TSV 1860 München: So leiden die Frust-Löwen

Der TSV 1860 schwächelt, Daniel Bierofka und seine Spieler machen sich auf die Suche nach den Ursachen. Für den Trainer steht fest: "Uns hat der letzte Wille gefehlt."
| Matthias Eicher
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Sinnbild für die Löwen-Misere: 1860-Angreifer Nico Karger nach dem 0:2 in Burghausen.
sampics/Augenklick Sinnbild für die Löwen-Misere: 1860-Angreifer Nico Karger nach dem 0:2 in Burghausen.

München - Erst das 2:3 beim FC Augsburg II. Dann das 0:1 im Derby gegen den FC Bayern II. Und nun das 0:2 bei Wacker Burghausen. Drei Pleiten in den letzten fünf Spielen, in denen der TSV 1860 nur bei der SpVgg Bayreuth (3:0) und gegen den FC Memmingen (2:0) gewinnen konnte.

Die Löwen-Lust durch zuvor zwölf Regionalliga-Partien ohne Pleite ist ihm gewichen: dem Löwen-Frust. "Uns hat der letzte Wille gefehlt", hatte Trainer Daniel Bierofka geklagt – und seine Spieler konnten nicht widersprechen. "Wir wissen ja, dass der Gegner immer alles reinwirft gegen uns – aber wir nehmen es nicht an. Das ist sehr ärgerlich", sagt Offensivspieler Markus Ziereis im Gespräch mit der AZ. Der Löwen-Rückkehrer fordert: "Wir müssen wieder besser dagegenhalten."

Laufbereitschaft, Kampfgeist, und – wie von Bierofka gefordert – den nötigen Biss, die nötige Leidenschaft will Ziereis sehen. Seine Ansage: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen, das ist unser Anspruch. Dazu müssen wir aber die Grundtugenden zeigen, sonst wird es gegen jeden Gegner schwer!"

Doch woran hat’s gelegen, dass es Sechzig bei Wacker so gar nicht auf den Platz brachte? Ziereis dazu, als hätte er schon geahnt, dass die Löwen im Anschluss anstatt auf den Trainingsplatz zur ausgedehnten Videoanalyse und nachfolgendem Lauf in den Israuen antreten mussten: "Da gibt es viele Punkte, die wir ansprechen müssen und auch werden. Wir haben nicht gut verteidigt, haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und hatten keine Durchschlagskraft."

Ziereis: "Die Fans sind immer da"

Dazu komme, dass man die wenigen Chancen, "die wir ja hatten, nicht genutzt haben. Wenn es spielerisch nicht läuft, muss man auch mal eine oder eine halbe Chance nutzen". Was Ziereis zudem sowohl in Augsburg beim neuen Regionalliga-Rekord (21.219 Zuschauer), als auch im ausverkauften Grünwalder gegen die Bayern (12.500) und bei Wacker (8.520) sauer aufgestoßen war: "Niederlagen nerven natürlich, weil wir dadurch Punkte liegen lassen. Es ärgert mich aber auch wegen unseren Fans. Wir haben jetzt drei Spiele vor sehr vielen Zuschauern verloren. Die Fans sind immer da, die sind in Burghausen noch eine halbe Stunde nach dem Spiel im Block herumgehüpft."

Daher müsse man allein wegen der treuen Anhänger wieder die Kurve kriegen. Ein zerknirschter Keeper Marco Hiller erkannte zudem, dass man "die zweiten Bälle" nicht bekommen habe, was auch bei beiden Gegentoren in Burghausen das Entscheidende gewesen sei: "Das hat uns gefehlt."

Kindsvater: "Bin wütend und enttäuscht"

Daher fehlte dem einzigen Löwen mit Normalform, der gleich mehrfach in Eins-gegen-Eins-Duellen klären konnte, nach zwei Paraden vor den beiden Toren die Unterstützung der Kollegen. "Wir haben jetzt die Chance, es im nächsten Spiel am Montag besser zu machen", sagte Hiller. Dann wartet der TSV Buchbach, in der Hinrunde erster Sechzger-Besieger. Hiller: "Da ist sowieso noch eine Rechnung offen."

Kollege Benjamin Kindsvater, der in Burghausen gegen seinen alten Arbeitgeber gerne selbst getroffen hätte, musste nicht nur die Enttäuschung über den ausbleibenden Torerfolg hinnehmen. "Ich bin wütend und enttäuscht", so Kindsvater, der erkannte: "Wir haben uns viel zu wenig gegen die Niederlage gestemmt, das hat uns das Genick gebrochen."

Der Flügelflitzer gelobt Besserung: "So darf es nicht weitergehen! Jetzt arbeiten wir jeden Tag dafür, dass es besser wird." Denn das muss es auch.

Lesen Sie hier: Mehr Kapazität im Grünwalder - Das sagt die Stadt

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