TSV 1860: Die wichtigsten Fragen zur Mitgliederversammlung

Am Sonntag findet die Mitgliederversammlung des TSV 1860 statt. Bleibt Reisinger Oberlöwe? Was ist mit dem dritten Gesellschafter? Was macht Ismaik? Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen.
| Matthias Eicher
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Zerstritten: Oberlöwe Robert Reisinger (l.) und 1860-Investor Hasan Ismaik.
dpa, sampics/Augenklick, AZ-Montage Zerstritten: Oberlöwe Robert Reisinger (l.) und 1860-Investor Hasan Ismaik.

München - Showdown in Abensberg und zugleich Showdown im Zenith: Der TSV 1860 ist am Sonntag gleich doppelt gefordert: Im "Spiel des Jahres" und in einer – zumindest für die Blauen – weitaus zukunftsträchtigeren Veranstaltung, deren Ausgang zeigen wird, in welche Richtung Sechzigs ungewisse Zukunft verläuft.

Um 15 Uhr trifft die Mannschaft von Trainer Daniel Bierofka auf den TSV 1862 Abensberg, anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bezirksligisten DAS Ereignis schlechthin dort. In den Augen der Sechzger ist die Mitgliederversammlung ab 10 Uhr im Zenith aber ungleich wichtiger.

Mitgliederversammlung des TSV 1860 - ab 10 Uhr im Zenith

Schon im Vorfeld der alljährlichen Tagung von Sechzigs höchstem Vereinsorgan war der Unfrieden groß. "Bis heute warte ich auf einen echten Plan, der uns zurück in die 2. Liga bringt. Innerhalb der letzten 16 Monate wurde ich mit Fünfjahresplänen und Zwei-Jahres-Plänen konfrontiert. Beide haben nicht mehr ihre Gültigkeit. Das sagt alles über den Zustand von 1860 aus", wütete Investor Hasan Ismaik im "Kicker" und erklärte: "Ich bin weiter bereit, zu investieren, aber nicht in ein großes schwarzes Loch."

Der Jordanier fordert polternd die Ablösung von Vereinspräsident Robert Reisinger, der zur Wiederwahl steht. Aber auch in der Diskussion über einige weitere Themen rund um die Giesinger dürfte es hoch hergehen.

Die Mitgliederversammlung des TSV 1860 können Sie am Sonntag hier im Newsblog verfolgen!

Die AZ gibt einen Überblick:

Die Präsidentenwahl: 844 Stimmen pro Reisinger, 365 dagegen: Im Juli 2017 wurde Notpräsident Reisinger nach dem Rücktritt von Peter Cassalette in der Stunde von Sechzigs Niedergang, dem Doppel-Abstieg aus der 2. Liga in die Regionalliga, mit 52 Prozent ins Amt gewählt. Ein Jahr später erklärte er bei Sechzigs alljährlicher Tagung des höchsten Vereinsorgans: "Ich bin nicht der Präsident des Kuschelkurses, aber auch nicht der Präsident der Konfrontation." Damals ging der 55-Jährige bei der Neuwahl des Verwaltungsrats, ausschließlich durch ismaik-kritische Kandidaten besetzt, ebenfalls als Punktsieger hervor. Nun dürfte er aller Voraussicht nach wiedergewählt werden. Andernfalls muss Sechzigs Kontrollgremium einen Ersatzkandidaten bestimmen – dass der Verwaltungsrat Ismaiks Statthalter und Aufsichtsrat Athanasios "Saki" Stimoniaris das Vertrauen schenkt, gilt dabei als unwahrscheinlich.

Die Anträge: Das Präsidium höchstselbst stellte einen Antrag auf Zustimmung der Mitglieder auf eine Kapitalerhöhung. "An der Kapitalerhöhung soll eine Beteiligungsgesellschaft teilnehmen, die dann ein weiterer, dritter Gesellschafter wird", erklärte Reisinger.

Markus Rohdach stellte den Antrag, künftig mehrere Kandidaten zu einer Präsidenten-Wahl vorzuschlagen. Jürgen Späth forderte, Sechzig möge sich für eine Abschaffung der Montagsspiele einsetzen.

Der dritte Gesellschafter: Martin Gräfer, Vorstand von Hauptsponsor "die Bayerische", erklärte der AZ, dass "der ominöse dritte Gesellschafter" ein Konsortium mehrerer Investoren sei – mehr würde Reisinger am Sonntag erklären. Ismaik wirft Reisinger Berechnung vor: "Hatte er nicht zwei Jahre Zeit, um den Verein so aufzustellen, damit er überlebensfähig ist? Es ist wieder eine verzweifelte Tat. Und was ist, wenn ich ablehne? Bin ich dann wieder der Sündenbock?" Da Reisinger – laut Ismaik – Stimoniaris in den Verhandlungen darüber als Ansprechpartner abgelehnt habe, sei "das Thema für uns erledigt". Übrigens: Stimoniaris, der sich selbst als Präsidentschaftskandidat angepriesen hatte, aber abgelehnt worden war, ist nach seinem (folgenlosen) Versprechen, 1860 finanziell zu unterstützen, zuletzt untergetaucht.

Ismaiks Autogramm: Nach AZ-Informationen muss der Geldgeber bis Sonntag seine Unterschrift zum Zwecke der Verlängerung der Fortführungsprognose geben. "Es heißt ja immer, Ismaik würde nichts für 1860 machen", schreibt Ismaik: "Wir reden von 18 Millionen Euro."

Leistet der Hauptgesellschafter seine Unterschrift, wäre 1860 wieder handlungsfähig. Als Punktsieger dürfte der Jordanier dennoch nicht hervorgehen – denn während die Vereinsseite an Zukunftsszenarien arbeitet, ließ sein Interview einmal mehr eine klare Strategie vermissen.

Lesen Sie hier: Hauptsponsor des TSV 1860 deutlich -

 

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