TSV 1860: Mit Allahs Hilfe

Projekt 2015: Löwen-Investor Hasan Ismaik verkündet „den Aufstieg in drei Jahren” als Ziel, will mindestens 15 Millionen Euro investieren und verspricht: „Wir werden euch nicht enttäuschen”
| Filippo Cataldo, Marco Plein
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„Once a Lion, forever a Lion“. Aufsichtsratschef Otto Steiner (r.) über den jordanischen Löwen-Investor Hasan Ismaik (M.) Ebenfalls Spaß auf dem Podium hatten Präsident Schneider, Ismaik-Statthalter Iraki und Geschäfstführer Schäfer (v.l.). Foto: Sampics/AK
„Once a Lion, forever a Lion“. Aufsichtsratschef Otto Steiner (r.) über den jordanischen Löwen-Investor Hasan Ismaik (M.) Ebenfalls Spaß auf dem Podium hatten Präsident Schneider, Ismaik-Statthalter Iraki und Geschäfstführer Schäfer (v.l.). Foto: Sampics/AK

MÜNCHEN Und dann gibt es diesen Moment, an dem Hasan Ismaik den Saal zum Lachen bringt. Natürlich werde Otto Steiner die Arbeitsgruppe Marketing leiten, lässt er seinen Freund und Berater Hamada Iraki übersetzen. „Schaut ihn euch doch nur mal an", sagt Ismaik und zeigt mit seiner prankenhaften Hand auf den Vereins-Aufsichtsratschef, der allein durch seinen mattblauen Anzug und der superschmalen Krawatte wie ein Dressman herausragt auf diesem Podium der in gesetzten Farben gewandeten Männer.

Rechtzeitig zum letzten Saisonspiel gegen Aachen, einem 1:2 im Dauerregen, ist Ismaik nach München gekommen, um das gemeinsam von Vereinsführung, Geschäftsführung und Investor erarbeitete Programm in eine rosig blaue Zukunft zu präsentieren.

Er habe den ihm vorgelegten Business-Plan für die kommenden drei Jahre „bedingungslos akzeptiert", erzählt der Jordanier, er werde die benötigten Mittel aufwenden – 15 Millionen in den nächsten drei Jahren, „womöglich auch etwas mehr”. Zudem wurden Arbeitsgruppen gebildet, die Konzepte für eine erfolgreiche Zukunft entwickeln sollten. „Wir können versprechen, euch nicht zu enttäuschen. Wir haben ein gemeinsames Ziel und das ist der Aufstieg in drei Jahren”, sagt Ismaik.
Die Löwen haben also einen Plan, die Agenda 2015.

Doch, Moment: Business-Plan? 15 Millionen an Investitionen mittels nachrangiger Darlehen, die erst im Erfolgsfall fällig werden? Aufstieg in drei Jahren? Und das alles vorgetragen in ruhigem und sachlichem Tonfall, als befände man sich auf der Bilanzpressekonferenz eines börsennotierten Unternehmens – und nicht bei einer Veranstaltung eines der hysterischsten Klubs der Republik? „Möge Allah uns helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen”, sagt Ismaik noch. Spricht da derselbe Ismaik, noch vor einem Jahr nach dem Anteilskauf davon schwadroniert hatte, die Löwen bald auf eine Stufe mit Bayern und Barcelona heben zu wollen? Und nun? Weitere drei Jahre Liga zwo statt Champions League? Werden die Löwen im 153. Jahr ihres Bestehens plötzlich seriös?

Zumindest scheinen sie es zu versuchen. „Sportlichen Erfolg kann man leider nicht garantieren", sagt Geschäftsführer Robert Schäfer, also wolle man nichts überstürzen, darum der Dreijahresplan. „Wir sind zum ersten Mal in der Lage, die Zukunft anzugehen und nicht mehr ständig gezwungen, Löcher zu stopfen”, sagt Steiner, TV-Produzent und Boss der Constantin Entertainment – und findet's, ganz Marketing-Profi, „saugeil". Und ab sofort gelte auch für Ismaik: „Einmal Löwe, immer Löwe, also: Once a Lion, forever a Lion!”

Und da scheint schon was dran zu sein. Denn gar so vernünftig, wie Ismaik bei der Pressekonferenz vorgibt zu sein, ist er wohl doch nicht. „Wie jeder Fan träume ich jede Nacht, dass wir den Aufstieg schon nächste Saison schaffen”, sagt Ismaik später der AZ, „und wie ich das verstanden habe, wollen der Trainer und Sportchef das auch. Aber wenn man so viele neue Spieler in die Mannschaft integrieren muss, dann kann es etwas dauern, bis sich der Erfolg einstellt. Deswegen will ich den beiden nicht zu viel Druck machen. Aber ich bin sehr zuversichtlich."

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