TSV 1860: Hasan Ismaik schadet dem Verein - Kritik am Löwen-Investor

Das Chaos bei Sechzig geht weiter: "Ich bin entsetzt, was bei den Löwen geschieht", sagt Ex-Vizepräsident Meidert: "Eine einzige Farce, daruner leidet die Reputation!" Die ARGE hingegen steht zum Investor.
| Matthias Eicher
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1860 wird zum Gespött“, sagt Ex-Vize Erich Meidert und kritisiert auch Hasan Ismaik.
Rauchensteiner/Augenklick 1860 wird zum Gespött“, sagt Ex-Vize Erich Meidert und kritisiert auch Hasan Ismaik.

Das Chaos bei Sechzig geht weiter: "Ich bin entsetzt, was bei den Löwen geschieht", sagt Ex-Vizepräsident Meidert: "Eine einzige Farce, daruner leidet die Reputation!" Die ARGE hingegen steht zum Investor.

München - Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. So liest sich jenes Sprichwort, das den Menschen in Zeiten der größten Ausweglosigkeit die Hoffnung bewahren soll.

Auf Giesings Höhen beim TSV 1860, scheinen in Zeiten der Bedrängnis und Bredouille andere Leitsätze zu gelten: „Wenn man irgendwann denkt, noch lächerlicher geht es nicht mehr, kommt meistens ein sogenannter Funktionär von Sechzig daher.“

Diese Abwandlung des Spruchs ist dem Löwen-Blog von 1860-Sponsor Hacker Pschorr zu entnehmen. In einem Rückblick auf die Geschehnisse der „turbulentesten Woche seit langem bei 1860“, fasst der Autor zusammen, was bei den Sechzgern schief gelaufen ist.

Volle Breitseite für Ismaik

Dabei verwundert kaum, dass nebst sportlichem Niedergang die Pressekonferenz von Investor Hasan Ismaik und Peter Cassalette zum zentrales Thema des Autoren wurde. Sie gehöre „mit zum Bizarrsten, was jemals bei 1860 geschah“, schrieb der Blogger des Bierbrauers, da nur Ismaik gesprochen habe und Cassalette, der sich „in seiner Haut sichtlich unwohl zu fühlen schien“, „nichts zu sagen“ gehabt hätte.

Pacult mit Eigenwerbung:

Anhand des Umgangs mit Sportchef Thomas Eichin folgte die volle Breitseite gegen Ismaik: „Dass Eichin, der als ein wesentlich stärkerer Sportdirektor als Oliver Kreuzer galt nun schon nach fünf (!) Monaten angezählt wird, ist hanebüchen und zeigt, dass derjenige, der für dieses Schlamassel verantwortlich ist, entweder null Ahnung hat oder die falschen Berater.“

ARGE verteidigt Ismaik

Als wäre der Schlamassel nicht ausufernd genug, hatte Ismaik zu einem pauschalen Rundumschlag gegen die Medien ausgeholt. Während die Löwen nach dem auferlegten Medienboykott weiter beharrlich schweigen, fühlt sich der ismaiknahe Fanklubdachverband ARGE zu einer Stellungnahme genötigt: „Die ARGE steht voll und ganz hinter Hasan Ismaik und der Vereinsführung“, schrieb der Vorstand dann am Mittwoch: Man könne „sicher über einige Entscheidungen geteilter Meinung sein“, von der Presse würden jedoch „eine Vielzahl von polemischen und unrichtigen Aussagen getätigt, die dem Verein schaden“.

Widerspruch von Erich Meidert. Der frühere Vizepräsident unter Karl-Heinz Wildmoser (1997, d. Red) und im Jahr 2013 erneut Präsidentschaftskandidat, sieht den größten Schaden derzeit nicht andernorts, sondern im Gebaren der Sechzger selbst.

"Schlichtweg entsetzt"

„Ich bin schlichtweg entsetzt, was bei den Löwen geschieht“, erklärte er der AZ, „ich habe bei Sechzig schon viel erlebt, aber eins war für mich selbst in der Historie des Profifußballs in diesem Ausmaß noch nie da: solch öffentliche Eklats und Anschuldigungen, jemanden wie Thomas Eichin so an den Pranger zu stellen – das ist grob vereinsschädigendes Verhalten!“

Starker Tobak. Meidert kritisiert, dass die Kritik an Eichin wie die „unprofessionell“ abgelaufene Entlassung von Ex-Trainer Kosta Runjaic intern hätte bleiben müssen. Und der Presseboykott? „Eine einzige Farce. Da haben die Verursacher genauso vereinsschädigend agiert. Darunter leidet die Reputation enorm – Sechzig wird doch genau durch solche Aktionen zum Gespött.“

Das Problem in der Zusammenarbeit mit Ismaik sei, dass der Jordanier selbst im Hinblick auf den Profifußball „völlig ahnungslos“ sei, jedoch auch bei der Auswahl seiner Berater wie Verantwortlicher bei 1860 habe er „keine Volltreffer“ gelandet.

"Verein wird an Ismaik kaputtgehen"

Nach Ismaiks Vorwurf der „Korruption und Plünderung“ müsse man die Frage stellen: „Wer sind denn die Plünderer? Und wer hat sie in Amt und Würden gehievt?“

In anderen Worten: Anstatt sich in Verschwörungstheorien zu verstricken, sollte man bei 1860 für Kontinuität sorgen, die Millionen lieber in den Spielerkader als in die Taschen abgefundener, weil rausgeworfener Funktionäre zu stecken.

Während Meidert auf Besserung hoffe, ging bei einem anderen Ex-Verantwortlichen, der namentlich nicht genannt werden wollte, das Lichtlein längst aus: „Der Verein wird an Ismaik kaputtgehen. Solange dieser Mann bei 1860 mit, kann es keine Heilung geben.“

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