TSV 1860: Abstiegs-Showdown - Das fordert Daniel Bierofka jetzt von den Löwen!

Daniel Bierofka steht vor dem so wichtigen Spiel des TSV 1860 in der Dritten Liga gegen Fortuna Köln Rede und Antwort. Worauf es nach Meinung des Löwen-Trainers jetzt ankommt.
| Matthias Eicher, Patrick Mayer
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In Schwierigkeiten: Prince Osei Owusu (re.) und die Löwen in der Dritten Liga.
imago/Kruczynski In Schwierigkeiten: Prince Osei Owusu (re.) und die Löwen in der Dritten Liga.

München - Dem Löwen-Trainer war es noch wichtig, mitzuteilen, welche Note er denn im Fußballlehrer-Lehrgang erreicht habe. "Nachdem ihr ja so gespannt wart: Ich habe mit 13 Punkten bestanden", sagte er auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag: "Gesamtnote: 13 Punkte, als 1,3."

Es läuft nicht beim TSV 1860

Aber: Kurz nachdem der 40-Jährige seinen Schein absolviert hatte, lief es nicht mehr wirklich beim TSV 1860. Zuletzt gab es sechs Pflichtspielniederlagen. Nun, zwei Spieltage vor Saisonende, beträgt der Vorsprung der Sechzger auf die Abstiegsplätze vier Punkte. Vor dem Heimspiel gegen Fortuna Köln am Samstag (13.30 Uhr, im AZ-Liveticker) sprach Bierofka über die drängenden Themen rund um den Löwen:

…die Anspannung vor dem Duell mit Fortuna Köln: "Es ist ja normal, dass eine gewisse Anspannung da ist. Aber genau das Gegenteil musst du erreichen mit der Mannschaft: Sie muss Ruhe bewahren und mit einem guten Gefühl ins Spiel gehen. Das haben wir versucht, in der Trainingswoche zu vermitteln."

…Sechzigs erhoffte Trendwende: "Wir brauchen einfach eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive. Man hat gesehen: Wenn wir Tore gemacht haben, dann haben wir hinten zu viele zugelassen. Und wenn wir defensiv stabil waren, haben wir vorne zu wenig geschossen. Wir müssen die richtige Balance finden."

Für Aaron Berzel kommt Köln zu früh

…das Personal: "Aaron Berzel ist wieder ins Training eingestiegen, Nico Karger und Benny Kindsvater haben trainiert. Bis auf Quirin Moll und Stefan Lex, die natürlich nach wie vor brutal wehtun, sind alle einsatzfähig. Für Aaron kommt das Spiel zu früh, aber ich hoffe, dass er vielleicht in Jena im Kader sein kann."

…den Schiedsrichter: "Das ist mir momentan total egal. Ich gehe davon aus, dass der Schiedsrichter morgen eine gute Leistung bringt. Das erwarte ich von meiner Mannschaft, das erwarte ich auch vom Schiedsrichter. Es wäre schon nicht schlecht, wenn wir diesmal zu elft zu Ende spielen. Der Platzverweis von Felix Weber war hart für uns - nicht nur, weil er den Ball gespielt hat, sondern auch, weil er jetzt ausfällt. Klar kann man jetzt sagen: ‚Der Junge braucht bei 5:2 nicht mehr so hingehen.‘ Trotzdem war es für mich kein gelbwürdiges Foul. Wir dürfen morgen auf gar keinen Fall zurückziehen. Wir müssen die Zweikämpfe suchen und auch gewinnen."

…die Löwen-Fans: "Es geht darum, dass wir zünden und der Funke überspringt. Das ist ganz entscheidend. Wir können nicht immer erwarten, dass die Fans uns nach vorne peitschen. Wir müssen den Funken zünden, dann geht das auf die Zuschauer über und zurück auf das Feld. Wir müssen gleich da sein und zeigen, dass wir das Spiel gewinnen wollen."

