TSV 1860 München gegen FC Heidenheim: Tor von Stefan Aigner reicht nicht

Stefan Aigner hätte mit seinem Kopfballtor zum Löwen-Helden der Saison werden können – doch es kam anders in Heidenheim. "Es ist ein Sinnbild der Saison“, sagt er über die Partie.
| Matthias Eicher
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Am Boden: Stefan Aigner nach dem verlorenen Saisonfinale gegen Heidenheim am Sonntag.
dpa Am Boden: Stefan Aigner nach dem verlorenen Saisonfinale gegen Heidenheim am Sonntag.

Stefan Aigner hätte mit seinem Kopfballtor zum Löwen-Helden der Saison werden können – doch es kam anders in Heidenheim. "Es ist ein Sinnbild der Saison", sagt er über die Partie.

München - Heidenheimer Voith-Arena, Saisonfinale des TSV 1860, es läuft die 62. Minute: Was für ein Jubelsprint von Stefan Aigner. Der Rückkehrer stürmt auf die Eckfahne zu, passenderweise vor dem Gästeblock, wo über 1.500 mitgereiste Löwen brüllen und jubeln.

Er lässt sich für seinen Kopfballtreffer im Saisonfinale beim 1. FC Heidenheim feiern. Aigner und die Löwen, sie sind für einen kurzen Moment im siebten Sechzger-Himmel. Es folgt das böse Erwachen.

Das dritte Saisontor des Urlöwen, es hätte mit Abstand sein wichtigstes werden können, wäre es nur beim 1:0 für Sechzig geblieben. Innenbandriss in der Hinrunde, Rücktritt vom Kapitänsamt – man konnte es dem 29-jährigen Ex-Kapitän nach all den Querelen eigentlich nur gönnen, der neue Retter zu werden. Und nicht nur bei ihm selbst ging es nach großer Anfangs-Euphorie auf und ab: auch bei den so hoffnungsvoll gestarteten und so bitterböse abgestürzten Löwen.

"Passt leider zu unserer Saison"

"Das Spiel passt leider zu unserer Saison. Es ist ein Sinnbild der Saison", klagte Aigner nach den beiden späten Gegentreffern jenes Kontrahenten, für den es um nichts mehr ging. Er klagte über die Spielzeit, die er als "keine berauschende" bezeichnete, über ein einziges Auf und Ab der Emotionen: Im Sommer wurde er als großer Hoffnungsträger präsentiert, der den Klub, als dessen Fan auf dem Platz er sich einst bezeichnete, wieder zurück zu alter Stärke führen sollte. Nun, bevor die Giesinger in die Relegation müssen, sicherte er sich nur eine zweifelhafte Ehre: die des verhinderten Retters.

"Das ist schon frustrierend", so der gebürtige Münchner, der kritisierte, dass man es "mal wieder nicht geschafft" habe, eine Führung über die Zeit zu bringen. Und jetzt? "Jetzt haben wir zwei Bonus-Spiele, die müssen wir nutzen." Ob man davor erneut ein Kurz-Trainingslager abhalte oder nach Mallorca fliege, sei ihm "scheißegal". Selbstredend ist dem Flügelflitzer dagegen das Schicksal seines Herzensklubs nicht gleichgültig. Dass man gleich mehrere Matchbälle vergab und nun noch zwei finale Abstiegsspiele vor der Brust hat, ist doppelt bitter für Aigner: Nach AZ-Informationen muss der Sardinien-Urlaub mit der Familie aufgrund der Extraschicht storniert werden – Überlebenskampf in Regensburg statt Beine hochlegen in Italien.

Dezimierter Kader für Trainer Vitor Pereira

Nun müssen Aigner und Co. zusehen, dass es über die Verlängerung klappt mit dem Klassenerhalt. Und das mit einem angezählten Trainer Vitor Pereira sowie einem dezimierten Kader: Aigners Konkurrent Amilton zog sich nach Angaben der Sechzger einen Muskelfaserriss zu und fällt für die Relegationsduelle aus. Auch für Victor Andrade kommen die Finalspiele um den Klassenverbleib nach seinem Kreuzbandriss noch zu früh. Abwehrspieler Felix Uduokhai, der zuletzt wegen muskulärer Probleme passen musste, könnte rechtzeitig fit werden.

In den letzten Jahren hießen die Retter Kai Bülow und Torsten Fröhling (2015) sowie Daniel Bierofka (2016). Für Aigner, den verhinderten Helden von Heidenheim, ist es noch nicht zu spät, in deren Fußstapfen zu treten: Am Freitag und am darauffolgenden Dienstag geht’s gegen den Jahn. Erst dann wird sich entscheiden, ob es auch 2017 ein gutes Ende gibt – und einen Nichtabstiegshelden.

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