowohl den Spieler als auch den Schiedsrichter zu kritisieren. "Klar haben wir noch mal gesprochen. Er weiß selbst, dass die Aktion total unnötig war." 

Schiedsrichter Christian Dietz hätte nach Bierofkas Einschätzung jedoch nicht Rot ziehen müssen: Helmbrecht sei "Richtung Ball" gegangen: "Normal ist das eine Gelbe Karte. Wenn uns einer umtritt, gibt es Gelb und wenn wir mal ansatzweise ein Foul begehen, wo man auch Fingerspitzengefühl zeigen könnte, gibt es gleich Rot. Aber das Thema Schiedsrichter nervt mich. Dazu will ich gar nichts mehr sagen – bringt eh nix."

Lesen Sie hier: Lange Zwangspause für Andermatt

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