Im Video: Bierofka über den Showdown gegen Köln

…Gegner Fortuna Köln: "Es ist exemplarisch für die Dritte Liga. Das ist ein guter Gegner, der Fußball spielen will, mit guten Kickern drin. Ein Gegner, der mit Bröker, mit Moritz Hartmann und Eberwein torgefährliche Spieler vornedrin hat. Man sieht schon, dass sich eine solche Mannschaft, die Fußball spielen will, schwer tut. Es ist seine sehr körperliche, robuste und dynamische Liga. Trotzdem hätten sie gegen Meppen ganz klar gewinnen müssen. Am Ende kriegen sie noch ein Ei, als sich der Torwart den Ball selbst reinwirft. Das ist typisch für den Abstiegskampf, dass auch mal die Nerven blank liegen. Trotzdem ist es eine gute Mannschaft."

Daniel Bierofka: Wollen mit den Fans feiern

…einen Blick auf die anderen Ergebnisse: "Null. Wir wollen nur auf uns schauen. Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen, zuhause einen Sieg feiern, mit den Leuten feiern. Was dann auf den anderen Plätzen passiert, sehen wir nach dem Spiel."

…Bierofkas Erwartungen an die Mannschaft: "Es geht darum, die Nerven zu behalten. Wir haben gegen Zwickau zum Beispiel nach dem 1:2 unsere Linie verloren. Das war auch nochmal Thema unter der Woche: Wir müssen unser Spiel über 90 Minuten durchziehen - ungeachtet des Spielverlaufs. Es bringt nichts, nachzujammern. Vielmehr musst du aktiv bleiben und das werden wir auch machen."

In Schwierigkeiten: Prince Osei Owusu (re.) und die Löwen in der Dritten Liga.
In Schwierigkeiten: Prince Osei Owusu (re.) und die Löwen in der Dritten Liga. © imago/Kruczynski

…Sechzigs Geheimtraining unter der Woche: "Es ging nicht mehr darum, etwas neues einzustudieren, sondern Ruhe zu haben. Hinten, auf dem Fünfer-Platz haben wir Ruhe. Da können sich die Jungs voll auf das Training konzentrieren und voll auf das Spiel fokussieren. Daher haben wir das so gemacht."

…die Attribute Leidenschaft, Herz und Wille: "Das sollte eigentlich immer da sein. Das ist die Basis eines Fußballspiels, dass du Herz, Leidenschaft und Seele auf den Platz bringst. Gerade bei Sechzig München. Ich glaube schon, dass dir die Leute Fehler verzeihen, aber sie wollen eine Mannschaft sehen, die lebt. Die diese Werte auf den Platz trägt. Wir sind ein Arbeiterverein. Von der ersten Sekunde an müssen wir komplett durchziehen - bis zur 90. Minute, nicht bis zur 85. Ich werde die Jungs auch dahingehend nochmal heiß machen. Aber man hat schon gesehen, dass sie auf das Spiel brennen."

Daniel Bierofka geht nicht auf Ralf Rangnick ein

…eine Nichtabstiegsparty: "Nein, da ist nichts geplant. Und wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den anderen Mannschaften, falls wir uns retten sollten. Wir werden trotzdem ganz normal nach Jena fahren. Aber wir müssen erstmal dieses Spiel gewinnen. Das wird schwer genug."

…Sechzigs Abstieg 1992 - nach zwei Pleiten in einer Relegation gegen Fortuna Köln: "Das ist zum Beispiel eine Sache, an die ich mich gar nicht erinnere. Ich erinnere mich an vieles, was bei 1860 passiert ist. Aber daran nicht. Aber Sechzger-Fan war ich damals schon. Mein Vater war ja 1988, '89 Trainer. Damals wurde ich mit dem Virus infiziert."

Ralf Rangnicks Aussage, 1860 und Uerdingen würden geführt wie "Karnickelzuchtvereine": "Ich konzentriere mich erstmal auf unser Spiel. Ich habe die Woche überhaupt nichts gelesen, weil mir das momentan nichts bringt. Ich habe mich voll auf das eingelassen, was ich verändern kann. Alles andere ist für mich erstmal zweitrangig."

…Sechzigs Gemeinschaft: "Ich denke schon, dass Felix Weber oder Hendrik Bonmann am Freitag mit ins Hotel kommen. Und das wollen die Jungs auch. Sie sind von ihren Charakteren einfach wichtig für die Mannschaft. Das ist ein gutes Zeichen."

Lesen Sie hier: AZ-Interview -

Lesen Sie auch: Lorant im AZ-Interview -

Im Video: TSV 1860 II sichert sich den Klassenerhalt

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