TSV 1860: Doppelpack von Mölders - Sechzigs Faustpfand in der Relegation

Fans, Mitspieler und Verantwortliche feiern den Doppeltorschützen. Er selbst sagt: "Am Sonntag wird es noch einmal sehr, sehr schwer." Nun muss er am besten noch einmal treffen - und dann verlängern.
von  M. Eicher
Das Siegtor: Mölders trifft im Hinspiel gegen Saarbrücken zum 3:2 für die Löwen – und jubelt.
Das Siegtor: Mölders trifft im Hinspiel gegen Saarbrücken zum 3:2 für die Löwen – und jubelt. © imago/MIS, Rauchensteiner/Augenklick

München - Unzählige Fans des TSV 1860 stellten eine These auf. In Foren. In den Sozialen Medien. In ebenso leidenschaftlich wie erleichtert geführten Diskussionen sprachen oder sangen sie folgende Worte, die wohl noch viel mehr Löwen-Anhänger unterschreiben würden: (Sascha) Mölders ist die geilste Sau der Welt.

Der 33-jährige Sechzger-Stürmer hatte seinen Klub im Relegations-Hinspiel beim 1. FC Saarbrücken nicht nur in Führung gebracht - nach 44 Sekunden. Nein, der ehemalige Bundesligastürmer bescherte der Elf von Trainer Daniel Bierofka durch seinen zweiten Treffer des Tages den 3:2-Auswärtssieg.

Cool wie eh und je, motiviert wie immer und eiskalt vor dem Tor stand der Routinier seinen Mann - und verdiente sich nicht nur die Bestnote eins in der AZ-Einzelkritik, sondern auch Lob von allen Seiten.

"Gott sei Dank hat Sascha Mölders noch das 3:2 erzielt", sagte ein erleichterter Bierofka am Freitag und richtete seinen Dank nicht nur an seinen Angreifer, sondern auch ganz nach oben, wo für viele Sechzger - im Fußballer-Himmel - auch Mölders thront.

Bierofka: Wenn wir ihn brauchen, ist er da

Sportchef Günther Gorenzel formulierte es so: "Wir wissen die Qualität von Mölders zu schätzen, er war wieder ein Faustpfand, ein ganz, ganz wichtiger Spieler." Kapitän Felix Weber war baff, dass der Faustpfand-Mölders mit seinem so wichtigen ersten Streich derart früh durchaus vorhandene Löwen-Ängste weggewischt hatte. Weber erregt: "44 Sekunden waren das? Ich konnte es gar nicht glauben, aber der Ball war drin, dann der Jubel - geil!"

Mölders bestätigte nicht nur, dass er in der abgelaufenen Regionalliga-Saison der torgefährlichste Löwe war (19 Tore, 14 Assists). Er bewies auch: Er ist ein Mann der entscheidenden Momente, wie auch Bierofka formulierte: "Wenn wir ihn brauchen, ist er da." Nicht nur durch seine kalte Schnauze, auch durch seine Routine, seine Malocher-Qualitäten, seine immense Durchschlagskraft. Um ein Haar hätte der Meringer bei seinem Pfostentreffer Tor Nummer drei erzielt.

Einer aber formulierte es unnachahmlicher als sämtliche Löwen: André Siems. Der Kommentator sang bei der Live-Übertragung des Bayerischen Rundfunks unter anderem ein Loblied auf des Knipsers Blitz-Treffer: "Und das Tor, das Tor für die Löwen - schön nach innen, und dann ist er zur Stelle und macht ihn rein. Der Super-Sascha, der Mega-Mölders droppelt den Ball ins Tor!" Nicht nur Siems, auch ganz Sechzig feiert seinen Super-Sascha!

Mölders: Sind einen Schritt weiter, nicht mehr und nicht weniger

Der Torjäger wollte nach seiner Show nicht sprechen, äußerte sich auf vielfache Anfrage aber tags darauf - schriftlich. "Ich habe vor dem Spiel in Saarbrücken gesagt, dass ein Auswärtstor nicht schlecht wäre und ein Sieg überragend", zitierten die Löwen ihren Mittelstürmer über seine zuvor im AZ-Interview getätigten Hinspiel-Wünsche. Mölders nach vollbrachter Arbeit weiter: "Nun haben wir drei Tore erzielt und gewonnen. Mit dieser Leistung können wir hochzufrieden sein."

Sein Doppelpack freue ihn "natürlich", doch Mölders mahnte: "Wir haben ein großes Ziel vor Augen, dem wir einen Schritt näher gekommen sind, nicht mehr und nicht weniger. Am Sonntag wird es noch einmal sehr, sehr schwer. Wir müssen noch einmal alles herausholen, um den Sprung in die Dritte Liga zu schaffen."

Der Löwen-Fan dürfte für die nahe Zukunft zwei Wünsche haben: die nächste Show von Mölders am Sonntag. Und die Verlängerung seines nach wie vor nicht unterzeichneten neuen Vertrages, damit sie in Liga drei über seine Buden jubeln können.